Unterstützung beim Essen und Trinken

So wenig wie nötig helfen

Je nach Beeinträchtigung brauchen Pflegebedürftige mehr oder weniger Unterstützung beim Essen und Trinken. Damit die Nahrungsaufnahme trotz Schwierigkeiten weiterhin ein Genuss bleibt, nehmen Sie sich ausreichend Zeit, um ihrem Angehörigen zu helfen. Greifen Sie ihm jedoch nur dann unter die Arme, wenn es tatsächlich notwendig ist.

Bleiben Sie respektvoll

Machen Sie sich bewusst, dass Ihr Angehöriger trotz seiner Einschränkungen ein erwachsener Mensch ist, der als solcher behandelt werden möchte. Sprechen Sie zum Beispiel nicht von „Füttern“ und kratzen Sie Verkleckertes nicht mit dem Löffel ab, um es ihm dann in den Mund zu stecken. Am besten säubern Sie ihn mithilfe einer Serviette oder eines Tuchs.

Essen appetitlich anrichten

Hat der Pflegebedürftige Probleme beim Umgang mit Gabel oder Löffel, besorgen Sie spezielles Besteck mit verdickten Haltegriffen. Fragen Sie ihn, wie er seine Speise zu sich nehmen möchte und zerkleinern Sie diese bei Bedarf auf dem Teller vor seinen Augen, so dass er den Vorgang kontrollieren kann und Appetit bekommt. Müssen Speisen aufgrund von starken Schluckbeschwerden püriert werden, bearbeiten Sie jeden Menübestandteil einzeln und servieren Sie Fleisch, Gemüse und Sättigungsbeilage separat, statt sie zu einem einzigen Brei zu vermischen.

Richtig sitzen beim Essen und Trinken

Beim Essen sollte der Pflegebedürftige aufrecht sitzen und möglichst die Füße auf dem Boden aufstellen. Kann er nur im Bett sitzen, muss er gut abgestützt werden, damit er sich sicher fühlt und das Essen nicht so leicht in die Speiseröhre gerät. Ob er am Tisch oder im Bett sitzt, sollte der Abstand zum Essen nicht zu weit sein, damit der Weg vom Teller zum Mund leicht bewerkstelligt werden kann.

Unterhaltung beim Essen

Überprüfen Sie, ob das Essen die richtige Temperatur hat, damit sich der Pflegebedürftige nicht die Zunge verbrannt. Müssen Sie die Speisen anreichen, tun Sie dies langsam und portionieren Sie sie in kleine Bisse. Lassen Sie Ihren Angehörigen ausreichend Zeit zum Schlucken und nutzen Sie die Pausen, um sich zu unterhalten. Schließlich ist Essen auch ein geselliges Vergnügen.

Regelmäßig zu trinken anbieten

Nach den Mahlzeiten sollte der Pflegebedürftige eine halbe Stunde lang sitzen bleiben, damit das Essen besser rutschen und verdaut werden kann. Reichen Sie beim Essen zwischendurch etwas zu trinken, um den Mund anzufeuchten und das Schlucken zu erleichtern. Füllen Sie das Glas nicht zu voll, damit nichts verschüttet werden kann.

Wenn Ihr Angehöriger kein pures Wasser mag, können Sie einen Schuss Saft dazugeben. Der leicht fruchtige Geschmack soll gleichzeitig den Durst anregen. Pflegebedürftige, die nicht so viel essen können, sollten jedoch vor einer Mahlzeit nicht zu viel trinken, damit sie nicht schon von der Flüssigkeit satt sind.

Tipps bei Schluckbeschwerden

Achten Sie bei deutlichen Schluckbeschwerden darauf, dass die Speisen nicht zu trocken oder faserig sind oder krümeln. Vermeiden Sie Gerichte mit unterschiedlicher Konsistenz, zum Beispiel Joghurt mit Fruchtstücken. Servieren Sie lieber Joghurt und Früchte separat.

Flüssige Speisen wie Suppen oder Getränke sollten etwas angedickt werden, damit sie kontrolliert geschluckt werden können und nicht aus Versehen in die Luftröhre rutschen. Jeder Bissen sollte erst komplett geschluckt sein, bevor der nächste in den Mund kommt. Überprüfen Sie auch regelmäßig, ob es Probleme mit dem Gebiss oder Entzündungen im Mund gibt, die die Nahrungsaufnahme beeinträchtigen könnten.

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