Umgang mit Sterben

Umgang mit dem Tod in der Pflegebeziehung

Den Tod eines Angehörigen zu akzeptieren, fällt vielen Pflegenden nicht leicht. Sie haben den Erkrankten mit viel Hingabe versorgt und gehofft, dass sich der Gesundheitszustand wenigstens stabilisieren würde. Trauer, Wut und Enttäuschung sind daher ganz normale Gefühle, die Sie empfinden könnten, wenn deutlich wird, dass der Tod Ihres Angehörigen nicht mehr abwendbar ist.

Andere fühlen sich erleichtert, dass eine möglicherweise quälende Erkrankung sein Ende nimmt und den Betroffenen erlöst. Schließlich hat man als Pflegender mitgelitten und ist stark belastet gewesen. Bei kranken Menschen verändert sich zudem nicht selten der Charakter, vor allem bei Demenzkranken. Der Umgang mit Ihnen wird zum Teil schwierig bis unerträglich. Der Tod beendet diese Beziehung, die kaum noch auszuhalten war. Wenn Sie darüber froh sind, müssen Sie sich deshalb nicht schämen!

Vorsorge: Patientenverfügung und Testament

Um den Sterbeprozess nach Wunsch des Betroffenen gestalten zu können, müssen seine Vorstellungen bekannt sein. Spätestens wenn abzusehen ist, dass Ihr Angehöriger sterben wird, sollte er in einer Patientenverfügung festhalten, welche medizinische und soziale Unterstützung er sich während des Sterbens wünscht. Ob er künstlich ernährt werden und welche Medikamente er gegen seine Beschwerden haben möchte, gehören zu den wichtigen Details dieser Verfügung. In einem Testament sollte notiert werden, wie der Sterbende beerdigt werden möchte, außerdem müssen spezielle Erbangelegenheiten geregelt werden.

Bedürfnisse Sterbender

Die meisten Menschen wollen zu Hause im Kreis der Familie oder von Freunden sterben. Die Sterbebegleitung fällt nicht jedem leicht, zumal man mit den eigenen Gefühlen zu kämpfen hat. Wenn Sie nicht wissen, wie Sie sich verhalten sollen, fragen Sie den Sterbenden offen nach seinen Wünschen, sofern er ansprechbar ist. Häufig sollen die letzten Tage und Wochen so normal wie möglich verlaufen, weil der Sterbende die gewohnten familiären Rituale erleben möchte. Manche wollen noch einmal ein Fest genießen, einen Ausflug an einen Lieblingsort machen oder Ähnliches. Stellen Sie andere Dinge hintenan und nehmen Sie sich viel Zeit für Gespräche und gemeinsame Aktivitäten, die Sie im Rahmen der Möglichkeiten genießen sollten.

Unterstützung im Sterbeprozess

Fühlen Sie sich mit der Sterbebegleitung überfordert, holen Sie sich Unterstützung von Pflegediensten, Hospizen der Diakonie und Palliativstationen in Krankenhäusern. Die Mitarbeiter kommen auch ins Haus und bieten eine ambulante Sterbebegleitung an. Außerdem kann der Sterbende daheim mit Schmerzmitteln und anderen Medikamenten versorgt werden, damit er nicht unnötig leiden muss. Die genannten Ansprechpartner geben auch Kurse in Sterbebegleitung (Palliative Care) und helfen Ihnen, besser mit der Situation zurechtzukommen. Ist die Pflege des Sterbenden zu Hause nicht durchführbar, kann er auch ganz oder zeitweise liebevoll in einem Hospiz umsorgt werden.

Teilen

Artikel bewerten