Sterbehilfe im Alter: Rechtslage in Deutschland

Was ist Sterbehilfe?

Als Sterbehilfe bezeichnet man alle aktiven und passiven Handlungen, die das Sterben erleichtern. Wenn keine lebensverlängernden Maßnahmen angewendet werden, spricht man von passiver Sterbehilfe. Diese muss jedoch in einer Verfügung vom Betroffenen gewünscht sein. Aktive Sterbehilfe kann direkt mithilfe eines tödlich wirkenden Stoffes oder indirekt z. B. durch hochdosierte Schmerzmittel erfolgen, die durch ihre Nebenwirkungen den Sterbeprozess eines ohnehin geschwächten Menschen beschleunigen.

Aktuelle Rechtslage in Deutschland

Erlaubt ist passive Sterbehilfe, wenn diese vom Patienten verfügt worden ist. Handeln Sie oder ein Arzt gegen die Verfügung eines Menschen, machen Sie sich strafbar, da dies als unterlassene Hilfeleistung nach §323c StGB angesehen wird. Auch indirekte aktive Sterbehilfe ist gestattet. Die Gabe von tödlichen Substanzen gilt dagegen als direkte aktive Sterbehilfe und ist derzeit in Deutschland verboten. Beihilfe zum Suizid wird nicht bestraft, wenn dabei nicht gegen das Betäubungsmittelgesetz (BtmG § 29, 30) verstoßen wird. Ein Arzt darf allerdings einen Suizid nicht unterstützen, da ihm der geleistete Hippokratische Eid dies verbietet.

Reform der Sterbehilfe

Die große Koalition möchte aktuell eine Reform der Sterbehilfe umsetzen, bei der noch strengere Regeln gelten sollen als bisher. Bundeskanzlerin Angela Merkel spricht sich deutlich gegen aktive Sterbehilfe aus. Die SPD ist der Meinung, dass eine verschärfte Gesetzeslage nicht richtig sei. Ärzten solle es erlaubt sein, dem Wunsch des Patienten zu entsprechen und ihm beim Sterben zu helfen. Kommerzielle Sterbehilfe solle dagegen verboten bleiben.

Aktuelle Positionen zur Sterbehilfe

Die Politiker können sich derzeit nicht auf eine Änderung des Gesetzes einigen. Gegner der direkten aktiven Sterbehilfe meinen, der Sterbeprozess müsse nicht beschleunigt werden, da man eventuelles Leiden durch eine gut dosierbare Schmerzmedikation vermeiden könne. Andere quälende Beschwerden werden bei dieser Einstellung jedoch nicht berücksichtigt.

Der größte Teil der Bevölkerung wünschte sich 2014 daher laut einer Umfrage der DAK , das Leben im Fall einer schweren, unheilbaren Krankheit verkürzen zu können, um sich Leiden zu ersparen. In Deutschland darf auch Kindern der Wunsch nach dem Tod nicht erfüllt werden, selbst wenn es für sie keine medikamentöse Erleichterung geben sollte.

Teilen

Artikel bewerten