Ambulante Beatmungspflege

Erkrankungen, die eine Beatmung erfordern

Das Pflege-Neuausrichtungsgesetz ermöglicht unter anderem schwerstkranken Menschen, im häuslichen Bereich zu bleiben und dennoch intensive Versorgung zu erfahren. Das betrifft vor allem Menschen, die entweder phasenweise oder ständig beatmet werden müssen, zum Beispiel bei Erkrankungen wie chronisch verengten Bronchial- und Lungenwegen (COPD), anderen Atemstörungen, Querschnittslähmung, Wachkoma, Tumoren, Schädel-Hirn-Schädigungen, Nervenkrankheiten, Bewusstlosigkeit und Herzrhythmusstörungen. Auch extremes Übergewicht oder ein verformter Brustkorb kann die natürliche Atmung behindern.

Beatmungsmethoden

Wenn Atemmuskel und Zwerchfell nicht mehr automatisch funktionieren, muss eine künstliche Beatmung eingesetzt werden. Atemnot kann plötzlich auftreten, aber sich auch schleichend über Monate oder Jahre hinweg aufbauen. Künstliche Beatmung kann invasiv durch einen Luftröhrenschnitt erfolgen, aber auch durch eine Sauerstoffmaske.
Die letzte Methode wird zunehmend verwendet, da bei der invasiven Beatmung leicht Infektionen durch die Schläuche entstehen. Zudem ist sie einfacher zu handhaben und somit auch zu Hause besser anwendbar. Man nennt die Beatmung per Maske auch nicht-invasive Beatmung (NIV).

Voraussetzungen für die ambulante Beatmungspflege

Um die NIV daheim durchführen zu können, muss ein passender Raum vorhanden sein, der entsprechend eingerichtet ist, und spezielles Pflegepersonal sowie geschulte Angehörige, die sich rund um die Uhr um den Patienten kümmern können. Ausdauer und Geduld sind hier gefragt.
Als pflegende Angehörige brauchen Sie auf jeden Fall eine examinierte Pflegefachkraft an Ihrer Seite, die eine dreijährige Schulung für außerklinische Intensivpflege absolviert hat und die jährlich an Fortbildungen teilnimmt. Die Heimbeatmung muss perfekt organisiert sein, damit sie einwandfrei funktioniert.

Probleme bei der nicht-invasiven Beatmung

Bei der nicht-invasiven Beatmung müssen Sie auf folgende Dinge achten:
• Die Maske muss bequem und dicht sitzen, damit keine Luft austritt und in die Augen strömt, da diese sich dadurch entzünden könnten.
• Außerdem darf die Maske keine Druckstellen hervorrufen.
• Bei der NIV kann auch Luft in den Magen geraten und dort lästige Blähungen, Übelkeit und Völlegefühl hervorrufen, die mit gasbindenden Mitteln behoben werden kann.
Dennoch bleibt die Beatmung per Maske die beste Lösung für die Heimbeatmung.

Wie wird die Beatmungspflege finanziert?

Die ambulante Beatmungspflege wird von der Krankenkasse bezahlt. Ob Ihr Angehöriger nur stundenweise oder rund um die Uhr beatmet wird, spielt keine Rolle. Voraussetzung ist, dass der Pflegedienst die notwendige Ausbildung und einen Versorgungsvertrag mit der Krankenkasse des Pflegebedürftigen hat.
Da die Behandlungskosten der aufwändigen Intensiv-Pflege nicht gerade gering sind, kann Ihre Krankenkasse einen preiswerteren Pflegedienst vorschlagen. Sie müssen diesen jedoch nicht akzeptieren, wenn dessen Qualität zu wünschen übrig lässt.

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