Was ist eine Vorsorgevollmacht?

Wozu braucht man eine Vorsorgevollmacht?

Wenn Sie durch eine Krankheit oder einen Unfall Ihre Geschäfte nicht mehr selbst tätigen können, ist es hilfreich, wenn eine Vorsorgevollmacht vorliegt, in der ein Vertreter bestimmt ist. Das Gericht darf dann keine gesetzliche Betreuung anordnen. Diese Vollmacht können Sie formlos aufsetzen, ohne sie notariell beglaubigen zu lassen. Wenn Sie unsicher bei der Formulierung sind, können Sie sich Muster und Formulare aus dem Internet herunterladen.

Was regelt eine Vorsorgevollmacht?

Die Vorsorgevollmacht bestimmt, dass der Betreuer die finanziellen, organisatorischen und medizinischen Vorgänge für die Person erledigt, die die Vollmacht erteilt hat. Sie erlaubt dem Bevollmächtigten die Regelung der finanziellen Geschäfte, die Vertretung vor dem Gericht und Behörden sowie bei Abschlüssen von Verträgen. Sollen Grundstücke verwaltet oder Kredite beantragt werden, muss dies extra aufgeführt und von einem Notar oder Betreuungsgericht beglaubigt werden.

Wen sollte man als Bevollmächtigten einsetzen?

Auf jeden Fall sollten Sie jemanden mit der Vorsorgevollmacht betrauen, dem Sie nahe stehen und dem Sie zutrauen, Ihre Angelegenheiten in Ihrem Sinne zu regeln, zum Beispiel Ihre Kinder. Junge Leute ab 18 Jahren setzen am besten Ihre Eltern als Vertreter ein, denn wenn es zu einem Unfall kommt, dürfen die Ärzte den Eltern nur Auskunft geben, wenn eine entsprechende Vorsorgevollmacht existiert. Es können auch mehrere Personen beauftragt werden. Außerdem kann eine Person bestimmt werden, die bei Uneinigkeit aller anderen entscheiden soll. Sie können auch verschiedene Angelegenheiten auf mehrere Personen verteilen.

Rechtliche Bedingungen für Vorsorgevollmachten

Um eine Vorsorgevollmacht zu erstellen, muss man mindestens 18 Jahre alt und geschäftstüchtig, also geistig nicht eingeschränkt sein. Die Urkunde kann formlos mit der Hand oder dem Computer geschrieben sein und muss dann per Hand mit Datum und Unterschrift versehen werden. Um die Vorsorgevollmacht zu bekräftigen, kann sie durch einen Notar oder die Betreuungsbehörde (preiswerter) beglaubigt werden.

Bei einer Beurkundung durch den Notar können Sie bei der Formulierung von Details eine Beratung in Anspruch nehmen. Zugleich überprüft er Ihre Geschäftsfähigkeit. Die Eintragung der Vorsorgevollmacht können Sie beim zentralen Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer vornehmen lassen, damit sie im Zweifelsfall auffindbar ist.

 

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