Was ist Grundsicherung im Alter?

Viele Menschen beziehen im Alter eine so kleine Rente, dass diese nicht ausreicht, um den Lebensunterhalt zu bestreiten. Das Gleiche kann vorkommen, wenn Sie wegen vollständiger Erwerbsminderung vorzeitig berentet werden. In diesen Fällen greift Ihnen der Staat mithilfe der sogenannten Grundsicherung unter die Arme. Im Gegensatz zur Sozialhilfe müssen Ihre Kinder oder andere Verwandter hierbei nicht mit ihrem Vermögen einspringen, es sei denn, sie besitzen mehr als 100.000 Euro.

Die Grundsicherung steht Ihnen auch zu, wenn Sie nicht gesetzlich rentenversichert sind. Um die Höhe der Grundsicherung zu ermitteln, wird zunächst Ihr monatlicher Bedarf errechnet. Davon werden Ihr Einkommen und eventuell vorhandenes Vermögen abgezogen. Zum Bedarf gehören vor allem die Kosten für Ihre Miete, Heizung und Nebenkosten, außerdem Ausgaben für Unterstützungen oder Hilfsmittel, die Sie aufgrund gesundheitlicher Einschränkungen benötigen.

Wie wird das Einkommen berechnet?

Zum Einkommen gehören alle Formen von Renten oder Pensionen, Kindergeld, Elterngeld über 300 Euro, 70 Prozent Ihrer Einnahmen aus Minijobs, Einkünfte aus Vermietung und Verpachtung, Unterhaltszahlungen von Kindern, Krankengeld und Zinsen. Wenn Sie alleinstehend sind, werden nur bis zu 50 Prozent Ihres Lohns aus einem Minijob berechnet. Auch das Einkommen des Ehepartners gilt.

Vermögenswerte wie Bargeld, Wertpapiere, Eigentum und PKW müssen vor Einsatz der Grundsicherung verbraucht werden, es sei denn, diese liegen unterhalb des Schonvermögens. Für Alleinstehende gilt ein Schonvermögen von 2600 Euro und für Ehepaare oder eingetragene Lebenspartner 3124 Euro. Für jedes weitere Familien- oder Haushaltsmitglied, das Sie unterhalten, steigt der Betrag um 256 Euro. Steuern, Beiträge zu Sozialversicherungen und wichtige private Versicherungen, zum Beispiel die Hausrat- und Haftpflicht-Versicherung, können von Ihrem Einkommen abgezogen werden.

Höhe der Grundsicherung ab 2015

Um die Höhe Ihrer Grundsicherung zu berechnen, werden die Kosten für Miete Nebenkosten, Heizung und eventuelle Kosten für Mehrbedarf bei Behinderungen zusammengezählt. Dazu wird jeweils die entsprechende Pauschale der Regelbedarfsstufe addiert: 399 Euro gibt es in der Regelbedarfsstufe 1 für alleinstehende Personen, 360 Euro in der Regelbedarfsstufe 2 für Paare oder eingetragene Lebenspartner und 320 € in der Regelbedarfsstufe 3 für weitere erwachsene Haushaltsangehörige. Von dieser Summe wird das Einkommen abgezogen. Ist Ihr Bedarf größer als das errechnete Einkommen, erhalten Sie exakt die Differenz als Grundsicherung.

Was passiert im Pflegefall?

Wer im Alter dauerhaft oder mindestens sechs Monate lang pflegebedürftig wird oder vorübergehend seelisch, geistig oder körperlich erkrankt, so dass er Hilfe von anderen Personen braucht, gilt als Pflegefall. Aber auch andere Personen, die im Sinne der Pflegeversicherung nicht als pflegebedürftig betrachtet werden, jedoch Hilfe benötigen, werden vom Staat ebenfalls unterstützt. Somit ist der Begriff der Pflegebedürftigkeit nach dem Sozialgesetzbuch umfassender als der der Pflegeversicherungen.

Wenn Sie zum Beispiel einen Rollator benötigen, diesen jedoch nicht von der Krankenkasse erstattet bekommen und ihn nicht selbst finanzieren können, übernimmt das Sozialamt die Kosten. Auch wenn Ihr Einkommen so gering ist, dass Sie sich keine Hilfe für den Alltag leisten können, springt die Sozialhilfe ein, damit Sie möglichst lange selbstständig bleiben können. Außerdem werden die Kommunikation und der Kontakt zu anderen Menschen durch die Sozialhilfe gefördert.

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