Was kostet Pflege? Finanzierung der Pflegekosten

Da das Wohnen und die Pflege mit zunehmendem Alter eine wichtige Rolle spielen, ist es notwendig sich Gedanken über etwaige Kosten zu machen.

Die Faktoren sind eng mit der Auswahl der entsprechenden Pflegesituation verbunden. Möchte man eher im Pflegeheim untergebracht werden, oder bietet es sich an häuslich – also ambulant – versorgt zu werden?

Wohnen im Alter gibt in diesem Ratgeber einen Einblick in die Kosten und Finanzierung der Pflege.


Ambulante Pflege

Durch die ambulante, beziehungsweise häusliche Pflege erhalten pflegebedürftige Senioren medizinische, pflegerische und hauswirtschaftliche Unterstützung. Die Pflege selbst kann sowohl von Angehörigen als auch von externen Pflegediensten übernommen werden. Dies richtet sich häufig nach dem zeitlichen Aufwand der Pflege. So kann die Pflege nur einige Male in der Woche erfolgen, in einigen Fällen aber auch täglich benötigt werden. Das Ziel der ambulanten Pflege ist es, die pflegebedürftige Person so weit zu unterstützen, dass sie das heimische Wohnumfeld nicht verlassen muss.

Die Leistungen, die die häusliche Pflege umfassen, sind die Grundversorgung, die hauswirtschaftliche Versorgung, die Seniorenbetreuung, die Verhinderungspflege sowie die ambulante Tages- und Nachtpflege.

Wer zahlt für die Pflege im eigene Zuhause?

In der Regel übernimmt die Krankenkasse alle pflegebedingten Aufwendungen, die der Behandlungspflege zugeordnet und aufgrund einer gestellten Diagnose durch den Hausarzt verordnet werden. Den Großteil der ambulanten Pflegeleistungen – also Pflegesachleistungen, Pflegegeld sowie Pflegehilfsmittel - übernimmt die Pflegekasse.

Reichen die Leistungen der Pflegekasse nicht aus, um die Kosten der häuslichen Pflege zu decken, werden die Pflegebedürftigen pflichtig. Sollte das Einkommen und Vermögen nicht ausreichen müssen Angehörige die Differenz zwischen den Leistungen der Kasse und den tatsächlichen ambulanten Pflegekosten übernehmen.




Unterschiede Pflegegeld, Pflegesachleistungen und Kombinationslösung


Unterstützung: Ambulante Pflege

Pflegegeld

Die Überweisung des Pflegegeldes erfolgt durch die Pflegekasse direkt an den Pflegebedürftigen, der über die finanziellen Mittel grundsätzlich frei verfügen kann. In den meisten Angelegenheiten wird das Pflegegeld als Anerkennung der Mühe oder Aufwandsentschädigung an die pflegende Person weitergegeben.

Pflegesachleistung

Pflegesachleistungen werden ausgezahlt, um die häusliche Pflege durch ambulante Pflegedienste zu finanzieren. Diese bieten Hilfe bei der Grundpflege des Pflegebedürftigen sowie bei der hauswirtschaftlichen Versorgung an. Auch Betreuungsleistungen können durch die Pflegesachleistungen abgedeckt werden.

Kombinationsleistung

Auch die Kombinationslösung aus Pflegegeld und Pflegesachleistung kann eine optimale Versorgung des Bedürftigen gewährleisten. Hierbei findet eine prozentuale Verteilung statt. Werden z.B. 70% der Pflegesachleistungen in Anspruch genommen, können dem Bedürftigen zusätzlich noch 30% des Pflegegeldes ausgezahlt werden.

Übersicht: Pflegeleistungen und Pflegegeld

Pflegegrad Pflegesachleistung Pflegegeld
1 0 € 125 €*
2 689 € 316 €
3 1.298 € 545 €
4 1.612 € 728 €
5 1.995 € 901 €

* monatlich 125 Euro als Kostenerstattung für Betreuungs- und Entlastungsleistungen


Veränderung des Wohnumfeldes

Wird ein Senior zum Pflegefall und möchte solange es möglich ist in den eigenen vier Wänden gepflegt werden, ist es häufig sinnvoll, das Wohnumfeld bedarfsgerecht umzubauen. Wichtig hierbei ist vor allem die Sicherheit des Pflegebedürftigen.

