Was ist Verhinderungspflege?

Wofür gibt es Verhinderungspflege?

Jede Person, die mindestens seit sechs Monaten pflegebedürftig ist und Pflegegeld für die häusliche Versorgung bezieht, hat Anspruch auf Verhinderungspflege. Diese stellt eine Ersatzpflege für Sie als Pflegeperson dar, wenn Sie Urlaub machen möchten oder krank sind. Wenn Verhinderungspflege nur ab und zu stundenweise benötigt wird, bekommt Ihr Angehöriger sogar weiterhin Pflegegeld, wenn die Pflegevertretung nicht an aufeinander folgenden Tagen beansprucht wird. Ein Antrag auf Verhinderungspflege darf von der Pflegekasse nicht abgelehnt werden, daher können Sie sofort nach der Antragstellung mit den Leistungen rechnen.

Wie wird Verhinderungspflege finanziert?

Die Verhinderungspflege ist eine Leistung der Pflegeversicherung. Damit wird der ambulante Pflegedienst oder eine private Person bezahlt, die sich während Ihrer Abwesenheit zu Hause um den Pflegebedürftigen kümmert. Verhinderungspflege wird jedoch nicht an Familienmitglieder gezahlt, die die Pflege ersatzweise übernehmen können und bis zum zweiten Grad mit dem Pflegebedürftigen verwandt sind oder im gleichen Haushalt wohnen. Sie dürfen allerdings Aufwendungen für Fahrtkosten und Verdienstausfälle bis zu 1470 Euro pro Jahr geltend machen.

Neue Regelungen in der Verhinderungspflege seit 2015

Ab 2015 gibt es bis zu einem Höchstbetrag von 1612 Euro pro Kalenderjahr für die Verhinderungspflege. Die Pflegeleistung gilt für alle Pflegebedürftigen unabhängig vom Grad der Einschränkung und wird bis zu sechs Wochen lang erstattet. Das gilt auch für Menschen mit dauerhaft erheblich eingeschränkter Alltagskompetenz wie Demenzkranke in Pflegestufe 0. Wird mehr Verhinderungspflege benötigt, weil Sie zum Beispiel länger krank sind und eine Reha Maßnahme in Anspruch nehmen müssen, können zusätzlich bis zu 50 Prozent der Kurzzeitpflege (806 Euro) dafür eingetauscht werden.  

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