Bettlägerigkeit: Ursachen, Folgen, Therapien

Ursachen von Bettlägerigkeit

Bettlägerigkeit kann die Folge einer akuten schweren Erkrankung sein, sie kann sich aber auch stufenweise entwickeln. Bei chronischen Beschwerden bekommt der Patient zunehmend Probleme bei der Bewegung in und außer Haus. Diese können recht unterschiedlicher Natur sein, zum Beispiel Herz-Kreislaufprobleme, Schwindel, Schmerzen in Füßen und Beinen sowie chronische Schmerzen an mehreren Stellen im Körper.
Psychische Erkrankungen können ebenfalls zu Bettlägerigkeit führen, zum Beispiel Depressionen. Schwere Erkrankungen, die den Körper extrem schwächen, binden den Patienten immer mehr ans Bett. Bewegungen innerhalb des Hauses sind nur mit Hilfe oder überhaupt nicht mehr möglich.


Entwicklung bis zur Bettlägerigkeit

Sind die Beschwerden dauerhaft vorhanden oder wenn sie sich weiter steigern, nimmt die Lust an der Bewegung ab. Viele Betroffene sind auch einfach nicht mehr in der Lage, Spaziergänge zu machen oder sich im Haus zu betätigen.
Zunächst lassen sich Schwierigkeiten und Unsicherheiten bei der Bewegung mit einigen Hilfsmitteln ausgleichen, zum Beispiel durch einen Rollator. Kommt jedoch eine allgemeine Schwäche hinzu oder schmerzen die Füße beim Gehen so stark, dass auch eine Gehhilfe nicht mehr ausreicht, bietet sich ein Rollstuhl an.
Patienten, die immer mehr sitzen und liegen, weil sie erschöpft sind, neigen schließlich immer mehr zur Bettlägerigkeit.  Zudem sind viele gesundheitliche Einschränkungen demotivierend, daher mag der Betroffene schließlich überhaupt nicht mehr aufstehen.


Folgen von Bettlägerigkeit

Dauerhafte Bettlägerigkeit kann nicht nur auf die Stimmung drücken und Depressionen verstärken, sie kann auch eine Reihe von körperlichen Erkrankungen begünstigen. Durch den konstanten Bewegungsmangel werden die inneren Organe nicht ausreichend angeregt, sodass es schnell zu Verstopfung kommt.
Die Muskeln verkümmern mit der Zeit, da sie kaum noch beansprucht werden. Die Lunge leidet durch das Liegen, weil die Lungenlappen aufeinander liegen und nicht richtig belüftet werden können. Die Abwehrkräfte werden geschwächt und der Patient neigt zu Lungenentzündungen und Embolien.
Den Blutgefäßen fehlt die notwendige Massage durch Muskelbewegungen, daher entstehen leicht Thrombosen. Schlecht durchblutetes Gewebe und ständiger Druck auf den gleichen Hautpartien führen schließlich leicht zum Dekubitus. Das sind Geschwüre, die sich nur sehr schwer wieder schließen und abheilen können.


Therapiemöglichkeiten bei Bettlägerigkeit

Kann Ihr Angehöriger tatsächlich das Bett nicht mehr verlassen, muss er ständig mobilisiert werden, um den Kreislauf, die Muskeln und den Stoffwechsel anzuregen. Kann er sich selbst nicht mehr bewegen, muss er regelmäßig umgebettet werden, damit keine Druckgeschwüre entstehen.
Professionelle Pflegekräfte können Ihnen zeigen, worauf Sie achten müssen. Physio- und Ergotherapeuten unterstützen den Patienten mit verschiedenen Maßnahmen, um Folgeerkrankungen zu vermeiden. Die Therapien können vom Arzt verordnet werden.
Auch Sie selbst können Ihrem Angehörigen helfen, seine Durchblutung zu fördern. Mit wechselwarmen Körperwaschungen oder Bürstenmassagen mit weichen Borsten verschaffen sie ihm mehr Wohlbefinden und regen den ganzen Körper an. Wenn der Betroffene in der Lage ist, sich aufzusetzen, können Sie mit ihm leichte Gymnastikübungen durchführen.

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