Pflegekapitalanlagen & Vorsorge

Die wichtigsten Vollmachten im Alter

Mit steigendem Alter kann es schnell zu Situationen kommen, in denen die Hilfe vertrauter Personen benötigt wird, z. B. bei Pflegebedürftigkeit oder im Koma. Auch wenn dies in jungen Jahren kein zentraler Gedanke ist, ist es sinnvoll, sich schon früh Gedanken zur finanziellen und rechtlichen Vorsorge zu machen.

Statistisch gesehen wird in Deutschland jede zweite Person pflegebedürftig. Meistens geschieht dies sehr plötzlich. Für solche Notfälle sollte vorgesorgt sein, indem festgelegt wird wer welche Angelegenheiten für die pflegebedürftige Person übernimmt.

Am Wichtigsten sind medizinische, finanzielle und andere persönliche Dinge, die nach den eigenen Vorstellungen festgelegt werden sollten.

Welche Vollmachten sind im Alter sinnvoll?

Sowohl die finanzielle als auch die rechtliche Vorsorge ist wichtig um sich im Falle einer Pflegebedürftigkeit abzusichern. So ist es im Ernstfall sowohl für den Betroffenen als auch für dessen Familie leichter die rechtlichen und finanziellen Angelegenheiten im Sinne des Betroffenen zu regeln. In Vorsorgevollmacht sowie Patienten- und Betreuungsverfügungen können Wünsche rechtsgültig aufgeschrieben werden. Sie sind die wichtigsten Vollmachten, die benötigt werden.


Finanzielle Vorsorge

Für die finanzielle Vorsorge gibt es eine Reihe an Pflegezusatzversicherungen, bei deren Abschluss der Betroffene zusätzliche Leistungen erhält. Solch eine finanzielle Absicherung ist im Alter notwendig, da die gesetzliche Pflegeversicherung nur einen Teil der Kosten abdeckt.

BEISPIEL

Mit Pflegegrad 2 hat ein Pflegebedürftiger Anspruch auf 770 Euro für die Pflege in einem Heim (vollstationäre Pflege). Allerdings sind die Heimkosten weitaus teurer als 770 Euro, denn sie betragen im Schnitt um die 3000 Euro. Somit ist eine private Pflegeversicherung in jedem Fall anzuraten.


Die Pflegezusatzversicherung kann staatlich gefördert werden durch den Pflege-Bahr. Hierbei gilt, dass der Versicherungsnehmer mindestens eine Summe von 10 Euro monatlich zahlen muss. Er erhält dann einen Zuschuss von 5 Euro in Form des Pflege-Bahrs. Je früher die Pflegezusatzversicherung abgeschlossen wird, desto besser. Beim Pflege-Bahr gilt eine Wartezeit von fünf Jahren. Sollte der Versicherungsnehmer allerdings zuvor pflegebedürftig werden aufgrund eines Unfalls, entfällt diese Wartezeit jedoch.

Noch aus einem anderen Grund ist es anzuraten die Pflegezusatzversicherung frühzeitig abzuschließen: Der Gesundheitsstatus des Versicherungsnehmers spielt eine wichtige Rolle beim Vertragsabschluss einer Pflegezusatzversicherung. Je besser der Gesundheitsstatus des Versicherungsnehmers, desto besser sin die Konditionen für eine Pflegezusatzversicherung oder diese überhaupt abschließen zu können.

Für die finanzielle Vorsorge gibt es zusätzlich noch die Pflegerentenversicherung, die Pflegekostenversicherung sowie seit kurzem auch eine Demenz-Versicherung.


Rechtliche Vorsorge

Um im Zweifelsfall rechtlich abgesichert zu sein, sodass Angehörige rechtliche Angelegenheiten übernehmen und klären können, müssen Vollmachten oder Verfügungen erteilt werden. Dabei handelt es sich konkret um folgende rechtliche Vorsorgeinstrumente:

  • Vorsorgevollmacht

    Die Vorsorgevollmacht bestimmt, dass der Betreuer die finanziellen, organisatorischen und medizinischen Vorgänge für die Person erledigt, die die Vollmacht erteilt hat. Sie erlaubt dem Bevollmächtigten die Regelung der finanziellen Geschäfte, die Vertretung vor dem Gericht und den Behörden sowie bei Abschlüssen von Verträgen. Sollen Grundstücke verwaltet oder Kredite beantragt werden, muss dies extra aufgeführt und von einem Notar oder Betreuungsgericht beglaubigt werden.

  • Patientenverfügung

    In einer Patientenverfügung wird schriftlich festgelegt, welche medizinischen Behandlungen in Situationen erfolgen sollen, in denen der eigene Wille nicht mehr geäußert werden kann. In diesem Dokument ist es ebenfalls wichtig festzulegen, welche ärztlichen Maßnahmen in bestimmten Fällen abgelehnt werden. Die Entscheidungen müssen detailliert beschrieben werden, damit sie umsetzbar sind und unerwünschte Behandlungen verhindert werden.

  • Betreuungsverfügung/Betreuungsvollmacht

    Wer so krank, pflegebedürftig oder behindert ist, dass er Unterstützung zur Erledigung seiner persönlichen Angelegenheiten benötigt, kann er einer Person seines Vertrauens eine Vollmacht erteilen oder beim Betreuungsgericht einen Betreuer bestellen. Wenn die Person zum Beispiel dement ist oder im Koma liegt, können Verwandte, Freunde oder andere Dritte einen Berufsbetreuer beantragen. Professionelle gesetzliche Betreuung bieten auch Ehrenamtliche an, die speziell auf ihr Amt vorbereitet werden. Soll ein Familienmitglied für die Betreuung eingesetzt werden, muss das Gericht zustimmen. Die Betreuungsverfügung/Betreuungsvollmacht wird also im Gegensatz zur Vorsorgevollmacht vom Betreuungsgericht überprüft.

  • Kontovollmacht

    Auch über Geldkonten können Ehepartner nicht automatisch gegenseitig verfügen, wenn es notwendig werden sollte, die Interessen des anderen zu vertreten. Nur bei gemeinsam angelegten Konten kann jeder Partner die Geldgeschäfte des anderes regeln. Für den Fall der Pflegebedürftigkeit oder beim Tod eines Menschen sollte einer vertrauenswürdigen Person eine Kontovollmacht erteil werden. Hinweis: Diese Person kann dann über Geld, den Dispokredit und Wertpapiere verfügen. Neue Kreditkarten oder Konten kann der Bevollmächtigte jedoch nicht beantragen. Auch Kredite kann er nicht ändern lassen.

  • Testament

    Auch das Aufsetzen eines Testaments gehört zum Bereich der rechtlichen Vorsorge. Denn ein richtig aufgesetztes Testament sorgt für Klarheit und beugt eventuellen Streitigkeiten vor.



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