Pflegende Angehörige: Unterstützung annehmen

Belastungen in der Pflege

Dass die Pflege vielen Angehörigen über den Kopf wächst, beweisen neue Umfragen des Meinungsforschungsinstituts Forsa: Mehr als die Hälfte der Betroffenen fühlt sich durch die Belastungen der häuslichen Versorgung eines Pflegebedürftigen überfordert, viele von ihnen sogar ständig. Vor allem die Betreuung von Menschen mit Demenz ist anspruchsvoll. Die Folgen sind Rückenschmerzen, Schlafstörungen, depressive Verstimmungen, Angstzustände und Atembeschwerden.

Zeichen der Überlastung in der Pflege

Wird diese Belastung zum Dauerzustand, können sich Nervosität, Reizbarkeit und Erschöpfung einstellen. Nehmen Sie diese Anzeichen einer Überbelastung nicht ernst, kann sich daraus ein Burnout-Syndrom mit Depressionen entwickeln. Auch der Körper macht schlapp. Da das vegetative Nervensystem aus der Balance geraten ist, werden entsprechende Signale an alle Organe weitergegeben. Je nach persönlicher Empfindlichkeit schlägt Ihnen der Stress dann zum Beispiel auf den Magen, verursacht Kopfschmerzen oder stört den Schlaf.

Unterstützung durch die Pflegeversicherung

In einem Pflegestützpunkt in Ihrer Nähe bekommen Sie einen Überblick über die Leistungen der Pflegeversicherung Ihres Angehörigen und Hilfe bei der Antragstellung auf Pflegeleistungen. Sind Sie selbst erkrankt, hat der Pflegebedürftige, wenn er in einer Pflegestufe ist, Anspruch auf eine sogenannte Verhinderungspflege. Auch Urlaub sollten Sie sich gönnen: Ihr Angehöriger wird währenddessen in einer Einrichtung für Kurzzeitpflege versorgt. Bis zu vier Wochen Kurzzeit- oder Verhinderungspflege pro Jahr stehen dem Pflegebedürftigen unabhängig von der Pflegestufe zu.

Unterstützung durch Selbsthilfegruppen und Ehrenamtliche

Nutzen Sie auch die Unterstützung von ehrenamtlichen Helfern, die Ihren pflegebedürftigen Angehörigen betreuen, während Sie Ihre Kraftreserven wieder auftanken können. Ehrenamtliche helfen auch im Haushalt, machen Besorgungen oder erledigen Arbeiten, für die Sie einfach keine Zeit und Energie mehr haben.
Praktische Tipps und seelische Unterstützung bekommen Sie in Selbsthilfegruppen, in denen sich Menschen treffen, die selbst Angehörige pflegen. Zudem tut es gut, sich austauschen zu können und sich bewusst zu machen, dass Sie mit Ihren Sorgen und Problemen während der Pflegezeit nicht allein sind.

 



Teilen

Artikel bewerten