Übergabevertrag Haus: Eigenheim schenken und weiter nutzen

Konsequenzen einer Schenkung bedenken

Wer sein Haus an seine Kinder verschenken möchte, sollte unbedingt an die Folgen denken, die daraus entstehen können. Schließlich sollte Ihr eigener Lebensstandard nicht unter Ihrer Großzügigkeit leiden. Rechnen Sie mit verschiedenen Umständen, die eintreten könnten, zum Beispiel falls Sie ein Pflegefall werden sollten. Auch dann müssen Ihre Einkünfte ausreichen, um Ihnen notfalls eine angenehme Unterkunft und Versorgung in einem Heim zu ermöglichen.

Was Sie im Vertrag festhalten sollten

Im Übergabevertrag sollten Sie sich entweder den Nießbrauch oder das Wohnungsrecht Ihres Hauses einräumen lassen, um sich ein lebenslanges Wohnrecht zu sichern. Die Vereinbarung von Nießbrauch kommt infrage, wenn das beschenkte Kind das Haus zunächst nicht bewohnen möchte, während Sie selbst in Ihrer Immobilie bleiben wollen und sie teilweise oder vollständig vermieten möchten.

Wollen Sie mit Ihren Kindern unter einem Dach wohnen, sollten Sie sich das Wohnrecht sichern. Hier muss genau festgelegt werden, wer wie viele und welche Räume benutzen darf. Sowohl Nießbrauch als auch Wohnungsrecht werden als Belastung des Grundstücks in das Grundbuch eingetragen.

Aufteilung der Nebenkosten

Auch die Aufteilung der Nebenkosten muss berechnet und im Vertrag festgehalten werden. Wenn Sie sich für einen Nießbrauch entscheiden, müssen Sie alle laufenden Kosten für das Haus begleichen, zum Beispiel Abwasser, Müllabfuhr, Schönheitsreparaturen und Zinsen für eventuelle Hypotheken. Der beschenkte Eigentümer ist für Instandhaltungskosten und für die Abzahlung des Kredits zuständig. Muss die Heizung oder das Dach erneuert werden, ist der Eigentümer in der Pflicht.

Haben Sie ein Wohnrecht mit Ihrem beschenkten Kind vereinbart, müssen Sie selbst nur alle Kosten der von Ihnen benutzten Räume bezahlen. Das Kind muss alle anderen Ausgaben übernehmen, ist jedoch nicht automatisch verpflichtet, für die Instandhaltung aufzukommen. Diesen Punkt müssten Sie verhandeln und im Vertrag gesondert aufführen. Überlegen Sie vor dem Vertragsabschluss, welche Variante für alle Beteiligten finanziell und steuerlich günstiger wäre.

Gerechtigkeit bei mehreren Kindern bewahren

Falls Sie mehrere Kinder haben, achten Sie darauf, dass die nicht beschenkten im Falle Ihres Ablebens einen entsprechenden Ausgleich erhalten, um einen Streit zu vermeiden. Sie können festlegen, dass das Geschenk vom Pflichtteil des Erbes abgezogen wird, da dies im Erbfall nicht automatisch geschieht.

Sinnvoll ist auch eine Verzichtserklärung der Geschwister auf einen Anteil des Hauses, da das beschenkte Kind sonst im Erbfall die Immobilie verkaufen müsste, um seine Geschwister auszahlen zu können. Lassen Sie sich von einem Fachanwalt und Notar ausführlich zu Ihrer persönlichen Situation beraten.

Teilen

Artikel bewerten