Was ist der Pflegepauschbetrag?

Wann gilt Pflege als außergewöhnliche Belastung?

Pflegekosten können als außergewöhnliche Belastung bei der Steuererklärung geltend gemacht werden, wenn sie höher als der festgelegte zumutbare Betrag sind. Dieser errechnet sich aus dem Familieneinkommen, das durch den jeweiligen Familienstand und die Anzahl der Kinder variiert, und beträgt zwischen einem und sieben Prozent des gesamten Einkommens. Wenn Sie zum Beispiel Pflegekosten von 3000,- Euro hatten und 2000,- Euro für Sie als zumutbar gelten, werden 1000,- Euro steuerlich berücksichtigt.

Was sind pflegebedingte Aufwendungen?

Zu den absetzbaren pflegebedingten Aufwendungen gehören Kosten für einen ambulanten Pflegedienst, eine Heimunterbringung, Tages-, Nacht- sowie Kurzzeitpflege, anerkannte Betreuungsangebote oder für eine ambulante Pflegekraft. Alle Kosten werden jedoch um erhaltene Leistungen der Pflegekasse, Pflegezusatzversicherung und der Beamtenbeihilfe reduziert.

Was ist der Pflege-Pauschbetrag?

Unter außergewöhnlichen Belastungen können Sie einen Pflege-Pauschbetrag geltend machen, wenn Sie einen pflegebedürftigen Angehörigen bei sich oder in seiner Wohnung versorgen, sich dafür aber nichts berechnen. Dies gilt nur, wenn Sie in Deutschland wohnen und wenn der Pflegebedürftige entweder in Pflegestufe III ist oder als hilflos gilt, was durch einen Schwerbehindertenausweis belegt werden muss.

Der Pflegepauschbetrag beträgt aktuell 924,- Euro und wird unabhängig von den tatsächlichen Kosten und ohne Nachweise erstattet. Wenn Sie zwei Personen in Ihrer Familie pflegen, zum Beispiel Ihre Eltern, können Sie den Pauschbetrag zweimal angeben. Haben Sie mehr Pflegekosten als die Pauschale decken kann, ist es günstiger, die Ausgaben unter "Außergewöhnliche Belastungen" wegen Pflegebedürftigkeit, als Aufwendungen für die Pflege eines Angehörigen oder für Heimkosten einzutragen. Das Gleiche gilt, wenn Sie die Pauschale nicht in Anspruch nehmen können.

Tipp: Lohnsteuerermäßigung

Um Ihre Steuerschuld zu reduzieren, können Sie eine Ermäßigung beantragen, wenn Sie Ihren hilflosen Angehörigen nicht nur pflegen, sondern auch noch finanziell unterstützen. Bis zu 7680,- Euro können Sie maximal unter außergewöhnlichen Belastungen geltend machen. Den Unterhalt müssen Sie genau belegen.

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