Altersgerechter Umbau: Unterstützung finden

Beim barrierefreien und altersgerechten Umbau einer Wohnung ist eine Vielzahl von Vorschriften zu beachten. So gelten für die Schaffung barrierefreien Wohnraums die Bauordnungen der Bundesländer. Daneben müssen Handwerker gefunden werden, die auf das barrierefreie Umbauen von Wohnraum spezialisiert sind. Die wichtige Frage der Finanzierung muss geklärt und eine Menge Anträge müssen gestellt werden. Schnell können Angehörige von pflegebedürftigen und behinderten Menschen hiermit überfordert sein. Inzwischen gibt es aber eine Vielzahl von Beratungsstellen, die den Laien unterstützen können.

Wer hilft bei der barrierefreien Modernisierung?

Eine Möglichkeit ist, sich durch die Pflegekassen oder die von diesen betriebenen Pflegestützpunkten beraten zu lassen. Nach Paragraph 7a SGB XI haben alle Versicherten und ihre Angehörigen einen Anspruch auf eine kostenlose Pflegeberatung, welche auch Wohnraum-Anpassungsmaßnahmen beinhaltet. Viele Pflegekassen haben eine besondere Abteilung, die ihre Mitglieder dabei begleitet. Die Pflegekassen zahlen zur Wohnraumanpassung einen Zuschuss von höchstens 2557 Euro. Daneben gibt es zunehmend freie und unabhängige Pflegeberater, welche die gesamte Planung inklusive der Fördermittelbeantragung gegen ein Honorar übernehmen. Der Vorteil ist aber, dass die Beratung unabhängig ist und der Klient sich um nichts kümmern muss.

Wohnberatungsstellen

In vielen Bundesländern gibt es darüber hinaus Wohnberatungsstellen, die von unterschiedlichen Trägern, Vereinen und Wohlfahrtsorganisation getragen werden. Die Wohnberatung unterstützt die Betroffenen in allen Fragen des Wohnens, bei der Auswahl von Alltagshilfen und technischen Hilfsmitteln, bei Ausstattungsveränderungen in der Wohnung und bei Umbauten, bei der Suche nach geeigneten Pflegediensten und passenden Wohnformen sowie bei Finanzierungen und Antragstellungen. In manchen Städten bieten auch die örtlichen Handwerkskammern und Architekten eine kostenlose Wohnberatung an.

Handwerker, Zertifizierungen, DIN-Normen

Erkundigen Sie sich bei ihrer örtlichen Handwerkskammer über eine solche Beratungsmöglichkeiten und fragen Sie nach zertifizierten Anbietern. Nur diese wissen, wie man beim Umbau die erforderlichen Normen einhält. So  gilt für barrierefreie Umbauten in Wohnungen die DIN 18040-2. Auch Produkte und Dienstleistungen können zertifiziert werden und somit eine vertrauensvolle Basis schaffen. Der TÜV Rheinland hält eine Datenbank bereit, in der Sie die Zertifikate überprüfen und nach zertifizierten Fachleuten suchen können.  

Seniorenberatungsstellen informiert auch bei Umbaumaßnahmen

Sollte keine Wohnberatungsstelle in ihrem Bundesland oder in ihrer Nähe vorhanden sein, dann können Sie auch eine Seniorenberatungsstelle aufsuchen, die es bundesweit in vielen Landkreisen und Städten gibt. Diese Beratungsstellen sind direkt bei den Kommunen angesiedelt. Da diese Beratung in den Bundesländern unterschiedlich geregelt ist, wenden Sie sich am besten an ihre örtliche Landkreisverwaltung und fragen nach einer solchen Seniorenberatungsstelle.

Weitere kompetente Ansprechpartner 

Eine weitere gute Anlaufstelle sind insbesondere auch die örtlichen Verbraucherzentralen, die  gut über Förderprogramme von Bund und Länder informieren und mit Ihnen einen sinnvollen Finanzierungsplan erarbeiten können. Sollten Sie einen Förderungskredit der KfW Bank in Anspruch nehmen wollen, so können Sie eine umfangreiche Beratung durch die KfW Bank wahrnehmen. Bevor Sie Förderanträge stellen, sollten Sie sich unbedingt durch einen örtlichen Handwerker vor Ort beraten lassen. Achten Sie darauf, dass der Handwerker zertifiziert ist, also Erfahrung beim barrierefreien Umbau von Wohnungen hat und sich auch in diesem Bereich fortlaufend weiterbilden lässt. Lassen Sie vor Auftragserteilung einen kostenlosen Kostenvoranschlag erstellen.


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