Hilfsmittel für die häusliche Pflege

Ohne Hilfsmittel geht es nicht!

Mit zunehmendem Alter sind viele Menschen bei der Verrichtung alltäglicher Handlungen auf verschiedene Hilfsmittel angewiesen. Ob Rollator, Pflegebett, Badehilfen oder Inkontinenzeinlagen – Hilfsmittel erhöhen die Selbstständigkeit im Alltag und erleichtern die Pflege. Damit die Kosten dafür von der gesetzlichen Krankenversicherung übernommen werden, muss ein Arzt das Hilfsmittel verordnen. Im zweiten Schritt überprüft die Krankenkasse, ob die Verordnung den Kriterien einer Standardversorgung entspricht: Sie muss zweckmäßig, notwendig sowie wirtschaftlich sein und das Hilfsmittel darf nicht als Gebrauchsgegenstand des täglichen Lebens angesehen werden.

Welche Kasse ist leistungspflichtig?

Grundsätzlich sind für Hilfsmittel die Krankenkassen zuständig, wenn sie wegen einer Erkrankung oder Behinderung medizinisch notwendig sind. Zusätzlich können bei der Pflegekasse sogenannte Pflegehilfsmittel beantragt werden. Dies geht allerdings nur dann, wenn der Versicherte bereits eine Pflegestufe hat und die Pflegehilfsmittel die Beschwerden nachweislich lindern und ein selbstständigeres Leben im eigenen Zuhause ermöglichen. Eine ärztliche Verordnung ist in diesem Fall nicht notwendig. Welche Pflegehilfsmittel der Pflegebedürftige bekommt, steht in der Regel im Prüfbericht des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung (MDK) nach der Pflegebegutachtung. In jedem Fall ist eine gute Beratung sehr hilfreich, um den nötigen Bedarf an Hilfsmitteln und Pflegehilfsmitteln zu erkennen.

Was ist das Hilfsmittelverzeichnis

Welche Hilfsmittel Sie in welchem Fall erhalten können, ist im Hilfsmittelverzeichnis geregelt. Dabei handelt es sich um einen ständig aktualisierten Katalog, der alle von den Krankenkassen anerkannten medizinischen Hilfsmittel mit einer jeweiligen Hilfsmittelnummer aufführt. Das Verzeichnis kann bei den Kranken- und Pflegekassen oder in einem Sanitätshaus eingesehen werden. Für alle im Hilfsmittelkatalog enthaltenen (Pflege-)Hilfsmittel werden die Kosten von den Krankenkassen erstattet. Wenn der Versicherte Hilfsmittel in Anspruch nehmen möchte, die teurer sind als die im Verzeichnis beschriebenen, muss er den Mehrkostenanteil selbst aufbringen.
Tipp:  Produkte, die nicht im Hilfsmittelverzeichnis stehen, dürfen nicht grundsätzlich von der Krankenkasse abgelehnt werden. Der Katalog ist keine abschließende Liste, sondern dient lediglich als Orientierungshilfe. Wenn Sie Hilfsmittel benötigen, die im Hilfsmittelverzeichnis fehlen, können Sie trotzdem einen Antrag auf Kostenübernahme stellen. 

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