Zur Finanzierung solcher Maßnahmen kann bei der Pflegekasse ein Antrag zur Verbesserung des Wohnumfeldes gestellt werden. Wird dieser bewilligt, kann für die Umbaumaßnahmen zur Ermöglichung der häuslichen Pflege mit einer Beihilfe von bis zu 4.000€ durch die Kasse gerechnet werden.

Voraussetzung für die Hilfe durch die Kasse ist, dass die Umbauten zu einer Erleichterung der Pflege im häuslichen Umfeld beitragen und / oder die Wiederherstellung einer möglichst selbstständigen Lebensführung des Bedürftigen unterstützen.


Pflegeheim

Sollte die ambulante Pflege keine angemessene Versorgungsituation für die bedürftige Pflegeperson darstellen, ist die Unterbringung im Pflegeheim eine passende Alternative. Da Seniorenheime häufig nicht günstig sind, kann die Kostenfrage in vielen Fällen Überlegungen nach eventuellen Finanzierungsmöglichkeiten nach sich ziehen.

Pflegeheim - Kostenfaktoren

Monatliche Kosten für das Pflegeheim

Die monatlichen Pflegekosten im Pflegeheim sind alles andere als niedrig. Mit dem sogenannten Heimentgelt wird allerdings nicht nur eine Unterkunft, sondern eine umfassende Rundumversorgung finanziert. Die Heimkosten müssen von den Senioren selbst getragen werden. Sie sind von unterschiedlichen Faktoren abhängig und setzen sich aus folgenden Komponenten zusammen:

  • Kosten für Unterkunft und Verpflegung: Lage, Ausstattung und Zimmer
  • Pflegekosten: Entlohnung für fachlich ausgebildetes Personal
  • Investitionskosten: Beiträge für die Instandhaltung des Gebäudes oder der Einrichtung.

Wer zahlt was?

Grundsätzlich muss jeder Senior selbst für die Unterbringung in einem Pflegeheim aufkommen. Sofern keine finanziellen Rücklagen bestehen, muss auf ein eventuell vorhandenes Eigenheim, Aktien oder sonstiges Eigentum zurückgegriffen werden. Auch Angehörige, d.h. Ehepartner und Kinder, können pflichtig werden, um die Kosten zu decken.

Finanzierung von außen

Während der pflegebedürftige Senior und dessen Kinder in der Pflicht sind, für die Unterbringungs- und Investitionskosten aufzukommen, werden anfallende Pflegekosten bei der Pflegekasse geltend gemacht. Damit ist im Grunde lediglich die Finanzierung der Kosten nötig, die auch bei einem Leben in den eigenen vier Wänden anfallen würde.

Reichen die finanziellen Mittel trotz der Unterstützung durch die Kasse nicht aus, kann ein Antrag auf Hilfe zur Pflege bei dem zuständigen Amt für Soziales gestellt und somit Sozialhilfe beantragt werden.

Kostenübernahme durch die Pflegekasse

Wie bereits angedeutet, übernimmt die Pflegekasse einen Teil der entstehenden Wohnheimkosten. Sie ist für den Bereich der Pflege zuständig und kümmert sich somit um die pflegebedingten Kosten. Ist der betroffene Senior einem Pflegegrad zugeordnet, erhält dieser finanzielle Beihilfe in einem Maße, die vom individuellen Pflegegrad abhängig ist.

Höhe der Leistungen

Die Erhebung der jeweiligen Leistungen der zuständigen Kasse wurde zum 1. Januar 2017 mit dem Pflegestärkungsgesetz II angepasst und ist der folgenden Tabelle zu entnehmen.

Pflegegrad Höhe der Leistung
1 125 €
2 770 €
3 1.262 €
4 1.775 €
5 2.005 €

Durch den Einrichtungseinheitlichen Eigenanteil sind die pflegebedingten Kosten für alle Bewohner der Pflegegrade 2-5 eines Pflegeheims gleich hoch. Nach Schätzungen des Bundesministeriums betragen die Pflegekosten durchschnittlich 580€.

Übersteigt die Höhe der Pflegekassenleistung den pflegebedingten Eigenanteil, darf die Differenz verwendet werden, um die restlichen Kosten des Pflegeheims zu decken. Die hierbei final verbleibenden Restkosten müssen selbst aufgebracht werden.

Weiterführende Informationen

Rund um das Thema Pflegekosten:

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