Vorsorge und Vollmachten im Alter

Welche Vollmachten und Verfügungen brauchen Sie im Alter?

Mit zunehmendem Alter steigt die Wahrscheinlichkeit, dass sich körperliche und/oder geistige Einschränkungen einstellen. Ohne Hilfe können Sie in entsprechenden Situationen Ihre persönlichen Angelegenheiten nur schwer oder gar nicht mehr regeln. Auch wenn Sie sich dies nicht vorstellen mögen, sollten Sie zu Ihrer Sicherheit für solche Notfälle vorsorgen, in dem Sie vertrauenswürdige Personen mit der Durchführung Ihrer Wünsche betrauen. Vorsorge sollten Sie für medizinische, finanzielle und betreuerische Situationen treffen. Die wichtigsten Vollmachten und Verfügungen sind:

• Vorsorgevollmacht
• Patientenverfügung
• Betreuungsverfügung

Damit diese Vollmachten oder Verfügungen rechtswirksam sind, müssen sie korrekt ausgefüllt werden. Lassen Sie sich dabei von versierten Beratern und Ärzten helfen.

Die Vorsorgevollmacht

Wenn Sie durch eine Krankheit oder einen Unfall Ihre Geschäfte nicht mehr selbst tätigen können, ist es hilfreich, wenn eine Vorsorgevollmacht vorliegt. Darin legen Sie fest, welche Person Sie vertreten soll. Das Gericht darf dann keine gesetzliche Betreuung anordnen. Diese Vollmacht können Sie formlos aufsetzen, ohne sie notariell beglaubigen zu lassen. Wenn Sie bei der Formulierung unsicher sind, können Sie sich Muster und Formulare aus dem Internet herunterladen.

Was regelt eine Vorsorgevollmacht?

Die Vorsorgevollmacht bestimmt, dass der Betreuer die finanziellen, organisatorischen und medizinischen Vorgänge für die Person erledigt, die die Vollmacht erteilt hat. Sie erlaubt dem Bevollmächtigten die Regelung der finanziellen Geschäfte, die Vertretung vor dem Gericht und den Behörden sowie bei Abschlüssen von Verträgen. Sollen Grundstücke verwaltet oder Kredite beantragt werden, muss dies extra aufgeführt und von einem Notar oder Betreuungsgericht beglaubigt werden.

Wen Sie als Bevollmächtigten einsetzen sollten

Auf jeden Fall sollten Sie jemanden mit der Vorsorgevollmacht betrauen, dem Sie nahe stehen und dem Sie zutrauen, Ihre Angelegenheiten in Ihrem Sinne zu regeln, zum Beispiel Ihre Kinder. Junge Leute ab 18 Jahren setzen am besten Ihre Eltern als Vertreter ein, denn wenn es zu einem Unfall kommt, dürfen die Ärzte den Eltern nur Auskunft geben, wenn eine entsprechende Vorsorgevollmacht existiert.

Es können auch mehrere Personen beauftragt werden. Außerdem kann eine Person bestimmt werden, die bei Uneinigkeit aller anderen die Entscheidung treffen soll. Sie können auch verschiedene Angelegenheiten auf mehrere Personen verteilen.

Rechtliche Bedingungen für Vorsorgevollmachten

Um eine Vorsorgevollmacht erstellen zu dürfen, muss man mindestens 18 Jahre alt und geschäftstüchtig sowie geistig uneingeschränkt sein. Die Urkunde kann formlos mit der Hand oder dem Computer geschrieben sein und muss dann per Hand mit Datum und Unterschrift bestätigt werden. Um die Vorsorgevollmacht zu bekräftigen, kann sie durch einen Notar oder die preiswertere Betreuungsbehörde beglaubigt werden.

Bei einer Beurkundung durch den Notar können Sie bei der Formulierung von Details eine Beratung in Anspruch nehmen. Zugleich überprüft er Ihre Geschäftsfähigkeit. Die Eintragung der Vorsorgevollmacht können Sie beim zentralen Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer vornehmen lassen, damit sie im Zweifelsfall auffindbar ist.

Die Patientenverfügung

In einer Patientenverfügung legen Sie schriftlich fest, welche medizinischen Behandlungen Sie in Situationen wünschen, in denen Sie Ihren Willen nicht mehr äußern können. Sie sollten in diesem Dokument auch festhalten, welche ärztlichen Maßnahmen Sie in bestimmten Fällen ablehnen. Ihre Entscheidungen müssen detailliert beschrieben werden, damit sie umsetzbar sind und unerwünschte Behandlungen verhindert werden.

Was gehört in eine Patientenverfügung?

