Tipps Pflegende Angehörige: Basale Stimulation einsetzen

Was ist Basale Stimulation?

Basale Stimulation bedeutet, sich durch Berührungen zu verständigen. Wenn Ihr pflegebedürftiger Angehöriger Ihre Worte nicht mehr begreifen kann, weil er dement oder schwerstbehindert ist, können Sie ihm Ihre Mitteilungen durch Gesten verdeutlichen. Damit gehen Sie auf seine vorhandenen Fähigkeiten ein und ermutigen ihn, Aktivitäten durchzuführen, die er noch beherrscht, oder Sie vermitteln ihm einfach nur Geborgenheit.

Berührungen ergänzen Worte

Durch Basale Stimulation wird der Pflegebedürftige nicht therapiert, sondern seine Wahrnehmung aktiviert. Daher sollten Sie Ihre Worte stets mit Berührungen ergänzen. Jeder noch so einfache Satz bekommt für den Pflegebedürftigen auf diese Weise mehr Gewicht und holt ihn aus seiner Isolation heraus. Beispiel: Wenn Sie ihn morgens begrüßen oder abends eine gute Nacht wünschen, legen Sie ihm dabei eine Hand auf die Schulter oder an die Wange.
Basale Stimulation vermittelt Nähe und Geborgenheit.
Berührungen ermöglichen Menschen mit schwerer Beeinträchtigung, sich besser zu spüren, die Außenwelt wahrzunehmen und eine Beziehung zu ihren engsten Mitmenschen zu erhalten. Sie erfahren Sicherheit und können Vertrauen zu Ihnen als Pflegeperson aufbauen. Liegt Ihr Angehöriger im Sterben, können Sie ihm mit basaler Stimulation Nähe und Geborgenheit vermitteln.

So bauen Sie Basale Stimulation in den Pflegealltag ein

Neben alltäglichen Berührungen wie beim Essen, Trinken oder Unterhalten können Sie Ihren Angehörigen zudem während der Ganzkörperpflege besonders stimulieren, indem Sie ihn ausgiebig, aber sanft und ruhig abreiben. Die Bewegungen sollten in Herzrichtung gehen, außer wenn er unter einer Herzerkrankung leidet. Ist Ihr Angehöriger unruhig, streichen Sie besser zu Füßen und Händen hin.
Kann sich Ihr Angehöriger kaum oder gar nicht mehr bewegen, legen Sie sich ab und zu neben ihn ins Bett, sodass er Ihre Nähe und Wärme wahrnehmen kann. Auch weiche Decken und Kissen können helfen, dass sich der Pflegebedürftige besser spürt. Legen Sie sie dicht an seine Seiten, damit er die Möglichkeit hat, den Stoff mit den Händen zu berühren.

Reaktionen des Pflegebedürftigen beachten

Beobachten Sie stets, wie Ihr Angehöriger auf die Berührungen reagiert. Macht er einen entspannten Eindruck, indem er zum Beispiel lächelt, tun sie ihm gut. Abwehrende Haltungen wie hochgezogene Schultern, Grimassen und geballte Fäuste signalisieren Ihnen, dass er sich nicht wohlfühlt. In solchen Fällen versuchen Sie andere Berührungen anzuwenden, zum Beispiel mithilfe eines Seidentuchs oder einer Feder.

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