Pflegehilfsmittel richtig beantragen

Was sind Pflegehilfsmittel?

Pflegehilfsmittel sollen die Pflege daheim erleichtern, dem Pflegebedürftigen trotz seiner Einschränkung eine gewisse Selbstständigkeit ermöglichen und seine Beschwerden lindern. Dazu werden technische Hilfsmittel benötigt, die den Pflegenden entlasten, zum Beispiel durch ein verstellbares Pflegebett. Auch der Pflegebedürftige soll mithilfe von verschiedenen Geräten seine Mobilität beibehalten oder erweitern. Wichtige Pflegehilfsmittel sind zudem Materialien, die für Pflegetätigkeiten und die Hygiene benötigt und anschließend weggeworfen werden.  Zudem sollen Pflegehilfsmittel Beschwerden vorbeugen und lindern, die noch vorhandenen Fähigkeiten des Pflegebedürftigen fördern und damit eine selbstständige Lebensführung ermöglichen. Weiterhin müssen die Körperpflege und die Hygiene erleichtert werden und die Pflegeperson vor Ansteckung oder Verschmutzung geschützt werden. Auch ein Notrufsystem gehört zur Versorgung mit Pflegehilfsmitteln.

Arten von Pflegehilfsmitteln

Im Hilfsmittelverzeichnis nach Paragraph 139 SGB V sind alle Pflegehilfsmittel beschrieben, deren Kosten die Pflegekasse bezahlt. Sie werden in mehrere Kategorien eingeteilt:
• Zur Pflege-Erleichterung
• Für die Körperpflege und Hygiene
• Für ein selbstständigeres Leben und mehr Mobilität
• Zur Linderung von Beschwerden
• Zum Verbrauch bestimmte Produkte

Pflegehilfsmittel zum Verbrauch

Zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel sind zum Beispiel:
• Bettschutzeinlagen zum einmaligen Gebrauch
• Inkontinenzmaterial wie Vorlagen und Inkontinenzhosen
• Produkte zum Schutz des Körpers und der Kleidung, zum Beispiel Einmalhandschuhe, Mundschutz und Schutzschürzen
• Hygieneartikel wie Hände- und Flächendesinfektionsmittel

Diese Pflegehilfsmittel können Sie in der Apotheke, im Sanitätsgeschäft oder online kaufen. Die Kosten übernimmt die Pflegekasse bis zu einem Betrag von 40 Euro monatlich (Stand 2015). 

Pflegehilfsmittel beantragen

Voraussetzung für den Erhalt von Pflegehilfsmitteln ist mindestens die Pflegestufe I. Menschen mit Demenz in Pflegestufe 0 haben ebenfalls Anspruch bei erheblichem allgemeinem Betreuungsbedarf. Die benötigten Pflegehilfsmittel können Sie entweder schriftlich oder telefonisch bei der Pflegekasse beantragen. Wichtig ist, dass sie den Zweck des Hilfsmittels angeben: Es muss entweder zur „Erleichterung der Pflege“, zur „Erhaltung der Selbstständigkeit“ oder zur „Linderung von Beschwerden“ benötigt werden.
Hat der Medizinische Dienst der Krankenkassen (MDK) nach der Begutachtung die Pflegebedürftigkeit Ihres Angehörigen schon vermerkt, bekommt er die Erstattung von 40 Euro jeden Monat automatisch überwiesen. Die Zuzahlung für ein technisches Pflegehilfsmittel beträgt zehn Prozent der Kosten, jedoch maximal 25 Euro.

Welche Hilfsmittel übernimmt die Pflegekasse?

Pflegehilfsmittel werden von der Pflegekasse bezahlt, wenn die Pflege zu Hause erfolgt. Der Pflegebedürftige muss mindestens in Pflegestufe I eingeordnet sein. Auch an Demenz erkrankte Personen in Pflegestufe 0 mit dauerhaft erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz im Sinne von § 45a SGB XI haben Anspruch auf die Leistungen der Pflegeversicherung. Technische Hilfsmittel werden von der Pflegekasse teilweise nur dann bewilligt, wenn die Pflegebedürftigen sich die Hilfsmittel anpassen oder in deren Gebrauch ausbilden lassen.

Wie hoch ist die Zuzahlung?

Aktuell zahlt die Pflegekasse bis zu 40 Euro monatlich (Stand 2015), für Pflegehilfsmittel, die zum Verbrauch bestimmt sind. Sollten die Kosten dieser Hilfsmittel den maximalen Festbetrag überschreiten, müssen die zusätzlichen Ausgaben vom Pflegebedürftigen bezahlt werden. Ansonsten brauchen hier keine Zuzahlungen geleistet werden.
Technische Hilfsmittel, zum Beispiel ein Pflegebett, werden von der Pflegekasse übernommen. Der Pflegebedürftige beteiligt sich beim Kauf mit zehn Prozent des gesamten Betrags an den Kosten, jedoch mit maximal 25 Euro. Diese Hilfsmittel können zum Teil auch leihweise genutzt werden und sind in dem Fall zuzahlungsfrei.

Was tun bei Widerspruch?

Wurde der Antrag auf Pflegehilfsmittel abgelehnt, schalten Sie unbedingt einen Rechtsanwalt ein. Ist Ihr Angehöriger mindestens in Pflegestufe I und benötigt bestimmte Hilfsmittel, die einen oder mehrere der oben beschriebenen Zwecke erfüllen, hat er Anspruch auf Pflegehilfsmittel. Erklären Sie dem Anwalt genau die Pflegesituation und warum die Hilfsmittel notwendig sind.

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