Wann wird ein gesetzlicher Betreuer bestellt?

In welchen Fällen wird eine Betreuung bestellt?

Wer so krank, pflegebedürftig oder behindert ist, dass er Unterstützung zur Erledigung seiner persönlichen Angelegenheiten benötigt, kann einer Person seines Vertrauens eine Vollmacht erteilen oder beim Betreuungsgericht einen Betreuer bestellen. Ist der Betroffene zum Beispiel dement oder liegt er im Koma, können auch Verwandte, Freunde oder andere Dritte einen Berufsbetreuer beantragen. Professionelle gesetzliche Betreuung bieten auch Ehrenamtliche an, die auf ihr Amt besonders vorbereitet werden.

Rechte und Pflichten des Betreuers

Wenn Sie als Angehöriger von einem erkrankten Familienmitglied als gesetzlicher Betreuer eingesetzt werden sollen, muss das Gericht zustimmen. Ihre Aufgaben als Betreuer werden genau in Ihrem Ausweis beschrieben. Nur in den deklarierten Bereichen dürfen Sie den Betroffenen vertreten. Um nachzuweisen, dass Sie korrekt gehandelt haben, müssen Sie einmal jährlich dem Vormundschaftsgericht einen Bericht vorlegen. Als Betreuer sind Sie ehrenamtlich tätig und bekommen daher keine Vergütung.

Darum kümmert sich der gesetzliche Betreuer

Nach § 1902 BGB vertreten Sie den Betroffenen in Fragen der Gesundheit, des Aufenthaltswunschs, bei Wohnungsangelegenheiten, Versicherungen oder der Vermögenssorge. Sie können nach Absprache mit dem Betreuten Entscheidungen treffen und Verträge unterschreiben. Das gilt auch, wenn der Betreute noch geschäftsfähig ist. Als Betreuer sollten Sie sich zu Ihrem Schutz gegen Haftungsrisiken versichern lassen, falls Sie einen Fehler machen.

Alternativen zur gesetzlichen Betreuung

Einfacher und ohne großen Aufwand können Sie als Betroffener auch einer Person Ihres Vertrauens eine Vorsorgevollmacht erteilen, damit sie Sie in den von Ihnen festgelegten Bereichen vertreten kann. Der Nachteil ist, dass ein privater Betreuer nicht kontrolliert wird und die Situation ausnutzen könnte.

Eine weitere Möglichkeit ist die Patientenverfügung, die allerdings nur den gesundheitlichen Bereich abdeckt. Darin halten Sie fest, wer für Sie entscheiden soll, welche Behandlung Sie in bestimmten Situationen wünschen, falls Sie es selbst nicht mehr können. In einer gesonderten Betreuungsverfügung können Sie bestimmen, welche Person Sie betreuen soll.

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