Was ist aktivierende Pflege?

Die Pflege eines Menschen kann auf unterschiedliche Weise durchgeführt werden. Bei der normalen Grundpflege wird der Betroffene komplett versorgt, indem der pflegende Angehörige sämtliche Aufgaben übernimmt, während der Pflegebedürftige passiv im Bett liegt.


Förderung der Selbstständigkeit

Bei der aktivierenden Pflege soll der Pflegebedürftige  möglichst viele Tätigkeiten selbst durchführen. Die Pflegeperson soll ihm dabei lediglich helfend zur Seite stehen. Das Ziel der aktivierenden Pflege ist, dass der Pflegebedürftige sich nicht langweilt und lange selbstständig bleibt. Da er in seinen Fähigkeiten ohnehin eingeschränkt ist, sollten ihm nicht noch die restlichen Aufgaben abgenommen werden.


Aktivierende Pflege unterstützt Körper, Geist und Seele

Ein aktives Leben fördert zudem das seelische Wohlbefinden und hebt die Stimmung. Beweglichkeit und Fertigkeiten können durch Üben wieder belebt und verbessert werden. Eine aktive Teilnahme an der eigenen Körperpflege und anderen Versorgungsvorgängen trainiert außerdem das allgemeine Interesse am Leben und die eigenständige Wahrnehmung, die ohne diese Reize verkümmern würde.


Beispiele für aktivierende Pflege

Aktivierende Pflege kann in jedem Lebensbereich eingesetzt werden. Sie beginnt bei der Körperpflege, bei der der Pflegebedürftige das Waschen, Zähneputzen, Eincremen, Haare kämmen usw. weitgehend selbst durchführt, während Sie als pflegender Angehöriger nur die Handreichungen übernehmen, zu denen der Pflegebedürftige nicht fähig ist.  
Der Umgang mit Wasser, Seife und Cremes regt den Tastsinn an und vermittelt ein besseres Gefühl für den eigenen Körper. Das Gleiche gilt für das An- und Auskleiden, das zudem die Beweglichkeit der Gelenke fördert.
Auch bei den Mahlzeiten sollte der Pflegebedürftige das selbstständige Essen und Trinken üben. Mit entsprechenden Hilfsmitteln wie Geschirr und Besteck können diese Vorgänge erleichtert werden. So kann ihr Angehöriger auch das Tempo beim Essen selbst bestimmen und besser genießen.


Aktivierende Pflege stärkt das Selbstwertgefühl

Je mehr Tätigkeiten der Pflegebedürftige beibehalten kann, desto eher wird sein Selbstwertgefühl gestärkt. Er fühlt sich sicherer im Umgang mit alltäglichen Situationen und zieht sich nicht so leicht aus seinem sozialen Umfeld zurück. Je aktiver er sein kann, desto größer ist auch das Interesse an Unternehmungen außer Haus. Diese wiederum sind wichtig, um neue Anregungen zu bekommen, die den Pflegebedürftigen zusätzlich motivieren

Teilen

Artikel bewerten