Die wichtigsten Vollmachten im Alter

Welche Vollmachten sind im Alter sinnvoll?

Je älter man wird, desto eher kann es zu Situationen kommen, in denen man die Hilfe vertrauter Personen benötigt, z. B. bei Pflegebedürftigkeit oder im Koma. Für solche Notfälle sollten Sie vorsorgen, indem Sie sich überlegen, wer welche Angelegenheiten für Sie regeln soll. Am Wichtigsten sind medizinische, finanzielle und andere persönliche Dinge, die Sie nach Ihren Vorstellungen festlegen sollten. In Vorsorge- und Kontovollmachten sowie Patienten- und Betreuungsverfügungen können Sie Ihre Wünsche rechtsgültig aufschreiben. Sie sind die wichtigsten Vollmachten, die benötigt werden.

Infos und Tipps zur Vorsorgevollmacht

Sollten Sie in eine Situation geraten, in der Sie längere Zeit bewusstlos sind und Ihre Angelegenheiten nicht regeln können, wird automatisch ein Vertreter für Sie vom Gericht bestellt, auch wenn Sie verheiratet sind. Dies lässt sich umgehen, indem Sie in einer Vorsorgevollmacht selbst bestimmen, wer Sie in einem solchen Fall vertreten soll. Sie müssen sie schriftlich fixieren, damit sie gültig ist.

Eine notarielle Beglaubigung ist nicht notwendig, aber anzuraten, wenn Sie vermuten, dass es Schwierigkeiten geben könnte. Dies ist häufig bei finanziellen Angelegenheiten und Erbsachen der Fall. Damit die entsprechenden Personen wie Ärzte jederzeit Zugriff auf diese Vollmacht haben und das Gericht überprüfen kann, dass überhaupt eine Vollmacht existiert, sollten Sie diese beim Vorsorgeregister der Bundesnotarkammer registrieren lassen. Die Vorsorgevollmacht können Sie jederzeit mündlich widerrufen.

Infos und Tipps zur Kontovollmacht

Auch über Geldkonten können Ehepartner nicht automatisch gegenseitig verfügen, wenn es notwendig werden sollte, die Interessen des anderen zu vertreten. Nur bei gemeinsam angelegten Konten kann jeder Partner die Geldgeschäfte des anderes regeln. Für den Fall der Pflegebedürftigkeit oder beim Tod eines Menschen sollten Sie einer vertrauenswürdigen Person eine Kontovollmacht erteilen. Seien Sie sich darüber bewusst, dass diese Person über Ihr Geld, den Dispokredit und Ihre Wertpapiere verfügen kann. Neue Kreditkarten oder Konten kann der Bevollmächtigte jedoch nicht beantragen. Auch Kredite kann er nicht ändern lassen.

Infos und Tipps zur Betreuungsverfügung

In einer Betreuungsverfügung können Sie einer Person Ihres Vertrauens die Vollmacht erteilen, Ihre Wünsche und Vorstellungen durchzusetzen, wenn Sie diese selbst nicht mehr äußern oder durchführen können. Die Betreuungsverfügung kann nicht auf einen Dritten übertragen werden und zudem bestimmte Personen als Betreuer ausschließen. Außerdem können Sie in diesem Dokument Ihre Wünsche für bestimmte Situationen festhalten, z. B. wo Sie wohnen möchten. Diese Wünsche muss der Betreuer erfüllen, soweit dies möglich ist. Optimal ist die Verbindung aus Vorsorgevollmacht und Betreuungsvollmacht an eine Person. So kann diese Ihre Rechte und Vorstellungen am besten umsetzen.

Infos und Tipps zur Patientenverfügung

Seit 2009 ist es notwendig, eine Patientenverfügung schriftlich zu verfassen, damit sie gültig ist. Darin können und sollten Sie so detailliert wie möglich beschreiben, welche medizinischen Maßnahmen Sie wünschen, falls Sie sich in einem Zustand befinden, in dem Sie diese nicht selbst äußern können. Bestimmen Sie auch, welche Maßnahmen Sie nicht wünschen. Das ist wichtig, damit die Ärzte wissen, wie sie sich verhalten sollen.

Notieren Sie außerdem einige ergänzende Hinweise zu Ihrer generellen Einstellung bezüglich lebenserhaltender Maßnahmen. Da man sich als Laie kaum mit den aktuellen Möglichkeiten medizinischer Behandlungen in Ausnahmezuständen wie Koma, Gehirnschädigungen nach einem Unfall oder Sterbeprozessen auskennt, lassen Sie sich von Ihrem Hausarzt beraten, um die korrekten Formulierungen einsetzen zu können.

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