Aktivitäten des täglichen Lebens (ATL) Pflegemodell
"Aktivitäten des Lebens" (ATL) ist ein Kernbegriff aus einem Pflegemodell, das Juliane Juchli im Jahr 1977 entwickelte.
Es beinhaltet eine Aufstellung von Tätigkeiten, die der Aufrechterhaltung von Lebensfunktionen und der Erfüllung von Grundbedürfnissen sowie der Befriedigung von geistigen und sozialen Bedürfnissen dienen.
Der Begriff der "Grundbedürfnisse" wurde 1954 von Maslow eingeführt und in einem Modell verdeutlicht. In den Pflegebereich übertragen wurde Maslows Modell von Virginia Henderson. Aufbauend darauf formulierte Nancy Roper für die ursprünglich sechs Grundsätze den Begriff "Lebensaktivitäten" (engl. "LA" - "Life Activities") - ein Modell, das 1977 von Liliane Juchli zu den "Aktivitäten des täglichen Lebens" (ATL) weiterentwickelt wurde. Juchlis Pflegemodell betrachtet den Menschen als ein Individuum, das von Umgebungs-, psychisch-biologischen, soziokulturellen und seelisch-geistigen Faktoren beeinflusst wird. Das Pflegemodell umfasst folgende Alltagsaktivitäten:
- atmen
- essen und trinken
- ausscheiden
- sich bewegen
- schlafen (N. Roper); Wachsein und schlafen (L. Juchli)
- arbeiten und spielen
- Körpertemperatur regulieren
- sich sauberhalten und kleiden
- für eine sichere Umgebung sorgen
- kommunizieren
- sich als Mann/Frau fühlen und verhalten (N. Roper); Kind, Frau, Mann sein (L. Juchli)
- sterben (N. Roper); Sinn finden im Werden, Sein, Vergehen (L. Juchli)
Das Bedürfnismodell kann in der Praxis als Kriterienkatalog dienen, um die individuelle Pflegebedürftigkeit zu bestimmen. Als eine Weiterentwicklung des Modells gilt das AEDL-Bedürfnismodell
Monika Krohwinkels, indem neben den Alltagsaktivitäten nach Roper/Juchli auch dem Umgang mit existenziellen Erfahrungen Rechnung getragen wird.
[letzte Aktualisierung: 12/6/2011]