Zuhause sterben

Blumen verwelkt

Der Wunsch aller: einfach einschlafen

Nach einem langen erfüllten Leben zu Hause zu sterben, möglichst im Kreis seiner Familie, so stellen sich die meisten Menschen ihren Tod vor. Der größte Wunsch ist aller ist es, über Nacht einfach einzuschlafen, ohne dabei zu leiden. Doch diese angenehme Form des Sterbens ist leider nicht jedem vergönnt.

In vertrauter Umgebung sterben

Solange man gesund ist, wünscht man sich, die Sterbephase in einer vertrauten Umgebung erleben, in der man sich wohl fühlt und nicht allein ist. Wenn eine medizinische Versorgung nicht notwendig ist oder problemlos zu Hause ambulant stattfinden kann, ist dies auch möglich. Dazu müssen die Angehörigen allerdings in der Lage sein, die Situation zu akzeptieren und mitzutragen.

Bei heftigen Beschwerden besser ins Krankenhaus

Wer sehr krank ist und unter vielen Beschwerden leidet, zieht eine lückenlose medizinische Betreuung meist vor und fühlt sich unter Umständen in der Palliativstation eines Krankenhauses sicherer. Dort wird er rund um die Uhr fachgerecht versorgt und muss weder unter Schmerzen noch unter anderen Beschwerden leiden.
Manche möchten auch ihrer Familie diese intensive Betreuung nicht zumuten und ihnen die anstrengende Sterbephase ersparen. Andere haben keine Verwandten oder Freunde, die sich um sie kümmern könnten. Daher bleibt ihnen keine andere Möglichkeit, als sich auf einer Palliativstation oder in einem Hospiz versorgen zu lassen.

Jeder stirbt anders

Sterben ist ein sehr individueller Vorgang, den jeder anders erlebt. Dazu kommen die Umstände, unter denen diese Abschiedsphase stattfindet. Es kommt darauf an, ob man sich zu Hause wohl fühlt, unter welcher Erkrankung man leidet und wie man mit dem Sterben umgeht. Wer große Ängste hat, braucht eine umfassende psychologische Betreuung oder Seelsorge, die zu Hause möglicherweise nicht jederzeit gewährleistet ist. Dennoch sollte, wenn möglich, der Sterbende entscheiden, wo er sein möchte.

Umgang mit der intensiven Lebensphase

Wenn die Angehörigen des Sterbenden nicht mit einer solchen Situation umgehen können und sich abwenden, statt ihn zu unterstützen, ist das Zuhause nicht der optimale Ort, die letzten Tage zu verbringen. Mithilfe von ehrenamtlichen Sterbeberaterinnen und/oder Psychologen können Verwandte und Freunde jedoch eventuell lernen, den Tod als normalen Bestandteil des Lebens zu akzeptieren und die verbleibenden Stunden mit dem Betroffenen so intensiv wie möglich zu nutzen.

Schließlich geht es darum, den letzten Lebenstagen möglichst viel Qualität zu verleihen, statt die Sterbephase lediglich hinaus zu schieben. Sowohl der Sterbende als auch die Angehörigen müssen lernen, loszulassen. Wer sich verzweifelt an das Leben klammert, erlebt die letzten Tage in Unruhe und Verzweiflung. Auch Familie und Freunde müssen dem Sterbenden vermitteln, dass er in Frieden gehen darf.

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