Altersvorsorge für über 50 Jährige

Welche Anlagen sich ab 50+ lohnen:

Die Annahme, dass sich eine private Altersvorsorge mit 50+ nicht mehr lohnen würde, ist weit verbreitet – dabei ist diese Vermutung grundlegend falsch. Ganz im Gegenteil: Es gibt zahlreiche Anlageformen, die auch im fortgeschrittenen Alter noch sinnvoll sind, um die gesetzliche Rente mit privaten Mitteln aufzustocken. Das wichtigste Ziel bei der Altersvorsorge sollte für über 50-Jährige sein, ihr bereits vorhandenes Vermögen zu bewahren. Im besten Fall entsteht darüber hinaus eine finanzielle Reserve für einen später eventuell auftretenden Pflegebedarf. Besonders lohnen können sich deshalb staatlich geförderte Anlagen wie die Riester Rente. Die Vorsorge- und Sparmöglichkeiten sind auch mit 50+ noch sehr umfangreich. Eine gute Altersvorsorge ist auch Voraussetzung für eine gute Absicherung im Pflegefall.

 Folgend stellen wir Ihnen die wichtigsten Vorsorge-Modelle für "Best-Ager" vor: 

Banksparplan

Eine besonders sichere, aber dafür auch wenig renditeträchtige Form der Altersvorsorge ist der Banksparplan. Hier zahlt der Anleger regelmäßig einen Betrag auf ein Sparkonto ein – je länger der Einzahlungszeitraum, umso höher ist der Ertrag. Besteht bereits vor Eintritt ins Rentenalter ein akuter Finanzierungsbedarf, kann das angesparte Geld auch vorzeitig ausgezahlt werden. Ein Banksparplan eignet sich besonders gut für Anleger im fortgeschrittenen Alter: Da die Rendite nicht sehr hoch ist, lohnt sich diese Anlageform vor allem für Sparer, die nur noch wenige Jahre Zeit zum Vorsorgen haben.

Fondsparplan

Ein Fondsparplan ermöglicht eine höhere Rendite, birgt auf der anderen Seite aber auch ein höheres Risiko als ein Banksparplan. Das Vorsorge-Prinzip ist ähnlich: Der Anleger zahlt regelmäßige Beträge ein, diese werden allerdings nicht auf ein Sparkonto eingezahlt, sondern in unterschiedliche Fonds investiert. Die Wahl der Fonds kann entweder der Sparer selbst treffen oder ein Experte des Unternehmens, bei dem der Fondsparplan abgeschlossen wurde. Am sichersten sind sogenannte Dach- oder Mischfonds: Dabei wird das Geld in unterschiedliche Investmentfonds angelegt, wodurch das Risiko sich verteilt und die Anlagesicherheit steigt. Aktienfonds sind die riskanteste Anlageform, in diese sollten nur kleinere Beträge investiert werden. Je älter der Anleger zu Beginn der Ansparphase ist, umso wichtiger ist es, das Geld in möglichst sicheren Fonds anzulegen.

Sofortrente

Die Sofortrente eignet sich für alle, die mit einem Schlag gleich eine höhere Summe investieren möchten. Mit Beginn der Rente erhalten die Anleger dann einen vorher festgesetzten monatlichen Betrag, der aus dem vorhandenen Sparkapital finanziert wird. Neben den monatlichen Auszahlungen sind zwischendurch auch zusätzliche Kapitalentnahmen möglich. Über 50-Jährige, die viel Geld angespart haben oder durch eine Erbschaft über eine größere Menge Geld verfügen, können mit einer Sofortrente ihre zukünftigen Rentenzahlungen problemlos aufstocken. Die Anleger können außerdem bei Vertragsabschluss verfügen, dass die Rentenzahlungen nach ihrem Tod an die Hinterbliebenen weitergehen.


Pflegezusatzversicherung

Wer im Alter gezielt für einen möglichen Pflegefall vorsorgen möchte, sollte über eine Pflegezusatzversicherung nachdenken. Grundsätzlich dient die gesetzliche Pflegeversicherung dem Zweck, die Risiken der Pflegebedürftigkeit im Alter abzusichern. Allerdings ist dabei die Gefahr groß, dass eine Kostenlücke zwischen den von der Pflegeversicherung übernommenen Leistungen und dem tatsächlichen Bedarf entsteht. Um diese Lücke frühzeitig zu schließen, können Anleger in eine Pflegezusatzversicherung investieren. Der Einstieg in eine Pflegezusatzversicherung kann sich auch für über 50-Jährige noch lohnen – solange sie bei guter Gesundheit sind und die Beiträge zur Pflegezusatzversicherung dauerhaft zuverlässig zahlen können. Denn werden die monatlichen Zahlungen nicht mehr geleistet, verfällt auch der Anspruch auf Leistungen im Pflegefall.

