Pflege-Antrag richtig stellen

Wann zahlt die Pflegeversicherung?

Seit 1995 gibt es die Pflegeversicherung als Grundabsicherung. Anspruch auf Leistungen aus der Pflegeversicherung hat, wer mindestens zwei Jahre der letzten zehn Jahre in der Pflegekasse versichert ist oder war. Alle Mitglieder der gesetzlichen Krankenkasse sind automatisch auch in der Pflegekasse versichert. Privat Versicherte müssen eine private Pflegeversicherung abschließen. Eine weitere Voraussetzung für Anspruch für Leistungen aus der Pflegeversicherung ist, dass eine Pflegebedürftigkeit im Sinne des Gesetzes vorliegt. (Mehr zum Begriff Pflegebedürftigkeit)

Pflege Antrag stellen

Der Pflege-Antrag wird formlos bei der Krankenkasse oder der privaten Krankenversicherung des Pflegebedürftigen gestellt. Sobald Sie merken, dass ein Angehöriger oder Sie selber dauerhaft auf Hilfe angewiesen sind, sollten Sie einen Antrag stellen. Die Leistungen durch die Pflegeversicherung gelten rückwirkend ab dem Datum der Antragstellung. Zu empfehlen ist daher ein schriftlicher Antrag mit Datum, welches als Nachweis der Antragstellung dient. Danach schickt Ihnen die Pflegekasse ein Formular zu, welches Sie ausfüllen und zurücksenden. Wenn bereits ein Pflegetagebuch geführt wurde, sollte dies mit dem Antrag mitgeschickt werden. Dieser Pflegeantrag muss von der Pflegekasse innerhalb von fünf Wochen bearbeitet werden. Erteilt die Pflegekasse den schriftlichen Bescheid über den Antrag auf Feststellung einer Pflegestufe nicht innerhalb von fünf Wochen nach Eingang des Antrages, hat die jeweilige Pflegekasse unverzüglich Euro 70,00 an den Antragsteller/Antragstellerin zu zahlen, wenn sie die Verzögerung zu vertreten hat. Bei Aufenthalt in einer Klinik oder in einem Hospiz muss der MDK sogar innerhalb einer Woche das Gutachten stellen.

Was passiert nach dem Pflege-Antrag?

Nach Erhalt des Antrags beauftragt die Pflegekasse den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) mit der Begutachtung des Pflegebedürftigen. Bei privat Versicherten wird der Dienst Medicproof mit der Begutachtung beauftragt.   Das Gutachten ist entscheidend dafür in welche Pflegestufe der Pflegebedürftige eingestuft wird. Von der Pflegestufe hängt ab, wie viel die Pflegeversicherung zahlt. (Erfahren Sie mehr über die Pflegestufen)  

Vorbereitung auf den Besuch des MDK

Der MDK prüft genau welche Einschränkungen der Betroffene aufgrund von Alter, Behinderung oder Erkrankungen hat und wie viel Pflege-Zeit notwendig ist. Aufgrund dieser Einschätzung erfolgt die Einteilung in eine Pflegestufe. Deshalb ist es wichtig, vor dem Besuch die wichtigsten Informationen bereitzuhalten (Mehr dazu unter Begutachtung durch den MDK). Vor dem Besuch des MDK lohnt es sich, ein Pflegetagebuch zu führen.

Lesen Sie hier weiter, wie Sie ein Pflegetagebuch führen 

 

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