Nach dem Gesetz muss eine Patientenverfügung Ihren Namen, Ihre aktuelle Anschrift und Ihr Geburtsdatum enthalten. Sie müssen schriftlich festhalten, für welche Situationen Ihre Vorstellungen gelten sollen, zum Beispiel für den Fall, dass Sie im Koma oder im Sterben liegen. Überlegen Sie, wann und ob Sie lebensverlängernde Maßnahmen wollen, ob Symptome wie Schmerzen gelindert werden sollen und in welchen Situationen Sie bestimmte Formen künstlicher Ernährung wünschen.

Notieren Sie auch, wo Sie sterben möchten und wer Sie begleiten soll. Erklären Sie, dass die Patientenverfügung bis zu Ihrem persönlichen Widerruf verbindlich ist und äußern Sie so viele Hinweise wie möglich, damit Ihre Festlegungen in Ihrem Sinne durchgesetzt werden können.

Empfehlenswert sind eine zusätzliche Vorsorgevollmacht und ein Organspende-Ausweis, auf die Sie in der Patientenverfügung hinweisen sollten. Mit Ihrer Unterschrift und dem Datum der Verfassung besiegeln Sie dieses Dokument, das Sie am besten alle zwei Jahre aktualisieren.

Ist eine Patientenverfügung rechtlich bindend?

Das Recht auf eine Patientenverfügung ist im BGB verankert und dient der Patientensicherheit. Diese Art der Vorsorge ist verbindlich und muss von Angehörigen, vom Arzt und Bevollmächtigten so umgesetzt werden, wie Sie es beschrieben haben. Daher ist es wichtig, alle Situationen und die entsprechenden Maßnahmen zu benennen, für die Sie bestimmte Wünsche haben.

Die häufigsten Fehler in der Patientenverfügung

Ihre Verfügung kann nur umgesetzt werden, wenn Sie genaue Vorstellungen äußern. In vielen Dokumenten stehen zu allgemeine Floskeln, zum Beispiel "Ich möchte nicht künstlich ernährt werden, wenn ich im Sterben liege“ oder „Ich möchte eine künstliche Ernährung, wenn ich im Koma liege“. Das reicht nicht aus. Nehmen Sie eine Beratung durch einen Arzt, unabhängigen Patientenberater, durch Hospize, Kliniken oder Fachanwälte für Medizinrecht in Anspruch und übernehmen Sie die korrekten Formulierungen in Ihre Verfügung. Hilfreiche Formulare finden Sie auch im Internet.

Die Betreuungsverfügung

Wer so krank, pflegebedürftig oder behindert ist, dass er Unterstützung zur Erledigung seiner persönlichen Angelegenheiten benötigt, kann er einer Person seines Vertrauens eine Vollmacht erteilen oder beim Betreuungsgericht einen Betreuer bestellen. Wenn Sie zum Beispiel dement sind oder im Koma liegen, können Verwandte, Freunde oder andere Dritte einen Berufsbetreuer beantragen. Professionelle gesetzliche Betreuung bieten auch Ehrenamtliche an, die speziell auf ihr Amt vorbereitet werden.

Rechte und Pflichten des Betreuers

Soll ein Familienmitglied für Ihre Betreuung eingesetzt werden, muss das Gericht zustimmen. Der Betreuer bekommt einen Ausweis, in dem seine Aufgaben genau beschrieben sind. Nur in den deklarierten Bereichen darf er Sie vertreten. Um nachzuweisen, dass er korrekt gehandelt hat, muss er einmal jährlich dem Vormundschaftsgericht einen Bericht vorlegen. Als Betreuer ist er ehrenamtlich tätig und bekommt daher keine Vergütung.

Darum kümmert sich der gesetzliche Betreuer

Nach § 1902 BGB vertritt der Betreuer Sie in Fragen der Gesundheit, des Aufenthaltswunschs, bei Wohnungsangelegenheiten, Versicherungen oder der Vermögenssorge. Nach Absprache mit Ihnen kann er Entscheidungen treffen und Verträge unterschreiben. Das gilt auch, wenn Sie noch geschäftsfähig sind. Ihr Betreuer sollte sich zu seinem Schutz gegen Haftungsrisiken versichern lassen, falls ihm versehentlich ein Fehler unterläuft.

Vorlagen für Vollmachten

• Vorsorgevollmacht
• Patientenverfügung
• Betreuungsverfügung
Evtl. weitere Vorlagen für einzelne Vollmachten, zum Beispiel für Wohnungsangelegenheiten, Rentenangelegenheiten, für das Sozialamt, für die Vertretung vor Gericht, für Abholung von Ausweisen
(Vorlagen werden durch Designerin erstellt)

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