Pflegeheim Finanzierung: Was zahlt die Pflegeversicherung?

Wie viel kostet ein Heimplatz?

In vielen Fällen ist es notwendig, dass ein Pflegebedürftiger dauerhaft in eine stationäre Einrichtung zieht. Stationär bedeutet, dass der Pflegebedürftige 24 Stunden in der Einrichtung untergebracht ist und in der Regel keinen eigenen Haushalt hat. Das kann ein Pflegeheim aber auch eine Seniorenresidenz sein. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl an unterschiedlichen Wohn- und Pflege-Angeboten. Der Pflegesatz oder das Heimentgelt sind die Kosten, die ein Bewohner eines Heimes für die Unterbringung und die Pflege aufbringen muss. Das Heimentgelt umfasst die Kosten für folgende Leistungen:

  • Pflege
  • Unterkunft und Verpflegung
  • Investitionen
  • besonderen Komfort hinsichtlich Unterkunft und Verpflegung
  • zusätzlichen pflegerisch-betreuenden Service.

Die Kosten sind regional unterschiedlich und hängen stark von der Pflegestufe des Bedürftigen ab. Bei Pflegestufe I belaufen sich die Heimkosten im Durchschnitt bei 2500€. Bei Pflegestufe III kostet ein Heim im Durchschnitt 3.500€.

Übersicht der Leistungen bei stationärer Pflege

Je nach Pflegestufe übernimmt die Pflegekasse einen Teil der Heim-Kosten. Seit dem 01. Januar 2015 betragen die Leistungen der Pflegeversicherungen bei stationärer Pflege:

  • Pflegestufe I    - 1.064 €
  • Pflegestufe II   - 1.330 €
  • Pflegestufe III  - 1.612 €
  • Härtefall          -  1.995 €

Die restlichen Kosten müssen der Bedürftige oder deren Angehörige zahlen, wenn keine private Pflegezusatzversicherung vorhanden ist. Diese private Zusatzversicherung übernimmt im Pflegefall die Kostenlücke zwischen den tatsächliche Kosten und der Pflegeversicherungs-Pauschale: Mehr Informationen zur Kostenlücke und zur Pflegezusatzversicherung


Zusätzliche Betreuungsleistungen im Pflegeheim

Heimbewohner haben die Möglichkeit mit dem Pflegeheim einen ergänzenden Vertrag für Leistungen der zusätzlichen Betreuung und Aktivierung abzuschließen. Vorraussetzung für die zusätzliche Betreuungsleistung ist eine entsprechende Vergütungsvereinbarung des Pflegeheims mit den Pflegekassen und das zusätzliches Personal für diese Leistungen vorhanden ist. Seit 2015 gibt es in den Pflegestufen 0, 1, 2 und 3 ohne eingeschränkter Alltagskompetenz 104€ pro Monat für die zusätzliche Betreuung. Mit erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz erhalten Heimbewohner zusätzlich 208€ Betreuungsleistung. 

Wichtig: Pflegekostenvereinbarung

Wichtig ist es abzuklären, ob das von Ihnen in Betracht gezogene Heim eine von den Pflegekassen zugelassene Einrichtung ist. Fragen Sie, ob die Einrichtung Versorgungsverträge für die ambulante bzw. stationäre Pflege und Pflegekostenvereinbarungen mit dem Sozialhilfeträger abgeschlossen hat. Das ist Voraussetzung dafür, dass Sie einen Zuschuss von der Pflegeversicherung bzw. Sozialhilfe erhalten. Besteht keine Pflegesatzvereinbarung mit dem Heim, muss der Bewohner die Pflegeleistungen zunächst selbst aufbringen.

 

Mehr Leistung in den Pflegestufen ab 2015

Ab 2015 wurden mit dem Pflegestärkungsgesetz 1 die Leistungen der Pflegekasse als Inflationsausgleich um 4 Prozent erhöht. Bei stationärer Pflege in der Pflegestufe I erhalten Heimbewohner 1064 statt 1023 Euro pro Monat. In den Stufen II und III stiegen die Leistungen auf 1330 und 1612 Euro statt bisher 1279 beziehungsweise 1550 Euro. Wer als Härtefall anerkannt ist, erhält 1995 statt 1918 Euro. Künftig wird die Höhe der Pflegeleistungen alle drei Jahre überprüft und gegebenenfalls an die Preisentwicklung angepasst. Die nächste Erhöhung erfolgt somit frühestens 2018.

Erfahren Sie mehr über die neuen Pflegeleistungen und das Pflegestärkungsgesetz 1

 

Pflegeheime vergleichen

Bei Pflegeangeboten gilt es nicht nur die Preise zu vergleichen, sondern besonders das Pflege- und Betreuungsangebot. In der Regel gibt es innerhalb einer Region keine großen Unterschiede der Pflegekosten. Es ist daher vor allem wichtig zu klären, ob das gewünschte Haus die benötigten Leistungen bereitstellt. Verschieden Heime bieten zusätzlich zu den mit dem Heimentgelt abgegoltenen Leistungen sogenannte Sonderleistungen an, die dann auch extra bezahlt werden müssen. Die Art und die Kosten dieser Sonderleistungen oder Zusatzleistungen sind meist in einer Liste aufgeführt, die den Bewohnern zugänglich sein muss. Fragen Sie bei dem Vergleich der Einrichtungen nach Preissteigerungen des Heimentgeltes der letzten Jahre. Stellen Sie durch Nachfrage fest, ob der Heimbeirat bei der Veränderung des Heimentgeltes mitgewirkt hat, das heißt, inwieweit er im Vorfeld der Kostenanpassung in die Entscheidung mit eingebunden war.


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Kostenunterschied nach Wohnform

Nicht nur regional kann es bei Pflegeheimen Kostenunterschiede geben. Auch die Ausstattung und das Pflege- und Betreuungsangebot haben Einfluss auf die Kosten. Luxeriös ausgestattete Seniorenresidenzen haben hohe Kosten. Neue Pflegeformen wie Pflege-WGs oder Wohnen plus Pflege, sind deutlich günstiger. Dort wohnen Pflegebedürftige auch in einem Pflegeheim ähnlichen Gebäude, jedoch übernimmt hier die Pflege ein Pflegedienst. Dadurch kann die Pflege ambulant abgerechnet und besser auf die Bedürfnisse des Bewohners angepasst werden. Bei einigen Heimen, bevorzugt Altenwohnheimen, wird ein Wohndarlehen bzw. eine Kaution verlangt. Das Wohndarlehen kann für den Bau, den Erwerb und die Instandsetzung verwendet werden und muss zurückgezahlt werden. Das Darlehen wird mit 4% verzinst. Die Kaution darf zwei Monatsmieten nicht überschreiten und muss auf einem getrennten Konto angelegt werden. Wenn Sie sich über die Art des Hauses Klarheit verschafft haben, stehen Sie vor der Entscheidung, welches der in Frage kommenden Häuser Ihre künftige Heimat sein soll.

Pflegeheime im Ausland

Vorsicht ist geboten bei Aufenthalten in ausländischen Pflegeheimen. Grundsätzlich besteht auch im Ausland ein Anspruch auf das deutsche Pflegegeld. Das Pflegegeld wird in Deutschland bei häuslicher Pflege gezahlt und ist deutlich geringer als die Pflegeleistungen bei stationärer Pflege.  Nach Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom 16.07.2009 ist die Pflegekasse jedoch nicht verpflichtet, die Kosten für den Aufenthalt in vollem Umfang zu erstatten (weitere Informationen zu Seniorenheime im Ausland). 

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