Demenz
Unter dem Begriff Demenz werden verschiedene Erkrankungen zusammengefasst, die alle mit einem Verlust der geistigen Leistungsfähigkeit und einer Persönlichkeitsveränderung einhergehen. Auf Wohnen-im-Alter.de finden Sie über 2.200 Einrichtungen mit Demenz-Betreuung das passende Haus in Ihrer Nähe.
Die häufigste Form der demenziellen Erkrankung ist die
Alzheimer-Krankheit.
Demenzielle Erkrankungen äußern sich im Anfangsstadium mit Störungen des Kurzzeitgedächtnisses und der Merkfähigkeit. Im weiteren Verlauf verschwinden zudem bereits eingeprägte Inhalte des Langzeitgedächtnisses, sodass die Betroffenen zunehmend Fähigkeiten verlieren, die sie während ihres Lebens erworben haben, wie zum Beispiel Sprechen oder Rechnen.
Durch den Verlust der gedächtnisabhängigen Fähigkeiten haben Demenz-Patienten mit zunehmendem Krankheitsverlauf Orientierungsschwierigkeiten, was sowohl die eigene Person
(wer bin ich?) betrifft, als auch die Umgebung
(wo bin ich?) oder das aktuelle Geschehen
(was passiert gerade?). Beeinträchtigt ist neben der Orientierung auch die Urteilsfähigkeit. Je weiter die Krankheit fortschreitet, desto mehr sind die Betroffenen bei ihren Alltagsaktivitäten, wie etwa Waschen, Kochen oder Einkaufen, auf Hilfe angewiesen.
Die Demenz-Erkrankung ist damit nicht nur eine "einfache" Gedächtnisstörung. Sie zieht den ganzen Menschen, seine Wahrnehmung, sein Verhalten und sein Erleben in Mitleidenschaft und wirkt sich stark auf die Persönlichkeit des Betroffenen aus: Zum Teil werden soziale Rollen vergessen oder Persönlichkeitsmerkmale, die vor der Demenz kaum wahrnehmbar waren, treten spontan in den Vordergrund. Die Betroffenen werden zum Teil auch entgegen ihres eigentlichen Wesens aggressiv, zeigen starke Stimmungsschwankungen oder sind depressiv, wodurch sich der Umgang mit ihnen für Angehörige und Pfleger erheblich erschwert.
Demenz-Erkrankungen können bis zu 100 verschiedene Ursachen haben. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen primären und sekundären Formen der Demenz. Die sekundären Formen machen rund 10 % aller Krankheitsfälle aus. Sie sind Folgeerscheinungen anderer Grunderkrankungen (z.B. Stoffwechselerkrankungen, Vitaminmangelzustände und chronische Vergiftungserscheinungen durch Alkohol oder Medikamente), weshalb eine Rückbildung der demenziellen Beschwerden in der Regel möglich ist.
In 90 Prozent der Krankheitsfälle handelt es sich um primäre Demenzen. Diese Formen sind irreversibel, d. h. unumkehrbar. Mit einem Anteil von 50 - 60 % ist die Alzheimer-Krankheit die häufigste irreversible Demenzform. In Deutschland leben heute rund
1,1 Millionen Menschen, die an Demenz erkrankt sind. Bis zum Jahr 2030 wird sich diese Zahl auf rund 1,7 Millionen erhöhen.
Quellen: Website des Bundesministeriums für Gesundheit; Wied, Susanne und Warmbrunn, Angelika: Pschyrembel Wörterbuch Pflege: Pflegetechniken, Pflegehilfsmittel, Pflegewissenschaft, Pflegemanagement, Psychologie und Recht. Berlin 2007, S. 787.
[letzte Aktualisierung: 2/21/2012]