Kurzzeitpflege ohne Pflegestufe

Die übliche Kurzzeitpflege findet stationär in einem Krankenhaus statt, wenn ein dauerhaft Pflegebedürftiger für einen kurzen Zeitraum nicht zu Hause versorgt werden kann. Die Kosten übernimmt die Pflegeversicherung. Wer bezahlt  die Pflege, wenn ein Mensch plötzlich schwer erkrankt, nach einer Operation oder einem Unfall einige Wochen versorgt werden muss, jedoch keiner Pflegestufe zugeordnet werden kann? Bisher konnten die Betroffenen in solchen Situationen keine Leistungen erwarten.


Übergangspflege für Patienten ohne Pflegestufe

Seit Januar 2016 ist es dank einer neuen Sonderregelung möglich, sich die Kosten für eine vorübergehende Kurzpflege ohne Pflegestufe von den gesetzlichen Krankenkassen erstatten zu lassen. Diese Übergangspflege muss nicht unbedingt in einer Einrichtung stattfinden und wird bis zu vier Wochen im Jahr (ab 2017 bis zu acht Wochen) bezahlt. Die Pflege kann auch zu Hause durch einen Pflegedienst erfolgen, der die erforderliche Grundpflege und die hauswirtschaftliche Versorgung übernimmt.


Anspruch auf eine Haushaltshilfe

Zur Kurzzeitpflege ohne Pflegestufe gehört nach § 38 Abs. 1 SGB neue Fassung auch eine Haushaltshilfe, die Sie bis zu vier Wochen pro Jahr beanspruchen können. Wenn im Haushalt des Erkrankten ein Kind unter zwölf Jahren oder ein behindertes Kind lebt, werden die Kosten für eine Haushaltshilfe bis zu 26 Wochen übernommen.


Bedingungen für die Kurzzeitpflege ohne Pflegestufe

Die Bedingungen für eine Kurzzeitpflege ohne Pflegestufe entsprechen nicht denen einer Kurzzeitpflege mit Pflegestufe. Während bei anerkannt Pflegebedürftigen eine Kurzzeitpflege auch wegen eines Urlaubs des pflegenden Angehörigen beantragt werden kann, ist dies bei der Übergangspflege nicht möglich. Sie wird nur genehmigt, wenn die häusliche Krankenpflege durch Angehörige nicht ausreicht.


Leistungen der Übergangspflege

Diese neuen Leistungen der gesetzlichen Krankenkassen für Pflege, soziale Betreuung und medizinische Behandlungspflege können bis zu einem Betrag von 1.612 Euro pro Kalenderjahr ausgeschöpft werden. Sie sollen dem Erkrankten ermöglichen, nach einem Krankenhausaufenthalt früher nach Hause gehen zu können, um dort weiter versorgt zu werden. In der gewohnten Umgebung gelingt die Genesung meist besser als im Krankenhaus.

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