Aktivierende Pflege
Als aktivierende Pflege bezeichnet man eine Pflegepraxis, die die Selbständigkeit und Unabhängigkeit eines Menschen fördert.
In der aktivierenden Pflege werden die Fähigkeiten des
Pflegebedürftigen berücksichtigt, so dass dieser unter Beaufsichtigung oder Anleitung selbst tätig sein kann. Das Pflegeziel ist die Erhaltung bzw. Wiedergewinnung der Selbständigkeit des zu pflegenden Menschen. Dieser soll trotz seines Hilfebededarfs eine möglichst weitgehende Selbständigkeit im Alltag (wieder)erlangen können. Der Begriff der aktivierenden Pflege wurde in den 1980er Jahren von
Monika Krohwinkel in Bezug auf Schlaganfall-Patienten eingeführt.
Bei der
Pflegeplanung werden zunächst die Ressourcen des Pflegebedürftigen erfasst. Im nächsten Schritt gilt es, die vorhandenen Selbstversorgungsaktivitäten zu erhalten und solche, die verloren gegangen sind, wiederherzustellen (z.B. die Fähigkeit, eine Mahlzeit wieder selbstständig einnehmen zu können). Um Über- oder Unterforderung zu vermeiden, wird jeder Pflegeschritt kommuniziert und an die Fähigkeiten des Pflegebedürftigen angepasst. Ziel ist es, so viel Freiraum und Unabhängigkeit von der
Pflegekraft wie möglich zu entwickeln. Dadurch erhöht sich das Selbstvertrauen und motiviert den Pflegebedürftigen für alle anderen Therapien und Alltagsschritte. Diese Pflegepraxis kann somit auch als "Hilfe zur Selbsthilfe" bezeichnet werden. Sie ist deutlich zeitaufwendiger als die sogenannte "kompensatorische Pflege", bei der dem Patienten alles abgenommen wird.
[letzte Aktualisierung: 12/5/2011]