Testament richtig schreiben

Wann macht ein Testament Sinn?

Wer etwas Vermögen hat, sollte im Vorfeld regeln, wer dieses nach seinem Ableben erben soll. Ob Guthaben auf Konten, Schmuck, Wertpapiere, Aktien und/oder Immobilien: Wenn Sie die Verteilung Ihres Vermögens nicht allein der gesetzlichen Erbfolge überlassen wollen oder Streitereien unter den Erben vermeiden möchten, sollten Sie auf jeden Fall ein Testament aufsetzen. Den Pflichtteil für die nächsten Angehörigen müssen Sie dabei jedoch berücksichtigen.

Was kann testiert werden?

Im Testament wird festgehalten, wer was und wieviel erben soll. Das betrifft nicht nur die direkten Verwandten wie Ehepartner, Eltern, Kinder und Enkel, die ohnehin einen Pflichtteil erhalten, auch wenn Sie diese enterben. Möchten Sie auch andere Personen bedenken, sollten Sie dies auf jeden Fall testieren, damit Ihr Wunsch erfüllt werden kann.

Tipp: Eindeutig formulieren

Das Testament muss erkennbar als solches betitelt sein und außer den inhaltlichen Details die Ortsangabe, das Datum und Ihre vollständige Unterschrift enthalten. Beschreiben Sie bis in alle Einzelheiten, wer was bekommen soll. Vage Formulierungen führen nur zu Unsicherheiten bezüglich der Vermögenswerte und provozieren Streit unter den Erben. Das Testament muss handschriftlich fixiert werden.

Formen des Testaments

  1. Das eigenhändig verfasste Testament
  2. Das notarielle Testament, das von einem Notar beglaubigt wird
  3. Das gemeinschaftliche Testament, das nur Ehepartner oder eingetragene Lebenspartner verfassen und ändern können 
  4. Das Berliner Testament 
  5. Nottestamente: Diese können mithilfe von drei anwesenden Zeugen auch mündlich erstellt werden, wenn eine lebensbedrohende Erkrankungssituation besteht. Diese außerordentliche Verfügung gilt nur für drei Monate und verfällt, wenn der Verfasser danach noch am Leben ist.

Berliner Testament

Um dem Ehe- oder Lebenspartner finanzielle Sicherheit nach dem eigenen Ableben zu bieten, nutzen viele Paare das Berliner Testament. Dabei wird das gesamte Erbe dem überlebenden Partner zugesprochen, während die Kinder zunächst nichts bekommen. Dennoch behalten diese einen Anspruch auf nicht bewegliches Vermögen wie etwa ein Einfamilienhaus. Um die steuerlichen Vorteile genießen zu können, ist es von Vorteil, den Kindern ihren Anteil am Haus sofort zu überlassen und für sich ein lebenslanges Nutzungsrecht einzuräumen. Ein Nachteil des Berliner Testaments ist, dass der überlebende Partner das Testament nicht mehr ändern kann.

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