Ratgeber Wohnen im Alter im Ausland 

Lohnt sich das Auswandern im Alter? 

Auswandern im Alter ist im Trend. Laut einer der Statistik der Deutschen Rentenversicherung von 2011 leben etwa 200.000 Deutsche Rentner dauerhaft im Ausland. Die meisten Senioren zieht es ins europäische Ausland – über 50.000 leben alleine in Spanien und Portugal. Aber auch die USA und exotische Ziele wie die Philippinen und Thailand zählen zu begehrten Zielen für den Lebensabend. Wer im Alter im Ausland leben möchte, sollte rechtzeitig die wichtigsten Fragen klären: Wird ein Visum benötigt? Muss ich meine Rente versteuern? Was ist im Krankheits- oder Pflegefall?
 

Rentenbezug im Ausland  

Als deutscher Staatsbürger gilt der gesetzliche Rentenanspruch unabhängig vom Wohnort. Auch im Ausland erhalten Rentner, so lange sie die deutsche Staatsbürgerschaft behalten, die volle gesetzliche Rente. Auch wenn Rentner eine EU-Staatsbürgerschaft annehmen, bleibt der volle Rentenanspruch erhalten. Das gleiche gilt auch für die Schweiz und Norwegen mit denen Deutschland ein Sozialversicherungsabkommen geschlossen hat. Bei anderen Ländern wie der thailändischen Staatsangehörigkeit kann die Rente um bis zu 30 Prozent gekürzt werden. In vielen Ländern haben Senioren bei niedrigen Lebenshaltungskosten so deutlich mehr von ihrer Rente, was ein Argument für das Auswandern im Alter ist.
 

Steuervorteile im Ausland 

Ein weiterer Vorteil für deutsche Rentner ist, dass diese in vielen Ländern ihre Rente nicht versteuern müssen. Im Jahr 2005 wurde der zu versteuernde Anteil der Rente auf 50 Prozent angehoben und steigt seitdem jährlich um 2 Prozent. Im Jahr 2013 müssen Senioren 66 Prozent ihrer Rente versteuern. Kein Zugriff auf die Rente hat das Finanzamt, wenn der Rentner in einem Land lebt, mit denen das Finanzamt kein aktuelles Abkommen zur Besteuerung von Renten besitzt. In Griechenland oder den USA müssen Rentner keine Steuer bezahlen. In Frankreich, Italien oder Österreich hingegen, müssen Rentner ihre Bezüge wie in Deutschland versteuern. Mit der Türkei gibt es ein Sondervereinbarung in der geregelt ist, dass das Finanzamt 10 Prozent der Rente einbehält. Gegen diese Versteuerung wehren sich viele Auslands-Rentner gerichtlich, mit ungewissem Ausgang.

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Visa vor Auswanderung klären 

Das Auswandern in europäische Länder ist für Rentner rechtlich kein Problem. In jedem Land der europäischen Union können Rentner mit einer Krankenversicherung und einem gesicherten Einkommen ohne Auflagen ihren Lebensabend verbringen. Doch für nicht EU-Staaten sollte die Visumsfrage möglichst früh geklärt werden, bevor eine Investition in eine längere Reise oder Immobilien getätigt wird. In vielen Ländern ist ein dauerhaftes Visum für Senioren vom Einkommen abhängig. So erhalten Senioren ein Visum für Thailand ab einer monatlichen Rente von 1.200 Euro. Doch andere Länder haben deutlich strengere Visa-Regeln. In die USA können Rentner nur drei Monate mit einem regulären Visum und sechs Monate mit einem Besuchervisum reisen. Für dauerhafte Aufenthalte wird eine GreenCard benötigt, welche für Senioren kaum zu bekommen ist. Auch für andere Ziele können die Visa-Bedingungen sehr kompliziert sein. Nähere Informationen zu den Bedingungen geben die Botschaften des Ziellandes. 

 

Was tun im Krankheits- oder Pflegefall? 

Auch mit dem Fall einer schweren Erkrankung oder einer Pflegebedürftigkeit sollten Senioren bei einer Auswanderung bedenken. Die gesetzliche und private Krankenversicherung zahlen in vielen Fällen auch im Ausland. Dabei werden in Europa aber nur die Kosten übernommen, die auch in dem betroffenen Land von der Krankenversicherung gezahlt werden. Zusätzliche Kosten können durch den Abschluss einer Auslands-Krankenversicherung oder Reiseversicherung abgedeckt werden. Diese können auch im Notfall die Kosten für einen Rück-Transport übernehmen. Ebenfalls sollten Senioren vor der Auswanderung sich über die Gesundheitsversorgung vor Ort informieren.

Auch die Möglichkeit eines Pflegefalls sollte bedacht werden. Denn im Falle einer Pflegebedürftigkeit übernimmt die Pflegekasse nicht einen Teil der Pflege-Kosten wie in Deutschland, sondern zahlt nur das Pflegegeld.

Erfahren Sie mehr über die Pflege im Ausland 

 

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