Diabetes
Diabetes (auch Zuckerkrankheit genannt) ist eine Stoffwechselerkrankung.
Medizinisch unterscheidet man mehr als ein halbes Dutzend verschiedener Diabetesformen. Die häufigsten Formen sind der Typ-1- und der Typ-2-Diabetes mellitus.
Diabetes-Patienten haben erhöhte Blutzuckerwerte. Grund dafür ist je nach Diabetes-Form ein Mangel an Insulin und/oder eine Minderung der Wirkung. Insulin ist ein lebenswichtiges Hormon, das in der Bauchspeicheldrüse gebildet wird. Es erleichtert den Zuckertransport durch die Zell-Membranen und reguliert den Blutzuckerspiegel. Ist dieser Stoffwechsel gestört, führt das zur "Zuckerkrankheit", dem Diabetes Mellitus.
Beim
Typ-1-Diabetes besteht ein absoluter Mangel am Hormon Insulin, da aufgrund eines Versagens der Zellen in der Bauchspeicheldrüse kein Insulin oder nur sehr wenig produziert wird. Diese Diabetes-Form wurde früher auch "juveniler" Diabetes genannt, weil die Erkrankung meist schon im Kindes- und Jugendalter auftritt. Die Erkrankung ist nicht heilbar. Menschen mit Typ-1-Diabetes müssen daher ihr ganzes Leben lang Insulin spritzen.
Die meisten Menschen leiden unter dem
Typ-2-Diabetes. Typ-2-Patienten sind im Schnitt älter als 50 Jahre. Immer häufiger jedoch erkranken auch junge Menschen und auch Kinder an dieser Form der Zuckerkrankheit.
Die Ursachen für die Entstehung eines Typ-2-Diabetes sind noch nicht grundlegend geklärt. Fest steht jedoch, dass die Erkrankung durch Übergewicht und einen Mangel an körperlicher Bewegung begünstigt wird. Charakteristisch für den Typ-2-Diabetes ist, dass die Blutzuckerwerte erhöht sind, obwohl die Bauchspeicheldrüse noch größere Mengen Insulin freisetzt. Eine Ursache dafür kann eine dauerhaft überreiche Nahrungszufuhr sein, die zu einem häufig erhöhten Blutzuckerspiegel führt. Denn ist die Konzentration an Glukose im Blut hoch, steigt auch der Insulinspiegel an. Als Reaktion darauf sinkt wiederum die Anzahl der Insulinrezeptoren an den Körperzellen und sie werden weniger empfindlich. Aufgrund der verminderten Empfindlichkeit der Körperzellen für Insulin sprechen Fachleute auch von "Insulin-Resistenz".
Typ-2-Diabetes wurde früher auch als
Altersdiabetes bezeichnet, da er meist erst im Erwachsenenalter beginnt. Diese Form des Diabetes ist nicht heilbar, allerdings bestehen verschiedene Therapiemöglichkeiten. Zunächst gilt es, auf regelmäßige Bewegung zu achten und ein normales Körpergewicht zu erzielen, wodurch sich die Empfindlichkeit der Körperzellen für Insulin verbessert und sich der Insulinbedarf senken lässt. Sind diese Maßnahmen (gesunde Ernährung, ausreichend Bewegung) nicht erfolgreich, stehen verschiedene Medikamente zur Verfügung sowie schließlich die direkte Gabe von Insulin per Injektion.
Quelle: Website des IQWiG, Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen
[letzte Aktualisierung: 2/21/2012]