Hausnotruf: Kosten, Systeme, Zusatzleistungen

Viele Menschen möchten im Alter in ihrer vertrauten Umgebung bleiben, auch wenn Sie auf Pflege und Betreuung angewiesen sind. Dieses ist aber nur möglich, wenn der Betroffene abgesichert ist, sodass er im medizinischen Notfall schnell Hilfe vor Ort bekommt. Nicht immer können Partner oder Familienangehörige diese Aufgabe leisten. Wer allein lebt, sollte sich daher ein Hausnotrufsystem zulegen um das Wohnen im Alter sorgenfreier zu gestalten. Hausnotrufsysteme werden von privaten Firmen oder von Wohlfahrtsverbänden angeboten. So bieten vor allem die Johanniter, die Malteser oder das DRK aber auch private Firmen wie zum Beispiel Vitakt-Hausnotruf passende Senioren-Notruf-Systeme an.



Hausnotruf-Ratgeber:

Voraussetzungen: Wann lohnt sich ein Hausnotruf?

Hausnotrufsysteme lohnen sich für gesundheitlich eingeschränkte und behinderte Menschen, die zeitweise oder komplett allein leben und aufgrund ihres Handicaps leicht in eine medizinische Notlage geraten könnten. Gerade wenn die Mobilität eingeschränkt ist, besteht eine größere Gefahr für Sturzunfälle. Können sich Senioren trotz ihrer chronischen Erkrankung noch gut selbst versorgen, kann mithilfe eines Hausnotrufs ein Umzug ins Pflegeheim herausgezögert werden. Inzwischen vertrauen bundesweit etwa 350.000 Nutzer in 350 Städten einem solchen Hausnotrufsystem verschiedener Anbieter. Der Hausnotruf stellt sicher, dass die Notrufzentrale im Bedarfsfall 24 Stunden erreichbar ist. Damit fühlen sich sowohl die Senioren wie auch die Angehörigen sicher und werden entlastet.

Hausnotrufsysteme: Wie funktioniert ein Hausnotruf

Das Notrufsystem besteht immer aus zwei Geräten: dem Notrufsender und der Basisstation. Der Funksender wird um den Hals oder als Armband getragen wird. Die Basisstation stellt dann den Kontakt zur Hausotrufzentrale her und verfügt über eine Freisprechanlage. Die Geräte sind dabei so ausgelegt, dass bestehende Telefongespräche oder Verbindungen unterbrochen werden und ein Notruf über das Gerät unverzüglich und automatisch abgesetzt werden kann. Das Basisgerät sollte so platziert werden, dass der Kontakt zum Funksender überall möglich ist. Die Reichweite von 30m bis 50m ermöglicht somit auch die Verbindung vom Garten. Bei der Installation des Hausnotrufs werden außerdem die Kontaktdaten von Angehörigen an die Notrufzentrale gegeben, welche diese dann im Notfall kontaktiert.

Je nach Bedarf gibt es Hausnotrufgeräte, die auf unterschiedliche Problemlagen und Situationen reagieren und individuell angepasst sind. So gibt es für sturzgefährdete Menschen Hausnotrufsysteme, bei dem der Auslöser des Alarms üblicherweise ein tragbarer Notrufsender ist, dessen Sensor bei einem Sturz reagiert. Normalerweise sind die Hausnotrufgeräte mit einer Taste ausgerüstet, die betätigt werden muss, um den Notruf auszulösen. Inzwischen gibt es aber auch andere Auslösearten (Fallsensor, Rauchmelder, Bewegungsmelder). Durch die Freisprecheinrichtung wird erreicht, dass auch die entfernt vom Basisgerät gestürzte Person mit dem Gesprächspartner (Angehörige, Hausnotruf-Zentrale) ohne Telefonhörer oder Handy sprechen kann.

Es gibt Hausnotrufsysteme, die eine aktive Kontaktaufnahme mit der Notrufzentrale ermöglichen. So kann bei Stürzen oder Gesundheitsverschlechterungen des Betroffenen der Kontakt direkt zu den Rettungsdiensten oder Hausnotrufdiensten herstellen. Darüber hinaus gibt es Hausnotrufgeräte, die durch eine sogenannte Sicherheitsuhr passiv Hilfe rufen. Hierzu gibt es auf der Basisstation eine Taste, die zu bestimmten Zeiten betätigt werden muss. Wird dies nicht geschieht, versucht die Zentrale Kontakt mit dem Betroffenen aufzunehmen und benachrichtigt die Rettungsleitstelle, wenn kein Kontakt zustande kommt.

