Beruf und Pflege organisieren

Anlaufstellen im Pflegefall

Als Berufstätiger muss man die Pflege und Betreuung seines Angehörigen besonders gut planen, denn es sollen gleich mehrere Aufgaben unter einen Hut gebracht werden. Erste Auskünfte zur Pflegeunterstützung geben Ihnen der Arzt, das Krankenhaus und die Krankenkasse des Betroffenen. Umfangreiche Informationen und Hilfe bieten auch die Pflegestützpunkte vor Ort, die ebenfalls telefonisch erreichbar sind. Ein Pflegedienst kann Sie beraten und zugleich bei der Pflege entlasten. Vom Sozialamt bekommen Sie Auskünfte über mögliche finanzielle Unterstützungen. Selbsthilfegruppen zu entsprechenden Erkrankungen verfügen über einen reichen Erfahrungsschatz und können Ihnen zu vielen Fragen rund um die Pflegezeit Tipps geben.

Pflegeunterstützungsgeld ab 2015

Manchmal tritt eine Pflegesituation ganz plötzlich ein, sodass man vor vollendeten Tatsachen steht. In solchen Fällen können Sie sich bis zu zehn Tage lang ohne vorherige Ankündigung von Ihrem Arbeitgeber freistellen lassen, um die Pflege Ihres erkrankten Familienmitglieds zu organisieren. Als Ersatz für den Lohnausfall bekommen Sie während dieser Zeit von der gesetzlichen Pflegeversicherung seit Januar 2015 Pflegeunterstützungsgeld in Höhe von 67 Prozent Ihres üblichen Bruttolohns, von dem Sie die Hälfte Ihrer Sozialabgaben selbst übernehmen müssen.

Pflegezeit

Wenn Sie einen nahen Angehörigen ganztags oder stundenweise selbst zu Hause pflegen möchten, können Sie nach dem neuen Pflegezeitgesetz für sechs Monate eine komplette oder teilweise Freistellung von Ihrem Job beantragen. Während der gewünschten Zeit sind Sie weiterhin sozialversichert, bekommen jedoch keine Lohnzahlungen. Der Arbeitgeber muss Ihrem Wunsch nachkommen, wenn der Betrieb mehr als 15 Mitarbeiter beschäftigt. Außerdem müssen Sie nachweisen können, dass Ihr Angehöriger pflegebedürftig ist.

Familienpflegezeit

Reichen sechs Monate nicht aus, um Ihren Angehörigen zu versorgen, haben Sie die Möglichkeit, sich bis zu zwei Jahre lang teilweise freistellen zu lassen, müssen jedoch wenigstens 15 Stunden pro Woche in Ihrem Beruf arbeiten. Bei längeren Auszeiten von mehr als zehn Tagen können Sie beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben ein zinsloses Darlehen beantragen, das die Hälfte Ihres fehlenden Nettogehalts abdecken soll. Die Familienpflegezeit können Sie sich auch mit mehreren Familienmitgliedern teilen.

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