Lebenslanges Wohnrecht: Rechte und Pflichten

Was ist lebenslanges Wohnrecht?

Lebenslanges Wohnrecht bedeutet, dass man vom Eigentümer einer Immobilie das Recht bekommt, diese bis zum Lebensende ganz oder teilweise zu benutzen. Das Wohnrecht ist an eine bestimmte Immobilie gebunden, das unbedingt in einem Vertrag festgehalten werden sollte, um eventuelle Streitigkeiten zu vermeiden.


Wohnrecht ins Grundbuch eintragen

Diese Form des Wohnrechts kommt häufig zur Anwendung, wenn Eltern ihr Haus an ihre Kinder verschenken, um ihnen Erbschaftssteuer zu ersparen. Die Kinder werden dann Eigentümer der Immobilie, räumen den Eltern jedoch ein lebenslanges Wohnrecht ein, damit sie bis zu ihrem Tod eine sichere Bleibe haben. Das Wohnrecht muss ins Grundbuch eingetragen werden, damit es seine Gültigkeit behält, auch wenn die Kinder die Immobilie verkaufen.


Rechte des Wohnungsberechtigten

Im § 1093 BGB sind die Grundlagen für das lebenslange Wohnrecht verankert. So darf der Inhaber des Wohnrechts auch die Gemeinschaftsräume und -anlagen wie Waschküche, Keller und Garten benutzen, falls er nur einige Räume eines Hauses bewohnt. Außerdem hat er die Möglichkeit, einen Lebenspartner oder eine Pflegekraft in seinen Wohnbereich aufzunehmen. Der Eigentümer darf die Räume des Bewohners nicht ohne Zustimmung besichtigen.


Pflichten des Wohnungsberechtigten und des Eigentümers

Der Wohnungsberechtigte hat jedoch auch Pflichten bezüglich der bewohnten Räume. Er muss dafür sorgen, dass sie nach § 1041 BGB instandgehalten werden. Für Heizung sowie Strom ist er selbst verantwortlich. Auch öffentliche Kosten und Reparaturen muss er übernehmen.
Muss z. B. das Dach neu gedeckt werden, ist der Eigentümer zuständig. Wenn die Ausbesserungen eher kosmetischer Natur sind und nicht die Wohnqualität betreffen, hat der Eigentümer nicht die Pflicht, diese durchzuführen, wie etwa ein neuer Fassadenanstrich. Aufgaben wie Schneeräumen muss der Eigentümer übernehmen, da er für die Sicherheit der Bewohner sorgen muss.


Lebenslanges Wohnrecht bei Eigentümerwechsel

Wird die Immobilie verkauft, bleibt das lebenslange Wohnrecht bestehen und darf nicht verändert werden. Muss sie versteigert werden, kommt es darauf an, ob das Wohnrecht im Grundbuch vorrangig ist oder nicht. Steht es über dem Recht des Gläubigers, bleibt das Wohnrecht erhalten. Im umgekehrten Fall erlischt das lebenslange Wohnrecht durch die Zwangsversteigerung.

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