Wo finde ich eine gute Pflegeberatung?

Gute Pflegeberatung:

Seit 2008 haben Pflegebedürftige einen gesetzlichen Anspruch auf kostenlose und unabhängige Beratung. Laut einer aktuellen Forsa-Umfrage fühlt sich die Mehrheit der Deutschen nur  unzureichend beim Thema Pflegeversicherung informiert und wissen nicht welche Leistungen ihnen im Pflegefall zustehen.  Woran erkenne ich gute Pflegeberatung? In Deutschland gibt es eine Vielzahl an Beratungs-Angeboten zum Thema Pflege. Krankenkassen, Gemeinnützige Organisationen, Pflegedienste, Krankenhäuser und auch private Unternehmen bieten Pflegeberatung. Die Bezeichnung „Pflegeberater“ ist kein gesetzlich geschützter Begriff.

Zertifizierte Pflegeberater

Jedoch gibt es eine Zertifizierung nach Empfehlung des Spitzenverbandes der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV). Diese Weiterbildung umfasst 400 Unterrichtsstunden zu Pflegefachwissen, Case Management und Rechtsfragen. Ein zertifizierter Pflegeberater ist in der Lage, eine umfassende Fall-Beratung durchzuführen. Zu einer guten Pflegeberatung gehört aber auch die Unabhängigkeit der Berater. Berater, die an eine begrenzte Zahl von Dienstleistern gebunden sind, können nicht umfassend und fallbezogen beraten. Eine gute Pflegeberatung sollte sich mit dem Betroffenen, den Lebensumständen und dem Krankheitsbild vertraut machen, um eine optimale Lösung zu finden.

Beratung in Pflegestützpunkten

Pflegestützpunkte werden seit dem Pflegereformgesetz 2008 in fast allen Bundesländern aufgebaut. Die Stützpunkte sollen erste Anlaufstelle für Pflegebedürftige und Angehörige sein. Bundesweit gibt es 310 Pflegestützpunkte, geplant sind etwa 600. Nur Sachsen-Anhalt und Sachsen bieten keine Pflegestützpunkte, sondern setzen auf eine „vernetzte Pflegeberatung“. Die Beratung findet dort bei Pflegekassen und Kommunen statt. Die Pflegestützpunkte bieten laut einem Test der Stiftung Warentest zum großen Teil eine gute bis befriedigende Beratung. Insbesondere zu den Leistungen der Pflegeversicherung und den Voraussetzungen für die Pflegestufen konnten die Berater gut Auskunft geben. Nur bei weiterführenden Hilfen, die über die Leistungen der Pflegeversicherung hinausgehen war die Beratung im Test zum Teil unbefriedigend. Dennoch ist die Beratung an einem Pflegestützpunkt der privaten Beratung vorzuziehen.

Mehr Informationen zu Pflegestützpunkten und ein Verzeichnis aller Pflegestützpunkte in Deutschland

Beratung auf Online-Portalen

Auch im Internet gibt es eine Vielzahl an Portale, die auf Ihren Seiten eine telefonische Pflegeberatung anbieten. Zum Teil stehen dahinter kommerzielle Anbieter, die versuchen die Pflegebedürftigen an Pflegeeinrichtungen weiterzuvermitteln. Dabei werden die Bedürftigen nur an Heime vermittelt, die einen Vertrag mit dem jeweiligen Anbieter abgeschlossen haben. Die Vermittlung ist für die Pflegebedürftigen kostenlos. Die Einrichtungen zahlen dafür aber eine hohe Vermittlungsgebühr – Geld was bei der Pflege fehlt. Auch wenn verschiedene Siegel auf den Online-Portalen Vertrauen vermitteln, ist die telefonische Pflegeberatung nicht unabhängig. Eine persönliche Beratung durch einen zertifizierten Berater ist immer einer telefonischen Beratung vorzuziehen, vor allem wenn nicht erkenntlich ist, wer hinter dem Angebot steckt.

Checkliste Pflege-Beratung:

Es gibt eine Vielzahl an Angeboten an Pflege-Beratern in Deutschland. Eine gute Pflegeberatung sollte fallorientiert und unabhängig sein:

  • Wohin:
    Wenden Sie sich entweder an einen Pflegestützpunkt oder eine Beratungsstelle ihrer Kommune. Achten Sie bei privaten Beratern oder Pflegediensten, ob diese eine Zertifizierung zum Pflegeberater haben.

  • Unabhängigkeit:
    Achten Sie darauf, ob die Berater Sie unabhängig beraten und nicht nur an einen Anbieter vermitteln wollen. Beratungs-Angebote im Internet, die nicht zu einer Krankenkasse oder öffentlichen Stelle gehören, sind nicht unabhängig.

  • Vorbereitung:
    Überlegen Sie sich vor der ersten Kontaktaufnahme Ihre Fragen. Machen Sie sich am besten eine Liste mit Punkten, die Sie klären wollen.

  • Kontakt:
    Die Beratung sollte bei komplexen Fällen am besten in der Wohnung des Pflegebedürftigen erfolgen. Bei einfachen Fragen kann auch eine telefonische Beratung oder ein Termin im Pflegestützpunkt helfen.

  • Gespräch:
    Der Berater sollte Sie ausführlich über die unterschiedlichen Leistungen der Pflegeversicherung aufklären. Des weiteren sollten verschieden Lösungen für Ihre Pflegefall aufgezeigt werden und dazu passende Anbieter und Einrichtungen.

  • Unterlagen:
    Bringen Sie alle Unterlagen wie Pflegetagebuch oder medizinische Befunde zum Beratungsgespräch mit.

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