Was sind zusätzliche Betreuungs- und Entlastungsleistungen?

Neue Leistungen durch das Pflegestärkungsgesetz

Seit Januar 2015 gibt es mehr finanzielle Unterstützung für pflegebedürftige Menschen und deren Angehörige. Verbunden mit den Pflege- und Pflegesachleistungen werden nun zusätzlich Betreuungs- und Entlastungsleistungen angeboten, deren Kosten die Pflegekasse bezuschusst. Nach Paragraph 45 b SGB XI dürfen Personen mit und ohne eingeschränkte Alltagskompetenz diese Leistungen in Anspruch nehmen. So können zum Beispiel Demenzkranke für einige Stunden einzeln oder in Gruppen betreut werden, die durch geschulte Helfer geleitet werden. Aber auch andere Pflegebedürftige können versorgt und beschäftigt werden.

Wann gibt es Betreuungs- und Entlastungsleistungen?

Sobald jemand pflegebedürftig, an Demenz erkrankt oder auch nur vorübergehend körperlich eingeschränkt ist, kann er zusätzlich von Betreuungs- und Entlastungsleistungen profitieren, wenn die üblichen Pflegeleistungen nicht ausreichen. Dies gilt vor allem, wenn jemand rund um die Uhr versorgt werden muss, da dies für den pflegenden Angehörigen sehr anstrengend sein kann. Die Pflegeperson kann sich zwar durch einen ambulanten Pflegedienst, eine Tages- oder Nachtpflege unterstützen lassen, doch oft reicht diese Entlastung nicht aus. Betreuungsleistungen müssen bei der Pflegekasse beantragt werden und sind auch für die Pflegestufe 0 erhältlich.

Was bedeutet eingeschränkte Alltagskompetenz?

Wer durch den Verlust seiner geistigen Fähigkeiten oder durch eine körperliche Erkrankung seinen Alltag nicht wie gewohnt bewältigen kann, ist in seiner Alltagskompetenz eingeschränkt. Das bedeutet konkret, dass er bei alltäglichen Verrichtungen wie zum Beispiel der Körperpflege, beim Essen, bei Haushaltstätigkeiten oder beim Einkaufen Hilfe braucht. Dies betrifft besonders Demenzkranke oder Patienten, die durch eine körperliche Erkrankung eingeschränkt sind, zum Beispiel aufgrund eines Schlaganfalls.

Betreuungs- und Entlastungsleistungen Höhe 2015

Die Betreuungs- und Entlassungsleistungen werden seit dem 1. Januar 2015 nach dem Ausmaß der Einschränkung der Alltagskompetenz beurteilt und bezahlt. Die Aufwendungen für diese Leistungen werden auch erstattet, während Sie als pflegender Angehöriger Verhinderungspflege beanspruchen.

Pflegestufe

Leistungen pro Monat

Pflegestufe I, II, III

ohne erhebliche Einschränkung der Alltagskompetenz

bis zu 104,- Euro

Pflegestufe 0, I, II oder III

mit dauerhaft erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz, der zur Inanspruchnahme des Grundbetrages berechtigt

bis zu 104,- Euro

Pflegestufe 0, I, II oder III

mit dauerhaft erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz, der zur Inanspruchnahme des erhöhten Betrages berechtigt

bis zu 208,- Euro

Auch die Pflegeperson kann zusätzlich Hilfe im Haushalt bekommen. Sollten Betreuungs- und Entlastungsleistungen nicht regelmäßig beansprucht werden, können diese angespart und zu einem späteren Zeitpunkt eingesetzt werden. Nicht genutzte Leistungen können auch ins das nächste Kalenderjahr übertragen werden, sodass dann bei Bedarf eine größere Summe zwecks Entlastung zur Verfügung steht.

Was sind niedrigschwellige Angebote?

Bei niedrigschwelligen Betreuungs- und Entlastungsangeboten handelt es sich um eine Versorgung und Beaufsichtigung in Gruppen durch Helfer, die von fachkundigem Personal angeleitet werden. Sie ersetzen keine Grundpflege wie in einer Tages- oder Nachtpflegeeinrichtung beziehungsweise durch einen ambulanten Pflegedienst, aber sie sind eine wertvolle Zusatzhilfe, damit Sie den Pflegealltag leichter bewältigen können. Die Helfer regen die Pflegebedürftigen auch zu Aktivitäten verschiedener Art an, zum Beispiel zum Singen, Lesen, Gymnastik, Basteln, Backen oder Kochen.

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