Wann lohnt sich eine Pflegezusatzversicherung?

Pflegeversicherung übernimmt nur einen Teil der Kosten 

Jeder gesetzlich in einer Krankenkasse Versicherte zahlt in die Pflegeversicherung ein. Die Pflegeversicherung soll die Risiken der Pflegebedürftigkeit im Alter absichern. Allerdings ist die Pflegeversicherung nur eine „Teilkasko-Versicherung“.  

 Kostenlücke bei ambulanter und stationärer Pflege

Im Pflegefall kann je nach Pflegestufe die Kostenlücke - also die Differenz zwischen dem was die gesetzliche Pflegeversicherung und den wirklichen Pflege-Kosten - sehr hoch sein. Bereits in der Pflegestufe 1 kann die monatliche Kostenlücke mehrere hundert Euro betragen.  Bei der stationären Unterbringung zahlt die Pflegekasse in der Pflegestufe 2 monatlich nur  1.330 € von 3.000 € Heimkosten für ein durchschnittliches Pflegeheim. Die restlichen Pflege-Kosten müssen selbst getragen oder von den Angehörigen des Pflegebedürftigen übernommen werden. Die Kostenlücke bei der Pflege zu Hause kann noch größer sein, da die Pflegekasse bei der ambulanten Versorgung weniger zahlt.

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 Kostenlücke bei Demenz

Gerade bei Demenz kann die Kostenlücke besonders groß werden. Denn Demenzkranke sind im gesetzlichen Sinn nicht Pflegebedürftig und erhalten keine Pflegestufe. Bei anerkannter "eingeschränkte Alltagskompetenz" erfolgt die Zuteilung in die  Pflegestufen 0 (k) für "kein" Pflegebedarf und 0 (g) für einen "geringen" Pflegebedarf". In diesen erhalten Demenzkranke aber nur sehr geringe Leistungen. Diese wurden in der Pflegereform 2013  moderat angepasst. Für eine deutliche Verbesserung wäre aber eine Neudefinition des Pflegebedürftigkeitsbegriffs notwendig. Dieser wird voraussichtlich aber erst ab 2017 kommen und ein neues System der Pflegegrade bringen. Ob sich die Leistungen für Demenzkranke dadurch verbessern, wird vor allem eine Frage der Finanzierung sein.

 Was zahlt die Pflegezusatzversicherung?

Bei der Pflegezusatzversicherung gibt es zwei Modelle: Beim Pflegetagegeld wird je nach Pflegestufe ein vereinbarter Tagessatz bezahlt. Die Pflegekostenversicherung deckt die tatsächliche Kostenlücke je nach Beitrag ganz oder zum Teil. Achten Sie bei Vertragsabschluss einer Pflegezusatzversicherung darauf, dass auch bei Pflegestufe 1 und 2 genügend gezahlt wird und dass auch Demenz mitabgesichert ist. Nur etwa 20 Prozent aller Pflegebedürftigen werden in die Pflegestufe 3 eingestuft. Bei Demenz erhalten Betroffene aufgrund der gesetzlichen Bestimmungen keine Pflegestufe und dadurch deutlich weniger Pflegeleistungen.

Pflege-Bahr: Die geförderte Pflegezusatzversicherung

Mit der Pflegereform 2013 (dem Pflege-Neuausrichtungsgesetz) trat auch die Förderung der privaten Pflegezusatzversicherung in Kraft.   Der Pflege-Bahr soll als Anreiz dienen, dieses finanzielle Risiko privat abzusichern. Die geförderte Pflegezusatzversicherung sieht vor, dass Versicherungsnehmer bei einem Eigenanteil von mindestens zehn Euro im Monat einen staatlichen Zuschuss von weiteren fünf Euro erhalten. Die Leistungen des Pflege-Bahr beschränken sich dabei auf ein reines Pflege-Tagegeld.
Bei einem Test von Finanztest im Mai 2013 fielen 17 Pflege-Bahr-Angebote durch. Laut Finanztest reiche der Pflege-Bahr nicht dazu aus die Kostenlücke im Pflegefall abzudecken. Besser seien die herkömmlichen Pflegezusatzversicherungen ohne staatliche Förderung. Diese können sich aber nur Menschen mit einem guten bis sehr gutem Einkommen leisten.

Pflegetagegeldversicherung vergleichen lohnt sich!

Die Pflegetagegeldversicherung hat den Vorteil, dass der Versicherte im Pflegefall entscheiden kann, wie er gepflegt werden möchte. Bevor Sie sich für eine Pflegezusatzversicherung entscheiden, sollten Sie einen Vergleich der unterschiedlichen Versicherungsarten durchführen. Eine Pflegetagegeldversicherung muss nicht teuer sein. Bereits ab 14€ ist eine umfassende Absicherung im Pflegefall möglich. Über den folgenden Pflegetagegeld-Vergleich können Sie führende Tarife von HUK-Coburg, über Barmenia bis hin zur Allianz unverbindlich vergleichen:

 

Früh abschließen lohnt sich

Bei der Pflegezusatzversicherung lohnt es sich, früh einzusteigen. Wer jung und gesund ist zahlt weniger, als jemand Älteres mit Vorerkrankungen. Wenn ein Patient bereits unter schweren chronischen Krankheiten leidet, ist eine Aufnahme in eine Pflegezusatzversicherung fast ausgeschlossen. Der Einstieg in eine Pflegezusatzversicherung kann sich bei guter Gesundheit in jedem Alter lohnen.
Wichtig:
Achten Sie bei Abschluss der Versicherung darauf , dass Sie die Beiträge dauerhaft bezahlen können. Wenn die Pflegezusatzversicherung nicht mehr bezahlt wird, gibt es bei Pflegebedürftigkeit keine Leistungen. 

 Pflegezusatzversicherung für Frauen besonders sinnvoll

Insbesondere für Frauen kann eine Zusatzversicherung sehr sinnvoll sein. Meist bekommen Frauen eine geringere Rente und haben eine längere Lebenserwartung. Grundsätzlich ist eine Pflegezusatzversicherung für jeden sinnvoll, der im Alter der auf einen gewissen Lebensstandard nicht verzichten und nicht im Pflegefall seinen Angehörigen zu Lasten fallen möchte.  

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