Umgang mit Schmerzpatienten

Ausdauer und Geduld sind wichtig

Chronische Schmerzen stellen eine große Belastung für den Betroffenen dar. Solange er noch aktiv ist, kann er sich mit einem Hobby ablenken. Ist er jedoch pflegebedürftig und in seiner Bewegung eingeschränkt, wird der Umgang mit seinen Schmerzen wesentlich anspruchsvoller. Sie brauchen eine große Portion Geduld und Ausdauer, um Ihrem Angehörigen helfen zu können.

Die passende Schmerzmedikation finden

Zunächst muss eine passende Schmerzmedikation gefunden werden. Dies ist nicht ganz einfach, weil jeder anders auf Schmerzmittel und ergänzende Medikamente reagiert. Falls Ihr Angehöriger zudem Schmerzspitzen hat, bei denen die normale Medikation nicht ausreicht, besprechen Sie mit dem Arzt, wie diese behandelt werden können.

Nebenwirkungen starker Schmerzmittel

Bekommt Ihr Angehöriger starke Schmerzmittel wie Opioide, müssen Sie auf eine zusätzliche Sturzprophylaxe achten, da es bei diesen Medikamenten zu Schwindel und Gangunsicherheit kommen kann. Eventuell müssen Sie ihn bei jedem Weg begleiten. Außerdem können Opioide Verstopfung verursachen. Mit Zäpfchen oder Miniklistieren wie Microlax können Sie die Verstopfung sanft und ohne Bauchkrämpfe lösen.

Wenn der Pflegebedürftige nicht mehr sprechen kann

Kann Ihr Angehöriger sein Befinden nicht mehr mit Worten ausdrücken, müssen Sie auf körperliche Anzeichen achten, die auf Schmerzen hindeuten können, zum Beispiel wenn er

• stoßweise oder unregelmäßig atmet
• die Zähne zusammenbeißt
• die Hände zusammenballt
• eine Schonhaltung einnimmt
• kein Interesse an Unterhaltung zeigt
• jammert
• nicht schlafen kann

Leichte Bewegung lindert Schmerzen

Regen Sie Ihren Angehörigen zu Bewegungen an, die er seinen körperlichen Einschränkungen entsprechend durchführen kann. Sie fördern die Durchblutung und beeinflussen die Stimmung positiv. Übungen verhindern eine Verschlechterung des gesundheitlichen Zustands und können selbst auf dem Stuhl oder im Bett durchgeführt werden. Vor dem Training sollte Ihr Angehöriger sein Schmerzmittel nehmen und warten, bis es wirkt.

Lassen Sie sich von einem Physiotherapeuten zeigen, was Ihrem Angehörigen gut tut und üben Sie mit ihm gemeinsam. Stellen Sie zur Anregung flotte Musik an, um die Lust auf Bewegung zu steigern. Die Übungen sollten jedoch nicht über die Schmerzgrenze hinausgehen und den Schmerz verstärken.

Wenn Durstgefühl und Appetit fehlen

Durch nicht ausreichend gelinderte Schmerzen könnte Ihr Angehöriger das Trinken vergessen. Erinnern Sie ihn immer wieder daran, Wasser oder eine Fruchtschorle zu sich zu nehmen. Wenn er austrocknet, leiden nicht nur die Nieren. Auch die Wirkung und Nebenwirkungen der Medikamente verändern sich. Notfalls muss er intravenös mit Flüssigkeit versorgt werden.

Auch der Appetit leidet unter den Schmerzen, aber auch durch die Medikamente. Versuchen Sie es mit kleinen Häppchen seiner Lieblingsspeisen. Hübsch dekoriert werden mundgerechte Bissen oft eher genommen, als eine komplette Mahlzeit. Kommt er nicht auf die erforderliche Kalorienzahl, können Sie es mit angereicherten Getränken versuchen. Lassen Sie sich dazu in der Apotheke beraten.
Den Schlaf verbessern

Der Schlaf kann sowohl durch die Schmerzen als auch durch die Medikamente behindert werden. Entweder wird die Nachtruhe immer wieder unterbrochen oder Ihr Angehöriger ist tagsüber ständig müde. Sprechen Sie mit dem Arzt, ob eine andere Medikation Abhilfe schaffen kann, damit der Betroffene eine regelmäßige Tages- und Nachtstruktur wiederfindet und der Schlaf erholsam wird. Je besser er schläft, desto eher lassen sich die Schmerzen lindern.

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