Kurzzeitpflege: Anspruch, Kosten und Finanzierung

Was ist Kurzzeitpflege

Wenn eine teilstationäre Pflege als Ergänzung zur häuslichen Pflege nicht ausreicht, kann für einen begrenzten Zeitraum auch Kurzzeitpflege in Anspruch genommen werden. Für eine Übergangszeit nach einem Krankenhausaufenthalt oder in Krisensituationen übernimmt die Pflegekasse dann die Unterbringung in einer stationären Pflegeeinrichtung. Als Krisensituationen gelten insbesondere Zeiten der Krankheit, des Urlaubs oder sonstiger Verhinderung der Pflegepersonen. Auch eine kurzfristige erhebliche Verschlimmerung der Pflegebedürftigkeit kann als Krisensituation gewertet werden.

Wer hat Anspruch auf Kurzzeitpflege?

Die Kurzzeitpflege steht unabhängig von der Pflegestufe allen Pflegebedürftigen zu, die für einen begrenzten Zeitraum auf stationäre Hilfe angewiesen sind, bedingt etwa durch Krisenzeiten in der häuslichen Pflege oder im Anschluss an einen Krankenhausaufenthalt. Zu unterscheiden ist die Kurzzeitpflege von der Tagespflege, bei der die Bedürftigen nur tagsüber betreut werden. Eine Kostenbeteiligung der Pflegeversicherung setzt aber eine Pflegestufe oder eine anerkannte eingeschränkte Alltagskompetenz (Pflegestufe 0) vorraus.
Tipp: Die Beantragung der Leistungen für Kurzzeitpflege sollten möglichst vor Antritt gestellt werden. 

Ziele der Kurzzeitpflege

Ziele der Kurzzeitpflege sind unter anderem: die Rehabilitation nach Krankenhausaufenthalten, die Vorbereitung auf das häusliche Leben, die befristete Entlastung pflegender Angehöriger und die Urlaubspflege. Einige Kurzpflegeeinrichtungen bieten neben der Kurzzeitpflege auch einen Hotelbereich für Angehörige. 

Angebote der Kurzzeitpflege

Zu den Angeboten der Kurzzeitpflege gehören unter anderem: die Unterkunft für Pflegebedürftige, deren Verpflegung und medizinisch-pflegerische Versorgung, Betreuung, therapeutische und rehabilitative Angebote, Freizeitaktivitäten und kulturelle Angebote. 
Die Kurzzeitpflege wird häufig in drei Formen durchgeführt. Entweder angegliedert an eine stationäre Einrichtung (meist Einzelzimmer), in speziellen Kurzzeitpflegeeinrichtungen oder in einem Kurzzeitpflegewohnbereich, der sich innerhalb einer stationären Altenhilfeeinrichtung oder eines Krankenhauses befindet. Auch in Gesundheitszentren wird zum Teil Kurzzeitpflege angeboten. 

Kurzzeitpflege: Kosten und Finanzierung

Die Kosten für die Pflegeleistungen während der Kurzzeitpflege, die von der Pflegekasse übernommen werden, sind auf 4 Wochen und einen Gesamtbetrag von 1.612 Euro (Stand Januar 2015) pro Kalenderjahr begrenzt. Voraussetzung dafür ist, dass der Betroffene mindestens Pflegestufe I hat. Die zusätzlichen Kosten für Unterkunft und Verpflegung sind je nach Einrichtung verschieden. Sie müssen aber in jedem Fall von den Pflegebedürftigen und ihren Angehörigen selbst getragen werden. Im Falle der Bedürftigkeit können auch bei der Kurzzeitpflege Sozialleistungen in Anspruch genommen werden. Seit Inkrafttreten des Pflege-Neuausrichtungs-Gesetzes wird während der Kurzzeitpflege für bis zu vier Wochen je Kalenderjahr die Hälfte des bisher bezogenen Pflegegeldes weitergezahlt. Außerdem kann seitdem die Kurzzeitpflege auch in stationären Vorsorge- oder Rehabilitationseinrichtungen in Anspruch genommen werden, die keine Zulassung zur pflegerischen Versorgung nach dem SGB XI haben, wenn der pflegende Angehörige in dieser Einrichtung oder in der Nähe eine Vorsorge- oder Rehabilitationsmaßnahme in Anspruch nimmt. 

Maximal 8 Wochen Kurzzeitpflege pro Jahr

Durch das erste Pflegestärkungsgesetz können seit dem 01 Januar 2015, die im Kalenderjahr bestehende, noch nicht verbrauchte Leistungsbetrag für Verhinderungspflege auch für Leistungen der Kurzzeitpflege eingesetzt werden. Dadurch kann der Leistungsbetrag der Kurzzeitpflege maximal verdoppelt werden; parallel kann auch die Zeit für die Inanspruchnahme von 4 auf bis zu 8 Wochen ausgeweitet werden. Der für die Kurzzeitpflege in Anspruch genommene Erhöhungsbetrag wird auf den Leistungsbetrag für eine Verhinderungspflege angerechnet.

Tipp: Kombinieren Sie Leistungen in der häuslichen Pflege

Wenn Sie Zuhause pflegen oder Ihr Angehöriger von einem Pflegedienst gepflegt wird, können Sie diese Leistungen mit der Kurzzeitpflege und der Tagespflege kombinieren. So ermöglichen Sie eine optimale Versorgung für den Pflegebedürftigen und nehmen die maximalen Leistungen der Pflegeversicherung in Anspruch. Wie Sie die Leistungen optimal kombinieren, erfahren Sie im Ratgeber Finanzierung der Pflege Zuhause. 

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