Barrierefreie Küche

Was ist eine barrierefreie Küche?

Eine barrierefreie Küche muss die Besonderheiten oder Einschränkungen des Benutzers berücksichtigen und gegebenenfalls mit dem Rollstuhl befahrbar sein.
Die Einrichtung sollte Ihrer Größe und Ihren Fähigkeiten entsprechen, leicht zu bedienen sein und abgerundete Ecken besitzen. Bedienelemente müssen durch farbliche Kontraste und Beschichtungen gut zu erkennen und zu greifen sein. Schränke und Geräte sollten aus flexiblen Modulen bestehen, damit sie auch aus dem Rollstuhl heraus gefahrlos zu erreichen sind.

Gefahrenquellen in der Küche

Der Herd ist eine der größten Gefahrenquellen in der Küche. Um Unfälle mit Verbrennungen zu reduzieren, ist die Wahl eines Induktionskochfelds die beste Lösung, da es nicht so heiß wie andere Herdarten wird. Zudem funktioniert die Wärmeproduktion nur, wenn ein Topf auf der Platte steht. Hilfreich ist auch eine ausziehbare Arbeitsplatte, auf der heiße Töpfe aus dem Ofen vorübergehend abgestellt werden können.

Absenkbare Arbeitsflächen müssen durch einen Auffahrschutz gesichert werden, damit sie nicht auf dem Rollstuhl landen. Wasserarmaturen sollten mit einer Temperaturbegrenzung versehen werden, damit sich niemand verbrühen kann. Wer unsicher auf den Beinen ist, braucht überall Handläufe oder Haltegriffe zum Festhalten.

Anforderungen an die Barrierefreiheit

Der Fußboden der Küche darf sich nicht elektrostatisch aufladen, muss rutschsicher und mit einem Rollstuhl befahrbar sein. Unter den absenkbaren Arbeits- und Herdflächen muss ausreichend Platz für Rollstuhl und Beine sein. Auch vor den Schränken und Arbeitsplatten muss eine Fläche von 1,20 x 1,20 cm frei bleiben, damit Sie sich bequem bewegen können. Rollstuhlfahrer benötigen dafür etwa 1,50 x 1,50 cm.

Praktisch sind Schubladen und Auszüge in den Schränken, da sie leichter zu handhaben sind. Oberschränke sollten nach vorn in Ihre Richtung absenkbar sein. Statt Unterschränke wählen Sie besser Rollcontainer, da Sie diese frei bewegen können. Für die Spüle brauchen Sie einen langen Brauseschlauch mit einer Einhebel-Mischbatterie. Elektrogeräte sollten mühelos erreichbar sein. Das gilt auch für Steckdosen und Lichtschalter, die zum Beispiel unterhalb der Arbeitsflächen installiert werden könnten.

Hinweise zur Finanzierung

Der Umbau zu einer barrierefreien Küche kann durch verschiedene Träger unterstützt werden. Für pflegebedürftige Menschen in einer Pflegestufe gibt es Zuschüsse für Wohnraumanpassungen. Pro Maßnahme erhalten Sie maximal 4.000 Euro. Wohnen mehrere Pflegebedürftige in einem Haushalt, können auch sie Geld beantragen. Insgesamt gibt es höchstens 16.000 Euro pro Umbaumaßnahme.

Sollte das Geld der Pflegeversicherung nicht ausreichen, können Sie ein Darlehen vom Kreditinstitut für Wiederaufbau (KfW) erhalten. Für Barriere reduzierende Umbaumaßnahmen können Sie hier einen günstigen Kredit zu einem niedrigen Zinssatz bekommen. Das Förderprogramm erhalten Sie unabhängig von Ihrem Einkommen, auch wenn Sie nicht pflegebedürftig sind.

Ideen und Informationen für barrierefreie Küchenausstattungen bekommen Sie online bei dem privaten Verein für Wohnberatung "Barrierefrei Leben e.V.". Auch Ihre Baupläne können Sie hier auf die entsprechenden DIN-Normen überprüfen lassen.

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