Wann ist Aufbaunahrung für Senioren sinnvoll?

Die Ernährung ist im hohen Alter oft mangelhaft

Die Lebensumstände und die Gesundheit älterer Menschen wirken sich automatisch auf die Ernährung aus. Während sich die meisten Senioren bis Ende des siebten Lebensjahrzehnts noch selbst versorgen und kochen können, fällt es Hochbetagten ab 80 deutlich schwerer. Ist zudem die Bewegung eingeschränkt, weil sich chronische Krankheiten eingestellt haben, fehlt den Betroffenen der Sinn für eine ausgewogene Ernährung.

Wenn Durst und Appetit fehlen

Bei älteren Menschen fehlt zudem das Durstgefühl, der Geruchs- und Geschmackssinn verändern sich oder lassen nach. Dies führt dazu, dass die Senioren zu wenig trinken und essen, weil ihnen der Appetit fehlt. Die Folge ist eine Gewichtsabnahme. Ein paar Pfund weniger stellen noch kein Problem dar, aber wenn der BMI einen Wert von 20 bis 22 unterschreitet, sollte die Ernährung überprüft werden.

Kau- und Schluckstörungen

Bei einigen Senioren erschweren oder verhindern Kau- und Schluckstörungen die Nahrungsaufnahme. Wenn Zahnprothesen nicht tadellos sitzen, mag man nicht damit essen. Auch die Aufnahme der Nährstoffe im Darm ist bei vielen älteren Menschen reduziert.

Essstörungen bei Demenzkranken

Demenzkranke leiden aufgrund vieler weiterer Beschwerden unter Essstörungen, zum Beispiel, weil sie die Mahlzeiten gar nicht wahrnehmen, weil sie sich nicht äußern können, was sie gern essen möchten, oder weil sie nicht einsehen, dass sie überhaupt etwas essen müssen.

Zusatznahrungen sind in verschiedenen Zusammensetzungen erhältlich

Ist die Nahrungsaufnahme über einen längeren Zeitraum mangelhaft, sodass weder Energie- noch Nährstoffbedarf gedeckt werden können, sind Aufbaunahrungen eine große Hilfe. Sie sind speziell auf verschiedene Bedürfnisse eingestellt, daher gibt es die Produkte als Serie in verschiedenen Geschmacksrichtungen. Sie sind für den normalen oder hochkalorischen Bedarf konzipiert, für eine gestörte Darmflora, mit viel Eiweiß, ohne Gluten, ohne Laktose oder mit vielen Ballaststoffen zusammengestellt.

Zusatznahrung wird auf Rezept verordnet

Aufbaunahrung kann entweder ausschließlich oder zusätzlich zu normalem Essen verabreicht werden, wenn dieses allein nicht den täglichen Bedarf deckt. Eine weitere Möglichkeit ist, die Zusatznahrung als Zwischenmahlzeit zu verwenden. Grundsätzlich sollten Sie die Gabe von Aufbaunahrung mit dem behandelnden Arzt besprechen.
Er entscheidet nach gründlicher Untersuchung, welches Produkt für den Patienten sinnvoll ist, und kann es auf Rezept verordnen. Die Verordnung richtet sich nach dem Krankheitsbild. Eine Pflegestufe muss nicht vorhanden sein, damit die Kosten übernommen werden.

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