Warum reicht die gesetzliche Pflegeversicherung im Pflegefall nicht?
Jeder gesetzlich in einer Krankenkasse Versicherte zahlt auch monatlich Beiträge in die Pflegeversicherung. Die Pflegeversicherung deckt im Pflegefall nur einen Teil der tatsächlichen Kosten und ist quasi eine „Teil-Kasko-Versicherung“. Die restlichen Kosten zahlen Angehörige oder muss der Betroffene mit seiner Rente oder dem Ersparten tragen.
Welche Auswirkungen hat der demographische Wandel?
Der Anteil der alten Menschen in Deutschland steigt immer mehr an. Das liegt an der geringen Geburtenrate und der steigenden Lebenserwartung. Früher wurden die meisten Menschen von Angehörigen gepflegt. Der gesellschaftliche Wandel (weniger Familien, mehr Singles) führt dazu, dass immer mehr Pflegebedürftige auf fremde Hilfe angewiesen sind. Das Thema Pflege wird eine große Herausforderung für Gesellschaft und Politik. Aktuell setzt Politik auf die private Vorsorge. Eine bessere gesetzliche Pflegevorsorge ist nicht in Sicht.
Was zahlt die gesetzliche Pflegeversicherung?
Wie viel die Pflegeversicherung zahlt, ist von der Pflegestufe des Pflegebedürftigen abhängig und der Art der Betreuung. Bei häuslicher Pflege zahlt die Pflegeversicherung weniger Pflegegeld, als bei einer stationären Unterbringung. So zahlt die Pflegeversicherung für die Pflegestufe 1 bei häuslicher Pflege 235 Euro, bei stationärer Pflege 1023 Euro monatlich. Insgesamt gibt es drei Pflegestufen. Desto höher die Pflegestufe, umso mehr Leistungen erbringt die Pflegeversicherung.
Wie erfolgt die Einstufung in eine Pflegestufe?
Die Pflegestufen werden nach gesetzlich festgelegten Kriterien ermittelt. Entscheidend ist die Zeit, die täglich für die Pflege eines Bedürftigen aufgewendet wird. Ein MDK-Gutachter prüft, wie viele Minuten Pflege und Unterstützung der Betroffene pro Tag braucht. Angerechnet werden die Zeiten für die Grundpflege (Körperpflege, Ernährung und Mobilität) und die Zeiten der hauswirtschaftlichen Versorgung. Für Pflegestufe 1 muss die Pflegezeit täglich mindestens 90 Minuten betragen, bei Pflegestufe 2 mindestens 180 Minuten (3 Stunden) und bei Pflegestufe 3 mindestens 240 Minuten (6 Stunden). Laut aktuellen Berechnungen von Finanztest beträgt die finanzielle Lücke bei häuslicher Pflege und Pflegestufe 1 im Durchschnitt 500 Euro, bei Pflegestufe 3 im Durchschnitt 2200 Euro.
Wann sollte ich mich mit dem Thema „Private Pflegeversicherung“ beschäftigen?
Am besten so früh wie möglich. Zum einen lohnt sich die frühe Absicherung, da dann die monatlichen Beiträge der privaten Pflegezusatzversicherung deutlich günstiger sind. Zum anderen steigt mit zunehmendem Alter das Risiko, aufgrund von Erkrankungen nicht mehr in eine private Versicherung aufgenommen zu werden oder nur mit sehr hohen Beiträgen. Besonders Frauen sollten sich mit dem Thema private Vorsorge beschäftigen. Frauen haben eine höhere Lebenserwartung und oft aufgrund von Erziehungszeiten eine niedrige Rente. Aufgrund von Krankheit oder Unfall können aber auch junge Menschen dauerhaft zum Pflegefall werden. Die private Pflegezusatzversicherung bietet bereits nach einem Monat eine umfassende Absicherung im Pflegefall.
Worauf muss ich beim Abschließen einer privaten Pflegeversicherung achten?
Bei Abschluss einer privaten Pflegeversicherung können Sie festlegen, ab welcher Pflegestufe die Versicherung zahlt. Am besten ist es, schon die Pflegestufe 1 abzusichern und darauf zu achten, dass bei Pflegestufe 1 und 2 genug gezahlt wird. Etwa 90 Prozent der Pflegebedürftigen sind in den ersten beiden Pflegestufen eingestuft. Wenn Sie Fragen zur optimalen Absicherung und Kosten der privaten Pflegeversicherung haben, beraten Sie gerne unsere Pflegeexperten unter der Service-Hotline 0800 - 70 80 70 9.
Wie viel zahlt die private Pflegeversicherung bei Demenz?
Mit steigender Lebenserwartung steigt in Zukunft auch das Risiko, an Demenz zu erkranken. Viele Versicherungen orientieren sich bei Pflegeleistungen nach den gesetzlichen Pflegestufen. So zahlen diese bei Demenz nur wenig oder gar kein Pflegegeld. Dabei ist bei Demenz ein hoher Betreuungsaufwand nötig. Achten Sie bei Abschluss einer privaten Zusatzversicherung darauf, dass auch die Demenz abgesichert ist. Die Wohnen-im-Alter-Pflegevorsorge zahlt auch bei Demenz und verdoppelt das Pflegegeld, wenn Demenz und Pflegebedürftigkeit nach Gesetz zusammenfallen.
Zahlt die private Pflegeversicherung bei häuslicher Pflege auch weniger?
Bei der gesetzlichen Pflegeversicherung erhält der Pflegebedürftige bei häuslicher Pflege weniger Leistungen als bei stationärer Unterbringung. Je nach Tarif kann es bei den privaten Versicherungen gleiche Leistungen bei der Pflege zu Hause und bei stationärer Pflege geben. Wer auch im Pflegefall lieber zu Hause leben möchte, sollte bei Vertragsabschluss auf diesen Punkt achten. Die Wohnen-im-Alter-Pflegevorsorge macht keinen Unterschied, ob zu Hause oder im Heim gepflegt wird. Pflegebedürftige erhalten auch bei Pflege zu Hause 100 Prozent der versicherten Leistungen.
Was ist wenn ich die Versicherung z.B. aufgrund von Arbeitslosigkeit nicht mehr bezahlen kann?
Wenn der Beitrag zur privaten Pflegeversicherung aufgrund von Arbeitslosigkeit oder Berufsunfähigkeit nicht mehr bezahlt werden kann, entfällt bei vielen Tarifen der Versicherungsschutz. So kann es im Pflegefall sein, dass jahrelang umsonst bezahlt wurde. Auch kann nach Unterbrechung der neue Beitrag deutlich teurer werden oder die Wiederaufnahme der Versicherung aufgrund von Krankheit verweigert werden. Nur die Wohnen-im-Alter-Pflegevorsorge bietet bei Arbeitslosigkeit oder Berufsunfähigkeit eine umfangreiche Beitragsbefreiung. Der Kunde bleibt trotz Unterbrechung vollständig abgesichert.
Noch Fragen?
Sprechen Sie mit unseren Pflege-Experten unter der Service-Hotline 0800 - 70 80 70 9.