Erbschaftsteuer für pflegende Angehörige

Wann muss Erbschaftsteuer bezahlt werden?

Erbschaftsteuer muss jeder bezahlen, der ein bestimmtes Vermögen von seinem verstorbenen Partner, Elternteil oder anderen Verwandten erbt. Allerdings muss es sich schon um eine größere Summe oder einen entsprechenden Wert handeln, da es Freibeträge gibt, die Sie nach § 16 ErbStG geltend machen können.

Zusätzlich können Versorgungsfreibeträge abgezogen werden. Verwandte, die einen Angehörigen unentgeltlich gepflegt haben, bekommen einen weiteren Freibetrag. Steuern müssen auch gezahlt werden, wenn ein Angehöriger bereits zu Lebzeiten ein Teil seines Vermögens verschenkt. Dann gilt die Schenkungssteuer.

Höhe und Freibeträge der Erbschaftsteuer

Den größten Freibetrag von 500.000 Euro erhalten Ehepartner beziehungsweise eingetragene Lebenspartner. Kinder und Stiefkinder können 400.000 Euro vom Erbe abziehen, ebenso deren Kinder, falls die Eltern verstorben sind. Leben die Kinder des Erblassers noch, können Enkel und Kinder von Stiefkindern eine Pauschale von 200.000 Euro geltend machen.
Eltern, Groß- und Urgroßeltern profitieren von einem Freibetrag von 100.000 Euro. Geschwister, Kinder von Geschwistern, Stiefeltern, Schwiegerkinder, Schwiegereltern und der geschiedene Ehegatte sowie alle weiteren Erben können mit einem Freibetrag von 20.000 Euro rechnen. Außerdem bekommen Ehegatten und eingetragene Lebenspartner einen weiteren Versorgungsfreibetrag von 256.000 sowie Kinder je nach Alter zwischen 10.300 und 52.000 Euro.

Freibeträge für Pflegeleistungen

Wenn Sie den verstorbenen Angehörigen ohne Entgelt gepflegt haben, gibt es einen zusätzlichen Freibetrag von 20.000 Euro als Anerkennung für die geleisteten Dienste. Sie haben jedoch nur Anspruch darauf, wenn der Pflegebedürftige dies in seinem Testament oder einer letztwilligen Verfügung vermerkt hat. Auch die Höhe der Leistungen kann er festhalten, indem er sich an den Tarifen eines Pflegedienstes orientiert.

Neuerdings dürfen Sie neben der Pflege einer Teilzeitbeschäftigung nachgehen, ohne den Anspruch auf den Pflegefreibetrag bei der Erbschaft zu verlieren. Liegt kein Testament vor oder wurden Ihre Pflegeleistungen nicht erwähnt, können Sie trotzdem einen finanziellen Ausgleich bekommen. Dieser wird nach den Sätzen der gesetzlichen Pflegeversicherung für häusliche Pflegeleistungen ermittelt.

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