Erfahren Sie mehr über private Pflegezusatzversicherungen

 

Pflegeimmobilie

Ein besonders interessantes Vorsorgemodell, das sich immer größerer Beliebtheit erfreut, ist die Pflegeimmobilie. Der demographische Wandel und das damit verbundene Wachstum des Pflegemarktes, haben Pflegeimmobilien zu sicheren und renditeträchtigen Investitionsobjekten werden lassen. Langfristig verlässliche Einnahmen und ein minimaler Verwaltungsaufwand - das sind Vorteile, die andere Immobilien nicht so leicht bieten können. Ein weiterer positiver Aspekt: Wer eine Pflegeimmobilie kauft, erwirbt in der Regel automatisch ein bevorzugtes Belegungsrecht. Wenn dann später der Pflegefall eintritt, erübrigt sich damit die kurzfristige Suche nach einem passenden Pflegeplatz.

Mehr Informationen zu Pflegeimmobilien


Rürup-Rente

Für Sparer, die keinen Riester-Vertrag abschließen können, gibt es als Alternative die Rürup-Rente. Besonders Anleger im fortgeschrittenen Alter, die gern eine größere Summe anlegen und gleichzeitig von hohen Steuerersparnissen profitieren möchten, ist dieses Vorsorgemodell gut geeignet. Die Beiträge, die in die Rürup-Rente eingezahlt werden können, sind weitaus höher als bei der Riester-Rente. Aus steuerlicher Sicht ist die Rürup-Rente deswegen vor allem für gut verdienende ältere Selbstständige und Freiberufler sinnvoll – insbesondere dann, wenn sie nicht in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen und auch sonst über keine sichere Altersvorsorge verfügen. Mit einem Rürup-Vertrag kann innerhalb weniger Jahre eine ausreichende Rente aufgebaut werden.


Private Rentenversicherung

Eine private Rentenversicherung lohnt sich vor allem dann, wenn der Anleger zu Beginn der Rentenauszahlung über 60 Jahre alt ist und bis dahin mindestens 12 Jahre in die Versicherung eingezahlt hat. Bei einer monatlichen Auszahlung der privaten Rente muss lediglich ein kleiner Teil des Ertrags versteuert werden – je älter der Anleger ist, umso niedriger ist dabei der steuerpflichtige Anteil. Damit bleibt noch ausreichend Spielraum für zusätzliche Einkünfte im Rentenalter. Zu beachten gilt: Lieber keine fondsgebundenen Versicherungen abschließen, da diese bei einem kurzen Anlagezeitraum ein zu hohes Risiko bergen.

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Riester-Rente

Die Riester-Rente ist vor allem als lohnende Anlageform für Familien bekannt. Dank staatlicher Zulagen und relativ hoher Steuerersparnisse lohnen sich die Riester-Produkte auch für Sparer jenseits der 50. Zu beachten gilt dabei, dass für die klassische Riester-Rente Abschlusskosten anfallen. Die Folge ist eine eher geringe Anfangsrendite. Bei einem Riester-Banksparplan fallen hingegen keine Abschlussgebühren an – für Sparer, die nur noch 10 Jahre lang einzahlen können, bringt diese Riester-Variante in der Regel mehr Ertrag. Laut einem Bericht von Stiftung Warentest bringen staatlich geförderte Altersvorsorge zwischen 50 und 67 Jahren besonders hohe Renditen. Der Vergleich der verschiedenen Vorsorge-Modelle zeigt: Bis zu 17,4 Prozent Gewinn sind in den letzten Arbeitsjahren noch möglich.  Die eingezahlten Beträge und die Zulagen sind bei einem Riester-Bausparplan garantiert. Dazu kommen noch mögliche Erträge aus den Zinsen. Wer also eine besonders sichere Anlage möchte und dafür auf eine überdurchschnittliche Rendite verzichten kann, ist mit dieser Form der Altersvorsorge gut beraten.

Informationen und Angebot zur Riester-Rente

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