Umgang mit Medikamenten

Einnahme von Medikamenten planen

Muss Ihr pflegebedürftiger Angehöriger ständig mehrere Medikamente einnehmen, lassen Sie sich vom Arzt genau erklären, wann Sie diese verabreichen sollen. Auch über die Wirkung der Arzneimittel sollten Sie Bescheid wissen. Wenn Sie unsicher sind oder Fragen auftauchen, können Sie sich ebenfalls in Ihrer Apotheke beraten lassen. Außerdem sollten Sie sich notieren, welche Medikamente kombiniert werden können und welche nicht. Lassen Sie sich am besten einen Einnahmeplan erstellen.

Medikamente sicher aufbewahren

Lagern Sie die Medikamente Ihres pflegebedürftigen Angehörigen vorzugsweise im Pflegezimmer und schließen Sie starke Schmerzmittel, die unter das Betäubungsmittelgesetz fallen, weg, um andere Familienmitglieder vor einer versehentlichen Einnahme zu schützen. Bewahren Sie den Schlüssel so auf, dass nur die Pflegepersonen Zugriff haben.

Medikamente müssen kühl und trocken aufbewahrt werden, daher ist das Badezimmer nicht der geeignete Ort. Muss ein Medikament im Kühlschrank aufbewahrt werden, legen Sie es in eine beschriftete Box, um es vor Verschmutzungen durch unverpackte Lebensmittel zu schützen.

Einnahmezeiten kontrollieren

Überprüfen Sie bei jedem Medikament, ob es vor, während oder nach dem Essen eingenommen werden muss. Dies ist sowohl für die Wirkung als auch für die Nebenwirkungen entscheidend. Damit die pünktliche Einnahme nicht in Vergessenheit gerät, stellen Sie sich am besten einen Wecker. Nutzen Sie zum Beispiel Ihr Handy oder Smartphone, das Sie auch unterwegs erinnern kann, und geben Sie dort die entsprechenden Uhrzeiten inklusive Medikamentennamen ein.

Medikamente für mehrere Tage abfüllen

Eine praktische Erleichterung bieten Dosierbehälter für eine Woche. Geben Sie den Behälter mit einer Tagesration zusammen mit dem Medikamentenplan in eine Plastiktüte, die Sie jederzeit mitnehmen können, wenn Sie zum Beispiel überraschend mit dem Pflegebedürftigen den Arzt aufsuchen müssen. Falls Ihnen das zu aufwändig oder zu kompliziert erscheint, können Sie Ihre Apotheke bitten, die Medikamente für Ihren Angehörigen einzuteilen und zu beschriften.

Arzneimittel unterwegs schützen

Sind Sie längere Zeit mit dem Pflegebedürftigen unterwegs, achten Sie darauf, dass die Medikamente im Sommer vor Hitze und im Winter vor Kälte geschützt werden. Transportieren Sie sie in einer Isoliertasche oder wickeln Sie sie wenigstens in Zeitungspapier oder in ein dickes Tuch ein, bevor Sie sie in Ihre Handtasche stecken.

Nebenwirkungen notieren und den Arzt informieren

Notieren Sie sich auch eventuelle Nebenwirkungen, wenn Sie nach der Einnahme eines neuen Medikaments Veränderungen bei ihrem pflegebedürftigen Angehörigen bemerken. Verwenden Sie dafür ein Heftchen, damit Sie alle wichtigen Informationen beisammen haben. Lose Zettel gehen zu leicht verloren.

Sind die Nebenwirkungen gravierend und/oder von dauerhafter Natur, besprechen Sie mit dem Arzt, ob eine niedrigere Dosierung oder ein anderes Medikament Abhilfe schaffen könnten. Verändern Sie auf keinen Fall eigenmächtig die Medikamentengabe, sondern fragen Sie immer den behandelnden Arzt!

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