Hausnotruf Kosten ohne Pflegestufe

Hausnotrufsysteme gibt es bereits für wenig Geld. Grundsätzlich wird für den Hausnotrufdienst eine monatliche Grundgebühr erhoben. Kommt es zu einem Einsatz, so können dafür weitere Kosten anfallen. Da es eine Vielzahl von Anbietern gibt, empfiehlt es sich, mehrere Angebote zu vergleichen. Die Kosten variieren abhängig von der Installation, vom Modell und von den Vertragslaufzeiten. Manche Unternehmen verlangen eine monatliche Gebühr von 20 bis 40 Euro, andere zwischen 10 bis 50 Euro pro Monat. Weitere Kosten entstehen durch Notfalleinsätze, Schlüsselaufbewahrung und andere Zusatzleistungen die bei jedem Anbieter sehr unterschiedlich berechnet werden. Insofern lohnt sich die Überlegung, welche Eigenschaften das Hausnotrufsystem haben soll und welche Sie nicht benötigen. Hier lässt sich eventuell Geld sparen.
Übersicht der wichtigsten Hausnotruf-Anbieter mit Bewertungen+Kosten

Hausnotruf Kosten mit Pflegestufe

Wenn Sie in einer Pflegestufe sind und dennoch allein in Ihrer Wohnung leben, werden für die Grundleistungen für Pflegebedürftige 18,36 Euro monatlich von der Pflegekasse übernommen, da der Hausnotruf ein anerkanntes Pflegehilfsmittel ist. Zur Anschlussgebühr bekommen Sie außerdem 10,49 Euro erstattet. Liegt der Preis des Anbieters für das Basispaket über diesem Betrag, müssen Pflegebedürftige die Differenz bezahlen. Alle anderen Leistungen müssen Sie ebenfalls selbst übernehmen. Wichtig ist, dass Sie den Übernahmeantrag bei der Pflegekasse vor Anschaffung des Hausnotrufsystems stellen, damit auch die Kosten für die Anschaffung übernommen werden. Bei Hilfebedürftigkeit kann das Sozialamt die Kosten übernehmen.

Zusatzleistungen der Hausnotrufdienste

Die Kosten für die Zusatzleistungen werden von der Pflegeversicherung normalerweise nicht übernommen. Die Grundleistungen von 18,36 Euro werden allerdings mit den Zusatzleistungen verrechnet, sodass die Kosten relativ gering bleiben.

- Notschlüssel: Damit der Rettungsdienst Ihnen im Notfall schnellstmöglich helfen kann, ist es in manchen Fällen sinnvoll, einen Notschlüssel zu Ihrer Wohnung verwahren zu lassen. Dafür nehmen einige Anbieter eine einmalige Gebühr von bis zu 90 Euro für die Einrichtung eines Safes, der sich meist im Rettungswagen oder am Haus des Kunden befindet. Die gemeinnützigen Vereine Malteser, Johanniter, Deutsches Rotes Kreuz und Arbeitersamariter Bund (ASB) richten die Schlüsselaufbewahrung kostenlos ein. Stattdessen muss eine monatliche Gebühr gezahlt werden. Bei Sonotel und ASD-Hausnotruf entfällt diese, bei den anderen Anbietern kostet sie zwischen drei und 25 Euro.

- Mobiler Hausnotruf per Handy: Der mobile Notruf ist praktisch, wenn Sie zu den Senioren gehören, die oft reisen und auch gern in der Natur unterwegs sind. Damit Sie bei Bedarf den Bereitschaftsdienst per Knopfdruck erreichen, können sich Ihr Handy entsprechend einrichten lassen oder ein Handy mit Notrufknopf vom Anbieter bekommen. Beispiel: Der Verein Engelschutz bietet über Euronotruf Notrufhandys mit oder ohne GPS-Ortung an, sowie spezielle Ausführungen für Gehörlose und Schlaganfallpatienten, die Probleme mit dem Sprechen haben. Ein Notrufhandy mit GPS-Ortung, das weltweit genutzt werden kann, kostet bei diesem Anbieter einmalig 70 Euro Servicegebühr und 13 Euro monatlich.

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