Pflege bei Depressionen

Symptome bei Depressionen

Depressionen zeigen nicht bei jedem Betroffenen die gleichen Symptome. Während manche niedergeschlagen, weinerlich und antriebslos sind, macht sich die Erkrankung bei anderen durch Aggressionen und Wutausbrüche bemerkbar. Häufig kommen körperliche Beschwerden hinzu.

In jedem Fall fällt es den Patienten schwer, den Alltag zu bewältigen und Freude zu empfinden. Häufig kommen Angst und Interesselosigkeit dazu, soziale Kontakte werden vernachlässigt, weil sich der Betroffene zurückzieht. Er fühlt sich leer, energielos und sieht keinen Sinn in seinem Leben.

Basis für die Pflege: Einfühlungsvermögen und Verständnis

Bei älteren Menschen bestehen zudem oft weitere chronische Erkrankungen, die die Situation erschweren. Der Umgang mit depressiven Menschen ist nicht nur für den Betroffenen eine große Herausforderung, er erfordert auch von den nächsten Angehörigen viel Geduld und Einfühlungsvermögen. Ermutigen Sie ihn, über seine Gefühle zu sprechen, aber drängen Sie ihn nicht.
Wenn Sie sich um einen Angehörigen kümmern, der unter einer Depression leidet, müssen Sie sich bewusst machen, dass diese Erkrankung nicht mit einigen aufmunternden Worten zu heilen ist. Wichtig ist, dass Sie Verständnis zeigen und die Krankheit akzeptieren. Fordern Sie den Erkrankten keinesfalls auf, sich zusammenzureißen! Das würde die Depression nur verschlimmern, da durch solche Aufforderungen Schuldgefühle entstünden.

Körperkontakt hilft auch der Seele

Versuchen Sie auch nicht, die Situation schönzureden, sondern zeigen Sie dem Betroffenen, dass Sie für ihn da sind. Nehmen Sie ihn öfter in den Arm und halten ihn fest, wenn er sich nicht äußern oder nur noch weinen kann. Sie müssen nicht immer etwas Tröstendes sagen, oft bewirkt der Körperkontakt mehr, als noch so gut gemeinte Worte.
Halten Sie immer wieder seine Hand, streicheln Sie sein Gesicht, seine Arme, den Rücken. Auch wenn Ihr Angehöriger nicht immer sichtbar darauf reagiert, tun ihm diese Streicheleinheiten gut und wirken sich wohltuend auf die Seele aus.

Depressionen sind eine Belastung für Pflegende

Einen depressiven Menschen zu pflegen bedeutet auch für Sie selbst eine nicht unerhebliche Belastung. Schaffen Sie sich zwischendurch regelmäßig einen Ausgleich, indem Sie sich mit Dingen beschäftigen, die Sie entspannen und Ihnen gut tun. Die Depression eines nahestehenden Angehörigen kann Ihre eigene Stimmung herunterziehen, daher sind Auszeiten für Sie selbst unbedingt notwendig. Eventuell kann Ihnen auch eine Selbsthilfegruppe Unterstützung anbieten, in der Sie sich mit anderen Pflegenden austauschen und Tipps bekommen können.

Depressive brauchen einen festen Tagesablauf

Depressive Menschen verlieren oft das Gefühl für einen geregelten Tagesrhythmus und ziehen sich gern ins Bett zurück. Versuchen Sie, dieses Schema zu durchbrechen und richten Sie feste Aufsteh- und Schlafenszeiten ein. Erleichtern Sie ihm das Aufstehen, indem Sie ihm z. B. sein Lieblingsgetränk ans Bett bringen und heitere Ereignisse aus der Zeitung oder dem Internet vorlesen. Auch beschwingte Musik wirkt anregend.
Besprechen Sie gemeinsam, wie Sie den Tag verbringen wollen und bauen Sie immer wieder Aktivitäten ein, die ihm früher viel Freude bereitet haben. Zeigen Sie keine Enttäuschung, wenn sich Ihr Angehöriger nicht begeistern lässt. Suchen Sie trotzdem weiter nach Ideen, die ihm Spaß machen könnten.

Pflegetipp: Appetit und Durst anregen

Versuchen Sie seinen Appetit zu wecken, indem Sie seine Lieblingsspeisen kochen. Wenn Ihr Angehöriger gar nichts essen mag, bieten Sie ihm kleine Häppchen an, die Sie ansprechend auf einem kleinen Teller anrichten. Zu große Portionen schrecken eher ab und sättigen schon beim Anblick des Essens.
Füllen Sie Getränke in hübsche Gläser, die Lust auf Trinken machen, damit der Flüssigkeitsbedarf auch bei Durstlosigkeit leichter gedeckt wird. Sie können eine komplette Mahlzeit auf einem farbenfroh dekorierten Tablett oder Tisch präsentieren, das den Erkrankten ermuntert, doch wenigstens einige Happen zu sich zu nehmen.

Bewegung hilft bei Depressionen

Bewegung spielt bei der Behandlung von Depressionen eine große Rolle. Fehlt jedoch der Antrieb, können Sie nicht erwarten, dass Ihr Angehöriger mit Begeisterung einen Waldlauf startet. Beginnen Sie mit kleinen Aktivitäten wie Gymnastik im Bett, auf dem Stuhl oder Sofa und stellen Sie dazu Musik an. Sie regt die Lust zur Bewegung automatisch an, sodass es Ihrem Angehörigen leichter fallen wird, mitzumachen.
Hat er sich daran gewöhnt, machen Sie kleine Rundgänge durch den Garten, eine Parkanlage oder zum Kaufmann. Jede Bewegung hebt die Stimmung und kann helfen, die Depressionen zu reduzieren. Eine passende Medikation und psychotherapeutische Behandlung sollten dennoch bei schweren Depressionen nicht fehlen, damit der Betroffene überhaupt in der Lage ist, aktiv zu werden.

Teilen

Artikel bewerten