Sicheres Zuhause trotz Pflegebedürftigkeit

Gefahrenquellen bei der Pflege Zuhause

Pflegebedürftige Menschen sind oft in ihrer Bewegung eingeschränkt, können nicht mehr gut sehen oder haben Orientierungsprobleme, daher gehören unebene oder rutschige Bodenbeläge zu den wesentlichen Gefahren in einer Wohnung. Eine schlechte Ausleuchtung der Räume erhöht das Unfallrisiko zusätzlich. Bäder gehören zu den Bereichen, in denen man durch feuchte Bodenfliesen, Duschtassen sowie Wannen schnell ausrutschen kann.

Wenn sich der Pflegebedürftige dann noch eingeschlossen hat, kann es im Notfall zu lange dauern, bis Hilfe eintrifft. Türen und Fenster können generell zu Unsicherheitsfaktoren werden, wenn sie nicht sachgerecht bedient werden. Aus tief angelegten Fenstern kann man leicht hinausfallen. Auch die Verwendung von Elektrogeräten kann zu Unfällen führen, wenn der Pflegebedürftige z. B. dement ist und vergisst, den Herd auszuschalten.

Der Umgang mit Feuerzeugen, Streichhölzern und Kerzen sollte ebenfalls unterbleiben. Messer, Scheren, Rasierer und deren Klingen sowie andere scharfe oder spitze Gegenstände sind für Demenzkranke nicht geeignet. Das Gleiche gilt für Putzmittel, aggressive Chemikalien, Dünger und andere Flüssigkeiten, die möglicherweise auch noch in attraktive Gefäßen abgefüllt sind. Sie reizen unter Umständen einen Demenzkranken zum Trinken dieser Produkte.

Wohnraumanpassungen: Tipps und Finanzierung

Grundsätzlich sollten die Räume so gestaltet werden, dass sich der Pflegebedürftige sicher darin bewegen kann und umgehend Hilfe bekommt, sollte dennoch ein Notfall eintreten. Sind Umbaumaßnahmen notwendig, werden diese von der Pflegeversicherung bezuschusst, wenn Ihr Angehöriger in einer Pflegestufe ist. Wohnraumanpassungen sollen die Selbstständigkeit des Betroffenen fördern und die Pflege erleichtern, daher werden für die Wohnraumanpassung in der Häuslichkeit nach § 40 SGB XI seit Anfang 2015 bis zu 16.000 Euro pro Maßnahme gezahlt.

Unterstützung bei der häuslichen Pflege

Die Pflege eines Menschen ist sehr anspruchsvoll, daher sollten Sie sich unbedingt beraten lassen, wo Sie Hilfe bekommen. Kompetente Ansprechpartner sind z. B. die Mitarbeiter der Pflegestützpunkte, die Ihnen auch bei Antragstellungen für Pflegeleistungen behilflich sein können. So können Sie bis zu einem bestimmten Umfang monatlich zum Verbrauch bestimmte Pflegehilfsmittel gratis bekommen, die Ihnen die Pflege erleichtern. Pflegedienste nehmen Ihnen nicht nur Arbeiten ab, sie beraten Sie auch, wie Sie die Pflege Ihres Angehörigen besser und sicherer gestalten können.

Hilfsmittel für mehr Sicherheit

Für alle Räume, besonders das Bad, sollten Sie Schließsystem einbauen lassen, damit sich die Türen im Notfall von außen schnell öffnen lassen. Hilfreich sind bei Bedarf auch Sprechanlagen oder Babyphones für jedes Zimmer, sodass Sie jederzeit hören können, wenn Sie gebraucht werden. Besonders demenzkranke Menschen können Gefahrenquellen nicht mehr richtig einschätzen, daher lohnen sich Sicherheitssysteme für Herd und andere Elektrogeräte. GPS-Geräte helfen, demente Menschen mit Weglauftendenz schnell wiederzufinden und erlauben ihnen gleichzeitig mehr Sicherheit sowie Bewegungsfreiheit.

Tipps für mehr Sicherheit

Betrachten Sie die Wohnung, in der sich Ihr pflegebedürftiger Angehöriger aufhält, kritisch. Sind alle Stolperfallen beseitigt? Kann er z. B. alle Räume mit seinem Rollator erreichen? Sind alle Bereiche ausreichend beleuchtet? Kann er die Lichtschalter erreichen? Kann er sich im Bad bewegen und alle Armaturen ohne Probleme benutzen? Am besten testen Sie gemeinsam alle Funktionen und Möbel durch, um sicher zu sein, dass Ihr Angehöriger mit allem zurechtkommt. Gefahrenzonen sollten so schnell wie möglich entfernt oder umgestaltet werden, sodass die Sicherheit des Pflegebedürftigen gewährleistet ist.

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