Was ist der Unterschied zwischen kirchlichen, privaten und gemeinnützigen Trägern?


Als Träger werden Organisationen bezeichnet, die für den Betrieb einer stationären oder ambulanten Einrichtung verantwortlich sind. Bei Trägern mehrerer Heime geschieht die Verwaltung meist von einer Zentrale aus. Von dort aus werden die organisationstechnischen und wirtschaftlichen Aufgaben geleitet. Für die Umsetzung der Vorgaben im Heim ist die Heimleitung zuständig. Generell werden folgende Betreiber von Einrichtungen der Altenhilfe unterschieden:

Öffentliche Träger bieten Pflegeangebote und soziale Leistungen im Auftrag einer Gemeinde, Stadt oder eines Bundeslandes an und sind in der Regel einer Behörde untergeordnet. Jeder öffentliche Träger hat seine individuelle Unternehmensphilosophie, die er aufgrund eigener Richtlinien und Werte entwickelt.Öffentliche Träger können ihre Aufgaben vollständig oder zum Teil an gemeinnützige Organisationen übertragen.

Kirchliche Träger sind die Kirchen und deren Trägerorganisationen Caritas und Diakonie. Die Caritas ist der größte katholische Träger und richtet sich bei ihrem Leitbild nach ihrem Namen, der übersetzt "Nächstenliebe" bedeutet. Die Diakonie ist das evangelische Gegenstück zur Caritas und folgt in ihrem Leitbild den Grundlagen des evangelischen Glaubens.

Zu den freigemeinnützigen Trägern gehören, neben den oben separat aufgeführten kirchlichen Trägern, weitere Wohlfahrtsverbände wie zum Beispiel die Arbeiterwohlfahrt (AWO), Der Paritätische Wohlfahrtsverband (DPWV), das Deutsche Rote Kreuz (DRK) und die Zentralwohlfahrtsstelle der jüdischen Kultusgemeinden (ZWST). Weiter zählen zu dieser Gruppe auch gemeinnützige Organisationen, die keinem Wohlfahrtsverband angeschlossen sind. Allen gemein ist, dass sie keine Gewinne erzielen dürfen. Etwaige Überschüsse dürfen nur und unmittelbar für die jeweiligen satzungsgemäßen Zwecke verwendet werden.

Privat-gewerbliche Träger sind Privatpersonen oder Gesellschaften, die nach kaufmännischen Gesichtspunkten der Qualität und Wirtschaftlichkeit ein Heim betreiben. Im Gegensatz zu den freigemeinnützigen Trägern dürfen sie Gewinne erzielen. Beispiele für größere Altenheim-Gruppen sind Pro Seniore, Kursana, Curanum, Marseille Kliniken, Casa Reha und Procurand. Ihre Philosophie bildet einen Konsens aus Gewinnstreben, Wirtschaftlichkeit und humanem Menschenbild.

Die Frage, welche Trägerform die bessere Wahl darstellt, lässt sich – insbesondere in Sachen Qualität – nicht pauschal beantworten. Sowohl öffentliche, private als auch kirchliche und gemeinnützige Träger arbeiten in der Regel mit ausgebildeten Fachkräften und viele von ihnen unterziehen sich neben den vorgeschriebenen Untersuchungen durch den MDK zusätzlich freiwilligen Überprüfungen durch unabhängige Zertifizierungsstellen.

Die Wahl des Trägers ist vielmehr eine individuelle Entscheidung. Dabei setzt jeder für sich andere Prioritäten. Sind Ihnen beispielsweise Andachten oder Gebetskreise wichtig? Bevorzugen Sie eine möglichst familiäre Atmosphäre? Welche Unterstützung benötigen Sie? Welche Serviceleistungen sollte die Einrichtungen bieten? Unabhänig von der jeweiligen Trägerform sollte Ihre Entscheidung auf jene Einrichtung fallen, die zu Ihrer eigenen Lebenssituation, Ihrem Gesundheitszustand und Ihren persönlichen Bedürfnissen am besten passt.


Quelle: Altenpflege Heute. Elsevier GmbH, Urban & Fischer Verlag, München 2010.