Unfälle im Haushalt vermeiden

Wussten Sie, dass die meisten Unfälle im Haushalt Stolperfälle oder Sturzunfälle sind? Diese passieren meistens beim nächtlichen Toilettengang oder beim Aussteigen aus der Dusche, also in alltäglichen Situationen. Je älter der Mensch wird, umso größer wird die Gefahr, zu stolpern und sich zu verletzen. Mit einigen Veränderungen können Sie Ihre Wohnung jedoch wieder zu einem sicheren Ort  machen.

Fit im Alter bleiben

Der beste Schutz gegen altersbedingte Unfälle in der häuslichen Umgebung ist fit zu bleiben. Dazu müssen sowohl die körperlichen als auch die geistigen Leistungsfähigkeiten regelmäßig trainiert werden. Im Alter nehmen zwar die Zahl der Gehirnzellen und die Signalübertragung ab, aber mit vielseitigen Übungen lassen sich neue Verknüpfungen zwischen den Nervenzellen herstellen, die den Verlust ausgleichen. Außerdem kann das erwachsene Gehirn auch neue Nervenzellen bilden, wenn man körperlich und geistig aktiv bleibt. Nutzen Sie daher jede Gelegenheit, um sich Bewegung zu verschaffen, und beschäftigen Sie Ihren Geist mit vielseitigen Aufgaben.

Rechtzeitig Hilfe in Anspruch nehmen

Wenn Sie merken, dass die geistige und körperliche Fitness nicht mehr ausreichen  oder durch Krankheit und Behinderung eingeschränkt sind, sollten Sie rechtzeitig Hilfe in Anspruch nehmen, bevor es zu einem Unfall kommt. In diesem Fall gibt es eine Vielzahl von Möglichkeiten und Institutionen, die Ihnen Hilfestellung bieten können. Erster Ansprechpartner ist meist der Hausarzt. Er kann Ihnen bei allen medizinischen Fragen helfen. Überprüfen Sie auch Ihre Wohnung gemeinsam mit einem Verwandten oder Freund auf eventuelle Stolperfallen.

Checkliste Stolperfallen beseitigen

Wenn Sie nicht sicher sind, ob Sie alle gefährlichen Stellen entdeckt haben, überprüfen Sie anhand der folgenden Liste, ob weitere Mängel vorhanden sind, die es abzustellen gilt:

  1. Ist der Zugang im Außenbereich durch ein Treppengeländer gesichert?
  2. Sind die Fußböden und Treppen vollflächig mit rutschfestem Bodenbelag versehen?
  3. Sind Treppen gewendelt oder die Stufen abgeschrägt? Wenn ja, sollten bauliche Veränderungen vorgenommen werden.
  4. Sind bei Treppen Handläufe innen und außen angebracht? Handläufe sollten über den Anfang und das Ende der Treppe hinausgehen.
  5. Ist ein elektrischer Türdrücker bzw. eine Sprechanlage vorhanden?
  6. Gibt es ein Notrufhilfesystem, mit dem Sie im Falle eines Sturzes Hilfe holen können?
  7. Kann das Telefon beim Sturz gut erreicht werden?
  8. Ist ausreichend Licht vorhanden? Gibt es Bewegungsmelder und ein Nachtlicht im Schlafzimmer?
  9. Sind Türschwellen vorhanden?
  10. Ist die Tür breit genug für einen Rollstuhl oder Rollator?
  11. Sind die Sitzmöglichkeiten in der Küche bequem mit Rollstuhl oder Rollator erreichbar?
  12. Sind die Sitzmöglichkeiten in der Wohnung rutschfest?
  13. Können häufig benutzte Gegenstände in Schränken gut erreicht werden?
  14. Ist im Bad ein schwellenloser Zugang zur Dusche möglich?
  15. Ist ein Duschhocker vorhanden?
  16. Ist die Toilettenhöhe der Körpergröße angepasst?
  17. Gibt es genügend Haltegriffe im Bad/Dusche/Toilette?
  18. Sind alle Lichtschalter gut erreichbar?
  19. Sind Ablagemöglichkeiten am Bett vorhanden?
  20. Ist das Bett mit Rollstuhl oder Rollator erreichbar?
  21. Ist die Betthöhe der Körpergröße angepasst?
  22. Gibt es im Haushalt frei herumlaufende Haustiere?
  23. Gibt es Gegenstände in der Wohnung, die zu Stolperfallen werden könnten?

 

Barrierefreier Umbau

Wenn Sie anhand dieser Checkliste überprüft haben, ob Ihre Wohnung sturz- und stolpersicher ist, können Sie besser beurteilen, ob  Wohnraum-Anpassungsmaßnahmen durchgeführt werden müssen. Sollten Veränderungen notwendig sein, können Sie sich durch zertifizierte Handwerker beraten lassen, was zu tun ist. Sind Sie pflegebedürftig, können Sie sich auch von der örtlichen Pflegeberatung der Pflegekassen beraten lassen. Bei einer Umbaumaßnahme sollten Sie nur Handwerker beschäftigen, die bereits Erfahrungen mit dem barrierefreien Umbau von Wohnungen haben.

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