Ratgeber Polnische Pflegekräfte / Osteuropäische Pflegekräfte

Polnische Pflegekräfte

Im Alter sind viele Menschen und deren Angehörige gezwungen sich Hilfe und Unterstützung in den Haushalt zu holen, sofern sie alleine nicht mehr zurechtkommen und ein Pflegeheim nicht in Frage kommt. Mehr als 150.000 Pflegerinnen und Haushaltshilfen aus Osteuropa betreuen mittlerweile in Deutschland pflegebedürftige Senioren. Die Mehrzahl von ihnen arbeitet dabei schwarz.






Polnische Pflegekräfte Ratgeber"

Denition Polnische Pflegekräfte / Osteuropäische Pflegekräfte

Als „polnische Pflegekraft“ werden inzwischen alle Frauen, die aus einem osteuropäischen Land kommen und Menschen in Deutschland im Haushalt helfen und sie pflegerisch versorgen, genannt. Doch kommen diese polnischen Pflegekräfte, auch wenn es der Name vermuten ließe, nicht nur aus Polen sondern auch aus Rumänien, Tschechien, Ungarn oder anderen osteuropäischen Ländern. Trotzdem dominieren die Betreuungskräfte, Haushaltshilfen und Pflegekräfte aus Polen, da für Mitgliedsstaaten, die 2004 in die EU eintraten, erst 2011 die Arbeitnehmerfreizügigkeit in Kraft trat. Zu diesem Zeitpunkt bot der Markt schon viele polnische Anbieter.


Leistungen einer Polnischen Pflegekraft

Die Grundpflege, wie zum Beispiel die Hilfe beim An- und Auskleiden, beim Toilettengang, Waschen oder auch einkaufen und kochen, kann durch die polnische bzw. osteuropäische Pflegekraft geleistet werden, da man hierfür keine examinierte Pflegekraft benötigt. Die medizinische Behandlungspflege darf hingegen nur durch eine examinierte Pflegekraft durchgeführt werden. Dazu zählen zum Beispiel Blutdruck messen oder Spritzen geben. Manchmal kann es daher nötig sein zusätzlich zur polnischen Pflegekraft einen ambulanten Pflegedienst zu beauftragen.

Vor- und Nachteile

Folgende Gründe können für eine osteuropäische Pflegekraft sprechen:

  • Die Pflegebedürftigen wollen ihr Zuhause nicht verlassen

  • Das Pflegeheim ist keine Option

  • Die osteuropäische Pflegekraft ist günstiger als eine deutsche Betreuungskraft

  • Die Betreuung ist rund um die Uhr möglich, also auch nachts

  • Körperliche und psychische Entlastung der Angehörigen

  • Unterhaltung und gemeinsame Aktivitäten

Eine polnische Pflegekraft anzustellen bedeutet, dass man mit ihr zusammenlebt und sie rund um die Uhr da ist. Man teilt deshalb also die Privatsphäre. Es ist außerdem wichtig sich zu verstehen, sowohl sprachlich als auch menschlich. Achten Sie deshalb darauf, eine polnische Pflegekraft mit guten Deutschkenntnissen zu engagieren, da sich hierdurch schneller und einfacher eine Beziehung entwickeln kann. Es ist alles in allem immer sinnvoll mit den Angehörigen darüber zu sprechen worauf es bei der polnischen Pflegekraft ankommt und was einem persönlich wichtig ist.

Vermittlung und Kosten

Für eine legale Hilfskraft müssten Pflegebedürftige und ihre Angehörigen zwischen 2000 und 5000 Euro pro Monat zahlen. Die Kosten sind abhängig von der Beschäftigungsart (Arbeitgebermodell, Entsendemodell oder die Beschäftigung einer selbstständigen Betreuungsperson), dem Pflege- und Betreuungsaufwand, ihren Deutschkenntnissen und ihren Qualifikationen. Die Beratung zur 24 Stunden Pflege ist kostenlos und unverbindlich. Für die Vermittlung einer Betreuungskraft können Gebühren anfallen. Das hängt von den unterschiedlichen Vermittlungsmodellen ab. Achten Sie beim Vergleich der unterschiedlichen Agenturen, dass alle Preise offen gelegt werden.
Arbeitgebermodell:
Der Angehörige ist der direkte Arbeitgeber mit allen Rechten und Pflichtendes deutschen Arbeitsrechts der polnischen Pflegekraft. Dies umfasst: Lohnfortzahlung im Krankheitsfall, Kündigungsschutz, Versicherungsschutz, Arbeitszeiten, Urlaubsansprüche und Anspruch auf Sozialleistungen. Dabei müssen aufgrund des deutschen Arbeitszeitgesetzes mehrere Kräfte gleichzeitig beschäftigt und bezahlt werden. Somit ist dieses Modell das teuerste Modell und die Kosten betragen in der Regel monatlich mindestens 5000€.
Entsendemodell:
Der Angehörige tritt als Arbeitgeber gegenüber einer Agentur auf, die 24-Stunden-Betreuung für ihren Angehörigen organisiert. Die Betreuungskraft ist bei dem Entsendeunternehmen in ihrem Heimatland angestellt und wird dann nach Deutschland entsendet. Die komplette Abwicklung regelt die deutsche Vermittlungsagentur. Das Entsendeunternehmen wiederum sorgt dafür, dass die Betreuungsperson versichert ist, was durch die A1-Bescheinigung bestätigt wird und nachgewiesen werden sollte. Der Auftraggeber zahlt einen festen monatlichen Betrag an die deutsche Vermittlungsagentur oder an das ausländische Unternehmen, von welchem die polnische Pflegekraft bezahlt wird.
Beschäftigung einer selbstständigen Betreuungsperson:
Der Angehörige kann auch eine selbstständige Betreuerin beschäftigen. Hier besteht allerdings das Risiko der „Scheinselbstständigkeit“, sodass Nachzahlungen aufgrund von Sozialabgaben und Versicherungsleistungen fällig werden. Die Pflegekraft muss mehrere Kunden haben. Die Kosten für eine polnische Pflegekraft nach diesem Modell variieren monatlich meist zwischen 1800 und 3000€. Somit ist der Vorteil klar in den niedrigen Kosten zu sehen.

Legalität

Oftmals werden die osteuropäischen Pflegekräfte illegal angestellt. Der Grund für die riesige Zahl der illegalen Hilfskräfte sind die hohen Kosten, die eine Rund-um-die-Uhr-Betreuung durch einen ambulanten Pflegedienst sonst verursachen würde: Bis zu 8000 Euro können sich nur die allerwenigsten Pflegebedürftigen und deren Angehörige leisten. Dennoch kommt ein Pflegeheim für viele nicht in Frage – oft sind es allgemeine Vorurteile gegenüber der Heimunterbringung, die Betroffene davor zurückschrecken lassen. Die Beschäftigung einer illegalen Pflegekraft ist jedoch eine Straftat, die bei ihrer Entdeckung mit hohen Bußgeldern geahndet werden kann. Die meisten Behörden dulden illegale Pflegekräfte trotzdem, da ohne sie das Pflegesystem vermutlich zusammenbrechen würde.

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